Bloggerin lässt Follower an Hochzeitsvorbereitungen teilhaben
30.05.2019

Bloggerin lässt Follower an Hochzeitsvorbereitungen teilhaben

Ramona Bonbizin, die wohl bekannteste Bloggerin der Ostschweiz, heiratet – und lässt als erste Schweizer Bloggerin überhaupt ihre Follower an allen ihren Hochzeitvorbereitungen teilhaben.

Bonbizin, die mit dem Bloggen bereits 2007 als Hobby begonnen und daraus ein eigenständiges Business geformt hatte, bekam im Herbst 2017 ihren Heiratsantrag von Freund Chris Kradolfer im Disneyland Paris. Damals war ihr bereits klar, ihre Leser mit auf die Reise der Hochzeitsvorbereitungen mitzunehmen. So findet man auf www.fashionpaper.ch Artikel von Ramona rund um ihre Hochzeitsplanung, mit den gemachten Erfahrungen, den Downs und Ups und Tipps für zukünftige Hochzeitspaare. Sie bietet den Lesern aber nicht nur einen Einblick in Schrift und Bild, so kann man beispielsweise in einem Video mit ihr durch eine ganze Ringmanufaktur folgen und weiss am Schluss, wie die Eheringe in der Schweiz hergestellt werden.

„Wenn man von erfahrenen Brautpaaren in Foren liest, dass Hochzeitsvorbereitungen sehr anstrengend und nervenaufreibend sein können, kann ich das heute völlig nachvollziehen“, stellt Bonbizin rückblickend fest, obwohl sie sich noch mittendrin im Hochzeitsfieber befindet. Das Problem liegt meist nicht an der Zeit, sondern dass man bei einer Hochzeitsfeier mit sehr vielen Anbietern zu tun hat und sich diese Zahl schnell vervielfacht, wenn man Angebote untereinander vergleichen möchte und nicht jeder Anbieter nach den gewünschten Vorstellungen und Schnelligkeit offeriert.

Ideen und schlaflose Nächte
Die Bloggerin ist aber auch Feststellung gekommen, Ideen sind im Kopf schnell geboren, nur die Umsetzung kann durch verschiedene Faktoren erschwert werden. Vor allem das Thema Hochzeitslocation gab manchmal schlaflose Nächte. Mit der Tatsache, dass in der Hochzeitsbranche nach wie vor Transparenz fehlt und nach dem Grundsatz gearbeitet wird, die Kuh „Hochzeit“ wird gemolken, bis es nicht mehr geht, hatte Bonbizin sehr viel Mühe. Sie hat sich vorgenommen, nur mit Dienstleistern und Herstellern zusammen zu arbeiten, welche auch transparent Aufwände und Kosten kommunizieren können.

Da gab es beispielsweise ein Restaurant, welches bei Hochzeiten einen viel höheren Mindestumsatz fordert, als wenn man die maximale Anzahl verfügbare Gästeplätze mit der teuersten Menüauswahl multipliziert, gegenüberstellt. Oder Hochzeitslocations welche mit Bilder werben, was nicht der Tatsache entspricht.

Brautkleid aus St.Galler Stickerei
„Ich bin nicht geizig, aber als selbstständige Unternehmerin und meine Unternehmen von null aufgebaut, habe ich wahrscheinlich einen anderen Bezug zu Geld und bin kritischer wie viele andere Bräute“, erzählt Bonbizin. So war ihr automatisch Qualität zum Beispiel bei den Hochzeitskleidern, bei den Ringen und beim Dinner ein wichtiger Bestandteil. Sie hätte sich nicht vorstellen können, in einem Discounter ihr Kleid kaufen zu gehen. Die unkomplizierteste und professionellste Lösung bot ihr beim Hochzeitskleid die Manufaktur in St.Gallen. Für die standesamtliche Hochzeit wurde aus St. Galler Stickereien eine Traumkreation gezaubert. Bonbizin kann sich so kleidertechnisch in die Reihen von Pippa Middleton und Amal Clooney fügen, welche auch Brautkleider aus feinster St. Galler Stickerei trugen.

Da sie bereits beim Hochzeitskleid kein kleines Event veranstaltete, um in möglichst viele Brautkleider zu schlüpfen, so einfach war auch die Dinnerauswahl für das erste Hochzeitsdinner im Kreise der Familie. Ich setzte ohne ein Probeessen und Weinprobe auf das Restaurant Zur Fernsicht in Heiden AR. Die komplette Menüauswahl passierte am runden Tisch mit dem Starkoch Tobias Funke, Sommelier Frankie Varga und Chefpâtissier Kay Baumgardt.

Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt (Albert Schweitzer)
Unter dem Motto, wenn man Glück teilt, dann verdoppelt es sich, stand die zivile Trauung in Berneck SG. Aufgeteilt hat Ramona Bonbizin auch ihre gesamte Hochzeit in 3 Akte. Der erste Akt war die zivile Hochzeit im traditionellen Rathaussaal von Berneck mit dem Fest im Kreise der Familie. Der zweite Akt widmet sie dem Glauben: „Ich bin nicht aus der Landeskirche ausgetreten, aber ich nehme nur die weisen und gescheiten Sachen als freier Geist aus der katholischen Kirche. So habe ich mich für eine besondere Zeremonie entschlossen“, sagt Bonbizin. Der 3. Akt widmet sie einem Wedding-Editorial anlässlich der Märchenhochzeit. Für ihre gesamte Hochzeit hat sie sich bereits früh vorgenommen, sich keinen fixen Vorstellungen zu beugen, nicht tun, was andere womöglich erwarten und nur ihres und das Herz ihres Partners sprechen zu lassen.

Mit ihren Followern teilt sie ihre Erfahrungen in regelmässigen Posts auf www.fashionpaper.ch und Social Media. „Der Response ist überwiegend positiv. Einzelne Männer senden mir traurige Smileys zu, aber das kann ich mit einem Augenzwinkern verschmerzen“, berichtet Bonbizin. „Es gab auch Menschen, die bei mir nachfragten, ob ich tatsächlich heirate oder ob es nur eine Werbekampagne sei. Oder andere äusserten sich direkt, wir seien nicht wie normale Brautpaare“, ergänzt Bonbizin.

Das Thema, wie schwierig es mit einzelnen Dienstleister tatsächlich sein kann, wird sie sich für den Schluss aufheben.