Aus Holland kommen in Zukunft nicht mehr nur Tulpen und Gouda
12.06.2019

Aus Holland kommen in Zukunft nicht mehr nur Tulpen und Gouda

Heuschrecken-Salat und Wurm-Burger? Noch nichts für den täglichen Mittagstisch – aber beim Tierfutter werden Insekten wichtiger und lukrativer. In den Niederlanden steht nun eine der grössten Farmen. Gebaut wurde sie mithilfe der Uzwiler Bühler-Gruppe.

Die Niederlande erwarten einen Boom bei der Produktion von Insekten als Tierfutter. Dies sei ein Beitrag zu einer nachhaltigen Produktion von Fisch, Fleisch und Eiern, sagte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten am Dienstag in Bergen op Zoom.

In der Stadt im Süden des Landes eröffnete König Willem-Alexander (2. v. r.) eine der modernsten Insektenfarmen Europas. In der Fabrik des Unternehmens Protix werden Insekten nach neuesten Verfahren als Eiweiss-Lieferanten für Tierfutter gezüchtet und verarbeitet.

Nach Angaben des Unternehmens ist es weltweit die erste Fabrik, in der in grossem Stil Insekten – vor allem Larven der Soldatenfliege – gezüchtet und zugleich zu Tierfutter verarbeitet werden. In der Fabrik könnten Proteine produziert werden, um rund fünf Millionen Lachse ein Jahr lang zu ernähren.

Mit an Bord ist bei dieser Fabrik auch Bühler aus Uzwil. Denn gebaut wurde die Farm im Rahmen des gemeinsamen Joint Ventures von Protix mit Bühler Insect Technology Solutions (BITS). Gegründet wurde das Gemeinschaftsunternehmen im Januar 2017. Das Ostschweizer Unternehmen trug dabei die Technologie, die Anlagen und das Prozess-Know-how für die Aufzucht und Verarbeitung der Insekten sowie deren Aufbereitung zu Futtermitteln bei. Die neue Insektenfarm produziert nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Pflanzliche Nahrungsmittelreste werden dabei als Futter für die Insekten wieder verwertet. Diese wiederum bilden dann einen eiweissreichen Grundstoff für Tierfutter.