12.04.2018

Charly Pichler tritt ab

28 Jahre lang hat Charly Pichler als Verlagsredaktor für den Wiler Zehnder-Verlag mit seinen rund 25 Zeitungstiteln geschrieben. Für seine Kolumne «Post von Pic» und weitere Beiträge wurde der Vollblutjournalist mit der spitzen Feder entweder geliebt oder gehasst, doch kalt liess Pichler kaum jemanden. Jetzt geht «Pic» in Pension.

Wenn einer für gute Aufsätze in der Schule gerühmt wird, heisst das noch lange nicht, dass er eines Tages Journalist wird. Zumal Charly Pichler (*1949) eigentlich trotz Bestnoten Schäfer werden wollte. Einen Zusammenhang mit seiner heutigen Tätigkeit und dem ehemaligen Berufswunsch gibt es schon: Bei einem engagierten Journalisten wie Pic gehört professionelles «Meckern» zum Berufsbild.

Und meckern kann der Kolumnist des Zehnder-Verlags (der seit Neustem Swiss Regiomedia AG heisst): Pichler verteilt nach allen Seiten, bevorzugt aber nach der linken – witzig, pointiert, bitterböse und oft bissig wie ein Appenzeller Bläss. Seit einem Vierteljahrhundert hat der Schreiber eine treue Fangemeinde. An aufmunternde Zuschriften ist Pichler sich gewöhnt. An Schelte ebenso.

Zum Glück hat Charly Pichler alle Anfeindungen inklusive Anzeigen und Morddrohungen gut überstanden. Vielleicht gerade darum, weil er neben Feinden auch Sympathisanten hat, die sich Woche für Woche auf die Storys, Kolumnen und Interviews von Pichler freuten, die sich wohltuend vom rot-grünen Mainstream-Eintopf anderer Blätter abhoben.

Doch jetzt ist es leider so weit: Am 11. April legte Pic seinen Stift zur Seite. Mit ihm geht einer der letzten rechten Ostschweizer Journalisten. Schade.