11.07.2018

Die Schweiz hat ein neues Unicorn

Geschichten über fantastisch bewertete Einhörner oder Unicorns – junge Unternehmen, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind – hört man meist nur aus dem Silicon Valley, allenfalls noch aus China. Aber die Geschichte von Sportradar wurde und wird in St.Gallen geschrieben.

Seit dieser Woche ist das Unternehmen 2,4 Milliarden Dollar wert, berichtet die «Handelszeitung». Damit hat das Land nach Mindmaze aus Genf eben ein neues Unicorn. Und einen neuen Milliardär – Carsten Koerl (Bild). Der Deutsche, der in Teufen wohnt, ist Gründer, Chef und Mehrheitseigner von Sportradar mit Sitz in St.Gallen.

Die Bewertung ist zustande gekommen, weil der bisherige Minderheitsaktionär EQT – eine Private-Equity-Gesellschaft aus dem Umfeld des schwedischen Milliardärsclans Wallenberg – seinen Anteil von 35 Prozent verkauft habe, weiss die «Handelszeitung». Übernommen haben die Anteile zwei Firmen: erstens das Canada Pension Plan Investment Board, ein Unternehmen, das Spargelder des kanadischen Rentensystems investiert und rund 360 Milliarden Dollar verwaltet. Und zweitens die Private-Equity-Firma TCV aus dem Silicon Valley.

Sportradar ist globaler Marktführer in der Auswertung und Überwachung von Sportveranstaltungen in 13 Sportarten. Es analysiert gegen 200'000 Spiele pro Jahr und generiert daraus jeden Tag rund fünf Milliarden Datensätze. Diese wiederum verkauft sie an Sportverbände wie die FIFA, den Deutschen Fussballbund, die amerikanische NBA (Basketball), die NFL (Football) oder die ITF (Tennis). Zu den Kunden zählen aber auch Medienhäuser und – immer wichtiger – Anbieter von Sportwetten. so die «Handelszeitung».

Ein LEADER-Porträt von Carsten Koerl lesen Sie hier ab Seite 16.