Dynamic Pricing für Ferienwohnungen: Lohnt sich die automatisierte Preisgestaltung?
Text: pd/stz.
Die Schweiz ist immer eine Reise wert. Trotzdem ziehen Regionen wie das Appenzellerland, das Toggenburg, der Flumserberg oder der Bodensee im Sommer bedeutend mehr Gäste an als im Frühling oder im Spätherbst. Hier lohnt sich allerdings eine noch genauere Differenzierung, denn wirtschaftlich fällt die Ostschweiz für den Tourismus durchaus ins Gewicht: Laut Bundesamt für Statistik entfiel 2025 rund ein Viertel aller Schweizer Logiernächte in der Parahotellerie auf diese Grossregion.
Beim Preis liegt die Ostschweiz im Mittelfeld, mit durchschnittlich etwa 190 Franken pro Nacht für eine Ferienwohnung. Doch welcher Preis ist in welchem Zeitraum gerechtfertigt? Die Antwort scheint schwierig, denn gerade hier liegen viele Objekte in kleinräumigen, ländlichen Lagen, wo Vermietenden nur wenige Vergleichsdaten zur Verfügung stehen. Doch es gibt technische Unterstützung für die Ferienwohnungsverwaltung.
Wie funktioniert Dynamic Pricing?
Der Unterschied zu klassischen Saisontarifen liegt in der Frequenz und in der Datenbasis. Ein Algorithmus berechnet den Tagespreis fortlaufend neu und berücksichtigt dabei eine ganze Reihe von Signalen. Dazu gehören
- Wetter,
- lokale Anlässe,
- das Buchungstempo vergleichbarer Objekte sowie
- historische Belegungsmuster.
Die Preise steigen bei hoher Nachfrage und geben in ruhigen Phasen gezielt nach, um vorhandene Buchungslücken zu füllen. Manuell ist dieser Rhythmus natürlich kaum zu halten: Kalenderpflege und Preiskontrolle über mehrere Buchungsportale summieren sich nach Angaben des Schweizer Tourismus-Verbands rasch auf hundert bis zweihundert Stunden pro Jahr. Vor allem privat Vermietenden fehlt dafür schlicht die Zeit. Gut, dass es eine Alternative gibt.
Die Eigenregie erweist sich oft als komplex
Eine professionelle Ferienwohnungsverwaltung übernimmt genau die beschriebenen Aufgaben, die für private Vermieter im Alltag schwer zu stemmen sind. Denn Dynamic Pricing entfaltet seinen Nutzen erst durch seine breite Datenbasis, für die ein einzelnes Objekt zu wenige Signale liefert. Hinzu kommen die Kosten spezialisierter Tools, die pro Inserat monatliche Gebühren oder einen Prozentsatz des Umsatzes verlangen, sowie eine steile Lernkurve bei Einrichtung und Portalsynchronisation.
Und auch die Psychologie spielt mit: Die Angst vor zu tiefen Preisen und der Ärger über Leerstand verleiten dazu, Algorithmus-Empfehlungen von Hand zu übersteuern – und den Ertragsvorteil verpuffen zu lassen.
Full-Service-Modelle bieten zusätzliche Entlastung
Die automatische Preissteuerung beschreibt nur einen Teil der Arbeit von spezialisierten Anbietern. Diese können im kompletten Tagesgeschäft ihre Stärken ausspielen, das von der Vermarktung auf Tausenden Buchungsportalen über die Kommunikation mit den Gästen, Reinigung und Unterhalt bis zur Abrechnung der Kurtaxe reicht. Für Eigentümerinnen und Eigentümer fällt damit ein Grossteil jener sonst in die Selbstverwaltung fliessenden Jahresstunden weg. Die dafür zu entrichtenden Gebühren bleiben skalierbar, sodass aufseiten der Eigentümer in der Regel ein deutlicher Mehrertrag verbleibt.
Übrigens steht die Vermietung von Ferienwohnungen mit dieser Entwicklung nicht allein da: Auch verwandte Sektoren wie der wachsende Wohnmobilmarkt fussen für die Steuerung von saisonalen Effekten mittlerweile auf Automatisierung und Digitalisierung.
Man muss nicht alles selbst erledigen
Die tagesaktuelle Preisgestaltung hebt die bei starren Saisontarifen ungenutzten Erträge und füllt Buchungslücken in der schwachen Nebensaison. Der eigentliche Hebel liegt aber weniger im Werkzeug als in der konsequenten Anwendung: eine breite Datenbasis, tägliche Pflege und die Disziplin, den Empfehlungen zu folgen.
Wer das Dynamic Pricing in sachkundige Hände gibt, kann sich ohne eigenen Mehraufwand einen Ertragsvorteil sichern.