Arbonia wächst 2018
22.01.2019

Arbonia wächst 2018

Die Arbonia verzeichnete im Jahr 2018 einen Nettoumsatz von CHF 1374.0 Mio., was einem Wachstum von 10.3% gegenüber Vorjahr entspricht (CHF 1245.6 Mio.). Akquisitionsbereinigt betrug das Wachstum 5.2%, währungs- und akquisitionsbereinigt 2.5%.

Diese Umsatzentwicklung verlief nach Divisionen differenziert. Insbesondere die Division Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) entwickelte sich sehr erfreulich mit einem akquisitionsbereinigten Umsatzplus von 8.2%, währungs- und akquisitionsbereinigt von 5.0%. Belastend wirkten hingegen bei der Division Sanitär Abschmelzverluste in Folge zu hoher Handelskonzentration der Marken Kermi und Koralle in Deutschland und erschwerte Marktbedingungen in Frankreich. Hemmend wirkte in allen Divisionen und Regionen, sowohl im Installationshandwerk als auch im produzierenden Segment, der vorherrschende Fachkräftemangel. Im ersten Halbjahr 2018 profitierte die Division HLK von Vorzieheffekten in Russland aufgrund neuer Vorschriften bezüglich Blechstärke.

Im Berichtsjahr nahm die Arbonia aktiv am Konsolidierungsprozess der europäischen Wettbewerbslandschaft im Bereich Design- und Flachheizkörper teil und akquirierte für HLK die belgische Vasco Group. Mit dieser Übernahme erweitert sie ihren geografischen Footprint und stärkt das Sortiment der Division auch in den Bereichen Wohnraumlüftung und Bodenheizung

Allgemeines Marktumfeld der Arbonia
Im Hauptmarkt Deutschland entwickelte sich die Baukonjunktur stabil, doch bremst der Mangel an Fachkräften und Baugrundstücken schon seit einiger Zeit den Boom im Neubau. Die Knappheit an fehlenden Bauhandwerkern führte dazu, dass das Neubaugeschäft bevorzugt wurde, was das margenstärkere Renovationsgeschäft im Berichtsjahr noch hemmte. Zusätzlich wirkten sich 2018 aber auch die generell gedämpften Konjunkturerwartungen aus. Tiefere Auftragseingänge in der Industrie führten zu einem Rückgang bei gewerblichen Gebäudeinvestitionen.

Im Heimmarkt Schweiz blieb das Volumen stabil, doch hat die von der Tiefzinspolitik getriebene, starke Bautätigkeit der letzten Jahre zu Ungleichgewichten auf dem Immobilienmarkt geführt. Steigende Leerwohnungsbestände bei Renditeobjekten schaffen einen zunehmenden Wettbewerb mit Preisdruck auf die Mieten. Diese Entwicklung macht nicht zuletzt auch energetische Sanierungen weniger attraktiv, da diese die Wohnungen verteuern. Insgesamt wächst in der Schweiz das Risiko, dass der Wohnungs-Neubau eine noch stärkere Korrektur erfährt als seit Längerem prognostiziert. Demgegenüber verzeichneten die Bürogebäude ein erfreuliches Wachstum.

In Osteuropa verzeichnete der für Arbonia bedeutendste Markt Polen ein weiterhin ansprechendes Wachstum. Herausforderungen stellten sich aber mit dem Fachkräftemangel, der sich hier ebenfalls verschärft sowie der unbefriedigenden Arbeitsproduktivität, die deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt. In der Slowakei und in Tschechien, wo Arbonia ebenfalls Produktionsstätten betreibt, zeichnete sich bereits ab, dass Fachkräftemangel und steigende Lohnkosten die volkswirtschaftliche Entwicklung hemmen.

Umsatzentwicklung in den Divisionen
Die Division HLK erzielte im Berichtsjahr einen Gesamtumsatz von CHF 505.5 Mio. (Vorjahr CHF 408.3 Mio.). Im Wachstum von 23.8% sind die Akquisitionen der Vasco Group und Tecna zeitanteilig berücksichtigt. Akquisitionsbereinigt betrug das Wachstum 8.2%, währungs- und akquisitionsbereinigt 5.0%. In Deutschland bremste zusätzlich zu den bereits dargelegten Faktoren auch der Mangel an verfügbaren Baugrundstücken die an sich gute Wohnungsbaukonjunktur. Dennoch gelang es der Division, in dem für sie wichtigsten Markt weiter zu wachsen. Begünstigt durch einen starken Mietwohnungsbau sowie ein niedriges Zinsniveau erzielte die Division auch im Heimatmarkt Schweiz ein Umsatzplus.

Die Integration der Vasco Group verläuft weiterhin planmässig. Zur Zentralisierung von Know-how in Kompetenzzentren konsolidiert die Division HLK ihr Fertigungsvolumen für Flachheizkörper und verlagert ihre Produktion von Belgien in ihre hochautomatisierten Standorte in Deutschland und den Niederlanden. Der Bau des neuen Werks in Russland wurde in 2018 abgeschlossen, sodass der Betrieb planmässig im zweiten Quartal 2019 aufgenommen werden dürfte.

Die Division Sanitär zeigte sich im Berichtsjahr mit einem Umsatz von CHF 144.8 Mio. um 1.3% unter dem Vorjahresniveau (CHF 146.7 Mio.). Die wechselkursbereinigte Umsatzentwicklung betrug –4.1%. Insbesondere in den Märkten Deutschland und Frankreich machten sich die sehr herausfordernden Märkte erschwerend bemerkbar, wohingegen sich die Schweiz sehr erfreulich entwickelte.

Der Division Fenster gelang es im Berichtsjahr, den Umsatz von CHF 351.0 Mio. um 4.4% auf CHF 366.3 Mio. zu steigern. Währungsbereinigt resultierte ein Umsatzwachstum von 2.7%. Das Hauptaugenmerk der Division lag im Berichtsjahr nach wie vor auf dem Hochfahren des Produktionsoutputs im Holz-Kompetenzzentrum in Langenwetzendorf (D) auf ein Vielfaches der Vorjahresmenge. Im zweiten Halbjahr wurde schliesslich die erwartete Produktivität erreicht, wodurch das Phase-out in Altstätten (CH) eingeleitet werden konnte.

Die Division Türen erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz von CHF 357.5 Mio. (Vorjahr CHF 340.0 Mio.), was einem Wachstum von 5.1% entspricht. Währungsbereinigt erzielte die Division ein Umsatzwachstum von 2.1%. Die Division profitierte in 2018 weiterhin insbesondere von sich positiv entwickelnden deutschen und polnischen Märkten, wo die Marktanteile trotz hoher Kapazitätsauslastung weiter ausgebaut werden konnten.

Die Arbonia publiziert am 26. Februar 2019 ihren Geschäftsbericht 2018 und führt diesbezüglich eine Bilanzmedienorientierung und Analystenkonferenz in Zürich durch.