St.Gallen

Altenrheins Jubiläumswoche ist eröffnet

Altenrheins Jubiläumswoche ist eröffnet
Andrea Caroni mit einem Bild seines Grossvaters Claudio Caroni
Lesezeit: 4 Minuten

Im FFA-Museum ist am 24. August der offizielle Startschuss zum Jubiläum «100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein» gefallen. Vertreter aus Politik, Gemeinde, Aviatik und Organisation würdigten die historische und wirtschaftliche Bedeutung des Standorts. Für eine besondere Überraschung sorgte Sängerin Paola Felix, die mit dem Flugplatz auch musikalisch verbunden ist.

Text: stz.

Noch bevor vom 28. bis 30. August Flugzeuge aus verschiedenen Epochen den Himmel über Altenrhein prägen, rückte am Montagmorgen zunächst die Geschichte des Flugplatzes ins Zentrum. Im FFA-Museum eröffneten die Verantwortlichen die Festwoche zum 100-jährigen Bestehen des traditionsreichen Aviatikstandorts.

OK-Präsident Roland Müller und Raphael Widmer-Kaufmann, Präsident des Vereins «100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein», informierten über die Entstehung des Jubiläumsfestes und die letzten Vorbereitungen. Ihr Ziel sei es, nicht bloss ein spektakuläres Flugprogramm zu bieten, sondern die Bedeutung Altenrheins für die Schweizer Luftfahrt authentisch erlebbar zu machen.

Unter dem Motto «Faszination Fliegen zum Anfassen» verbindet das Jubiläum historische Flugzeuge mit moderner Aviatik, einer grossen Ausstellung und persönlichen Geschichten aus einem Jahrhundert Flugplatzgeschichte.

Paola Felix
Paola Felix

Paola Felix erinnert sich an Altenrhein

Für den emotionalsten Moment der Medienkonferenz sorgte Überraschungsgast Paola Felix. Die Sängerin erinnerte sich an ihre schönen Zeiten auf dem Flugplatz Altenrhein und an ihre besondere Beziehung zu diesem Ort.

Diese Verbundenheit fand bereits 1982 musikalischen Ausdruck: Mit «Hey, Miss Airport» widmete Paola dem Flugplatz einen eigenen Song. Mehr als vier Jahrzehnte später kehrte sie nun anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums nach Altenrhein zurück.

Georges Bridel
Georges Bridel

Caroni würdigt das Erbe seines Grossvaters

Unter seiner Leitung entwickelte sich Altenrhein zu einem bedeutenden Zentrum des Schweizer Flugzeug- und Fahrzeugbaus. Zu den bekanntesten Entwicklungen zählt der Schweizer Kampfjet FFA P-16. Andrea Caroni beleuchtete das unternehmerische Engagement seines Grossvaters aus einer persönlichen Perspektive und erinnerte damit an eine Epoche, die den Standort bis heute prägt.

Auch Simon Diezi, Gemeindepräsident von Thal, würdigte die enge Verbindung zwischen dem Flugplatz und seiner Standortgemeinde. Altenrhein sei seit Generationen nicht nur ein Ort der Luftfahrt, sondern auch ein wichtiger Wirtschafts-, Arbeits- und Identifikationsfaktor für die Region.

Ingenieur und Flugzeughistoriker Georges Bridel ordnete die technische und historische Entwicklung des Flugplatzes ein. Er machte deutlich, welche Innovationskraft von Altenrhein ausging und welche Bedeutung der Standort für die Schweizer Aviatikgeschichte besitzt.

 
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Hansjörg Bürgi
Hansjörg Bürgi

Jubiläumsbuch erzählt 100 Jahre Luftfahrtgeschichte

Einen weiteren Schwerpunkt der Medienkonferenz bildete die Präsentation des druckfrischen Jubiläumsbuchs «100 Jahre Flugplatz St.Gallen-Altenrhein». Herausgeber Hansjörg Bürgi, Aviatikjournalist und Verlagsleiter von Aero Publications, stellte das reich bebilderte Werk erstmals der Öffentlichkeit vor.

Auf 180 Seiten lässt das Buch die Entwicklung des Flugplatzes lebendig werden. Es porträtiert prägende Persönlichkeiten und zeichnet wichtige Meilensteine nach, von Claude Dornier und dem legendären Flugboot Do X über die FFA P-16 und die AS-202 Bravo bis zu den ersten Linienflügen und dem heutigen Standort für Flugausbildung, Business Aviation und Luftfahrtindustrie.

Parallel dazu öffnete im FFA-Museum die historische und statische Sonderausstellung. Sie zeigt Flugzeuge und Exponate, die eng mit Altenrhein verbunden sind. Viele der historischen Maschinen werden nicht nur erhalten und restauriert, sondern regelmässig geflogen. Damit hebt bei jedem Start ein Stück Schweizer Luftfahrtgeschichte ab. Die Ausstellung ist seit Montagnachmittag für das Publikum zugänglich.

Das Buch kann hier bestellt werden.

Simon Diezi
Simon Diezi

Vom Zeppelin bis zur Patrouille Suisse

Der grosse Publikumsanlass beginnt am Freitag, 28. August, und dauert bis Sonntag, 30. August 2026. Das Programm bietet einen Querschnitt durch 100 Jahre Luftfahrt. Historische Maschinen treffen auf moderne Helikopter, Kunstflugformationen, Fallschirmspringer, Segelflieger, Ballone und Modellflugzeuge.

Zu den Höhepunkten zählt der Auftritt der Patrouille Suisse am Samstagnachmittag. Die Schweizer Kunstflugstaffel mit ihren sechs F-5 Tiger ist in Altenrhein in ihrer vertrauten Formation zu erleben. Ebenfalls angekündigt sind der Super Puma der Schweizer Luftwaffe, die Flying Bulls, das PC-7 SUBITO Team und die Classic Formation mit ihrer DC-3 und drei Beechcraft Model 18.

Einen besonders engen Bezug zu Altenrhein besitzen die Junkers F 13, die FFA AS-202 Bravo, die Pilatus P-2, die Piper J3, die Dornier Do 27 und die Lockheed Electra Junior. Auch der Zeppelin aus Friedrichshafen macht dem Flugplatz seine Aufwartung. Das Unternehmen Dornier aus der Bodenseeregion stand einst an der Wiege des Altenrheiner Flugplatzes.

Das detaillierte Programm ist auf der Jubiläumswebsite verfügbar.

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Roland Müller, Simon Diezi, Flughafen-CEO Thomas Krutzler, Raphael Widmer-Kaufmann, Andrea Caroni und Hansjörg Bürgi
Roland Müller, Simon Diezi, Flughafen-CEO Thomas Krutzler, Raphael Widmer-Kaufmann, Andrea Caroni und Hansjörg Bürgi

Über 300 Helfer stehen im Einsatz

Mehr als 300 Helfer sorgen während des Jubiläums für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Über 20 Verpflegungsstände und mehr als 20 Organisationen, Unternehmen, Vereine und Behörden ergänzen das Flugprogramm. Mit dabei sind unter anderem die Rega, Skyguide, der Aero-Club, die Fliegerschule St.Gallen-Altenrhein, die Horizon Swiss Flight Academy, die Schweizer Armee und das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit.

Die Veranstaltung wird bargeldlos durchgeführt. Eintrittskarten und Parkplätze müssen über den Onlineshop bezogen werden, Tageskassen gibt es keine. Da die Zahl der Parkplätze beschränkt ist, empfehlen die Veranstalter die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vom Bahnhof Rorschach verkehren kostenlose Shuttlebusse direkt zum Festgelände.

Das Flugprogramm soll zudem CO₂-neutral durchgeführt werden. Dafür setzen die Organisatoren auf nachhaltigen Flugtreibstoff und eine Kompensation mit Schweizer Biokohle.

Weitere Informationen und Tickets: www.100jahreflugplatz.ch

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