Wie aus geretteten Bananen Gourmetprodukte werden
23.07.2020

Wie aus geretteten Bananen Gourmetprodukte werden

Die Steinebrunner «Öpfelfarm» und der Basler Verein «Mehr als zwei» schenken geretteten Bananen ein zweites Leben: Bananenstängeli, Bananenbrot im Glas und eine Bananen-Tomatensauce sind nur der Anfang. Im ersten halben Jahr wurden so bereits 2,7 Tonnen Bananen vor dem Abfall bewahrt.

In der Schweiz landet jede dritte Banane im Abfall, das sind 30’000 Tonnen jedes Jahr. Weil die Südfrüchte Schönheitsfehler haben oder als einzelne Früchte nicht gekauft werden. Verrückt, dachten die Gründer des Vereins «Mehr als zwei» und wollen diese Bananen wieder in den Kreislauf bringen. Ihr Ziel? Lebensmittel retten und in Form von hochwertigen Produkten wieder in den Kreislauf bringen. Dafür arbeiten sie heute bereits mit mehreren bekannten Lebensmittelproduzenten zusammen, die Gourmetprodukte herstellen – von schokoladig-süss, über sämig-würzig bis gefroren und wandelbar. Gerettete Bananen sind so nicht länger Abfallware, sondern die Basis für hochwertige Leckereien.

Bananenstängeli mit Schokolade
Die ersten Gourmetorodukte aus geretteten Bananen sind bereits in den Läden: Die Öpfelfarm aus dem thurgauischen Steinebrunn konnte als Partner gewonnen werden. Der Familienbetrieb verarbeitet jährlich rund 270 Tonnen Äpfel zu ihren bekannten Öpfelringli. Seit Frühling 2020 trocknen Roland Kauderer und sein Team nun auch Bananenstängeli, die sie zuerst von Hand schneiden. Durch das schonende Trocknen statt Dörren bleiben viele Nährstoffe in den Bananen enthalten und der Geschmack wird besonders sorgfältig konserviert. Zudem braucht dieser Vorgang bis zu fünf Mal weniger Strom.

Ein Teil der Stängeli bleibt ,natur’, der Rest wird in der Bäckerei-Konditorei Mohn aus Sulgen mit heller oder dunkler Schokolade überzogen. Die Milchschokolade dafür stammt von Lindt, die dunkle Couvertüre von Felchlin. Die Stängeli passen zum Dessert, als Znüni oder Snack zwischendurch und eignen sich auch als (Firmen-) Geschenk.

Bananenbrot im Glas
In der Backstube der Zürcher Bäckerei Jung tüftelt man derzeit an einem haltbaren Bananenbrot im Glas zum Auslöffeln. Die Rezeptur steht, aktuell testen die Bäcker die Haltbarkeit des Desserts. Das Bananenbrot aus geretteten Bananen kommt voraussichtlich im Herbst in den Handel. Die Vorteile: Das Dessert gewinnt in der Bevölkerung seit einigen Monaten rasant an Beliebtheit, ist durch Social Media vielen bekannt, ist lange haltbar und man kann es dank dem Glas überallhin mitnehmen.

Bananen-Tomaten-Sauce
Sie passt zu Fleisch, Burgern, Grillgemüse, Chips oder aufs frische Brot: Würzige Bananen-Tomaten-Sauce. Das Sozialunternehmen Lernwerk, Spezialist für Arbeits- und Berufsintegration in Vogelsang AG, konnte als Partner gewonnen werden. Derzeit führen sie Produkttests für die Bananen-Sauce durch. Über das fertige Produkt informiert der Verein Mehr als zwei auf seiner Webseite.

Ein vielseitig anwendbares Produkt sind auch gefrorene Bananen aus dem Tiefkühlfach. Die Verdunova AG aus Sennwald SG ist spezialisiert auf tiefgefrorene Gemüse- und Früchteprodukte. Man kann die gefrorenen Bananen zum Backen, für Joghurts, Shakes, Smoothies oder Nicecream weiterverwenden. Ob alleine oder zusammen mit anderen Früchten: Die Banane ist die Lieblingsfrucht der Schweizer. Sie ist süss, sättigt und schmeckt gut.