Das Kloster wird wieder trendig
21.12.2018

Das Kloster wird wieder trendig

„tecum“ noch stärker als Kraftquelle etablieren und bewusst an die klösterliche Tradition anknüpfen: Das möchte Thomas Bachofner, Leiter des Zentrums für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau in der Kartause Ittingen. Entschleunigung und Inspiration seien in der heutigen schnelllebigen Zeit enorm wichtig. Deshalb steht das Jahr 2019 im Zeichen mehrerer Neuerungen.

Thomas Bachofner ist überzeugt, dass das „tecum“ als Ort der Kraft und der Stille in der heutigen schnelllebigen Zeit einen wichtigen Platz hat: Der Leiter des Zentrums für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau – „tecum“ – hat immer wieder mit ausgebrannten Berufsleuten zu tun. Betroffen seien häufig Führungskräfte, aber nicht nur. Die ständige Erreichbarkeit und Kurzfristigkeit als Folge der Neuen Medien hätten Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft. Ganz wichtig sei, nicht erst zu reagieren, wenn es zu spät ist, sondern das Innehalten und die Stille bewusster in den Alltag zu integrieren. Das „tecum“ in der Kartause Ittingen biete dafür einerseits aufgrund der einmaligen Kulisse, andererseits dank der erfahrenen und kompetenten Betreuer eine in dieser Art einzigartige Anlaufstelle in der Ostschweiz.

Wie einst die Mönche
Mit Angeboten wie den „Auszeiten im Kloster“ möchte das „tecum“-Team bestehend aus Pfarrer Thomas Bachofner, Jasmin Hanselmann, Fabienne Dudler und Cathrin Legler die klösterlichen Wurzeln und den Trend zur Meditation und Persönlichkeitsentwicklung noch stärker betonen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 werden die „Auszeiten“ sogar von einer auf zwei Wochen ausgedehnt. Die Teilnehmer leben während dieser Zeit in den ehemaligen Mönchszellen und werden von Fachpersonen begleitet. Die Ruhe nutzen, um Kraft zu sammeln, laute die Devise. Die neue Kursreihe „ReVision“, die im Februar startet, widmet sich einem ähnlichen Ziel: Anhand innovativer Methoden sollen Menschen ihre Lebensgeschichte besser verstehen lernen und dadurch eine Sicht für den weiteren Weg entwickeln. Bachofner erklärt: „Grundsätzlich eignet sich das Seminar für alle Interessierten. Besonders sinnvoll ist es natürlich für Menschen, die einen Umbruch erleben und sich neu orientieren möchten.“.

Vesperfeiern lanciert
2019 knüpft „tecum“ auch sonst viel bewusster an die klösterliche Tradition an: „Wir freuen uns auf Gottesdienste der etwas ‹unkonventionelleren› Art“, betont Bachofner mit Blick auf die neuen Vesperfeiern. Sie finden ab dem 6. Januar 2019 jeweils am ersten Sonntagabend im Monat statt und widmen sich einem bestimmten Thema – beispielsweise dem Fasten oder dem Jazz. Für die Besucherinnen und Besucher sei es eine Gelegenheit zum Verweilen, Luft holen und sich auf das Kommende vorzubereiten.

Exkurs: Von Zwingli bis Demenz
Das „tecum“ führt Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Das zeigen 2019 die geplanten Veranstaltungen zum 500-Jahr-Jubiläum der Zürcher Reformation. Huldrych Zwingli begann am 1. Januar 1519 von Zürich aus, die Kirche radikal zu erneuern. Anhand des neuen Films, eines Singprojekts und einer Pilgerreise werde man sich auf Zwinglis Spuren begeben, sagt „tecum“-Leiter Thomas Bachofner. Aktuelle Herausforderungen wie Demenz sind in der Kartause Ittingen ebenfalls ein Thema: Am 23. Februar 2019 findet dazu eine interdisziplinäre Fachtagung statt, zudem werden Grundkurse für Freiwillige angeboten, die Menschen mit Demenz besuchen und begleiten möchten. Ein ganz besonderer Höhepunkt folgt gegen Jahresende: Am 22. November werden der Buchautor und Pater Anselm Grün und Flötist Hans-Jürgen Hufeisen einen gemeinsamen Auftritt in der Kartause geben. Dem Vernehmen nach werde es gar die letzte Gelegenheit sein, die beiden in dieser Zusammensetzung zu erleben, sagt Bachofner.

Für weitere Informationen: Thomas Bachofner, Leiter „tecum“, Tel. 052 748 41 41, thomas.bachofner@evang-tg.ch

Auf dem Bild von links: Cathrin Legler, Thomas Bachofner und Jasmin Hanselmann.