Generation Z

«Nicht über, sondern mit den Jungen reden»

«Nicht über, sondern mit den Jungen reden»
Lesezeit: 3 Minuten

Jo Dietrich und Yaël Meier haben 2020 ein Unternehmen gegründet, das heute 20 Mitarbeiter beschäftigt – der jüngste ist 16 Jahre alt. Mit Zeam helfen sie Firmen, die Generation Z zu verstehen. Dietrich ist Referent am WTT Young Leader Award 2022 und blickt für uns in die digitale Zukunft.

 «Was die Generation Z heute cool findet, prägt die Realität von morgen», sagt Jo Dietrich. Wer wissen will, wie diese Realität dereinst aussehen wird, muss die heute 10- bis 25-Jährigen verstehen. Dieses Verständnis fehle allerdings oft: Junge Menschen werden von Erwachsenen nicht ernstgenommen.

Das wollen Dietrich und Meier ändern. Mit Zeam helfen sie nicht nur Unternehmen, die Generation Z zu verstehen: Sie wollen ihre Sichtweise einbringen. Anders als andere Agenturen kennen sie die Zielgruppe nicht nur, sondern sind sie selbst.

«Yaël hatte die richtige Idee zur Unternehmensgründung», sagt Dietrich. «Nämlich wie wir jungen Menschen eine Stimme in der Wirtschaft geben können.» Anlaufschwierigkeiten hatte Zeam keine: «Wir haben unsere Vision kommuniziert und sind direkt auf eine grosse Nachfrage gestossen.» Bis heute musste Zeam keinen Franken in Marketing investieren, auch dank Social Media – dabei «war Jungsein sicher mehr Chance als Hindernis».

 

Einer der vielversprechendsten «30 unter 30»

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hält Jo Dietrich für einen der vielversprechendsten «30 unter 30» der Schweiz. Das freut den Ostschweizer Digitalcrack: «Wir wollen ja junge Stimmen in die Wirtschaft bringen, und da war diese Auszeichnung schon neun Monate nach der Gründung ein grossartiges Feedback. Unsere Vision hat wohl viele begeistert.»

Die Zeam-Botschaft lautet: «Redet nicht über die Jungen, sondern mit uns.» Wo besteht denn kommunikativer Nachholbedarf? «Überall. Jugendliche sind für fast alle Unternehmen eine wichtige Zielgruppe – sei es als Kunden oder Talente der Zukunft.» Wenn man sich aber die Teams anschaut, die sich mit ihnen beschäftigen, ist da niemand unter 30. Auf strategischer Ebene sei die Distanz noch grösser, bemängelt Dietrich.

Die Generationen Y und Z sind dafür bekannt, dass sie lieber texten statt telefonieren. Will diese Generation überhaupt noch reden, fragt man sich da. Dietrich winkt ab: «Wichtig ist, dass junge Menschen einbezogen werden. Über welche Kanäle, ist egal.»

 

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Junge da abholen, wo sie sind

Dietrichs Referat am diesjährigen WTT Young Leader Award (26. September, Tonhalle St.Gallen) mit dem Leitthema «Generation Z» trägt den Titel: «Generation Z: Wie tickt sie? Wie gewinnt man sie?». Dietrich gibt einen Vorgeschmack: «Eine Generation entsteht im Kontext, in dem sie aufwächst. Für die heutige Jugend sind das sicher das Smartphone
und die Sozialen Medien. Für uns ist digital nicht weniger real.» Traditionelle Unternehmen hingegen sprächen häufig an
der Generation Z vorbei – als potenzielle Kunden oder Mitarbeiter. Für junge Menschen muss der Inhalt anders verpackt werden. Aber es sollte auch der richtige Kanal sein. «Unternehmen müssen die jungen Menschen da abholen,
wo sie sind.»

Welche Bedeutung hat ein Anlass wie der WTT Young Leader Award für einen Unternehmer aus der Generation Z? Sind Auszeichnungen bei ihr genauso beliebt wie bei älteren Generationen? «Aber klar», sagt Jo Dietrich. «Wir sind mit Likes aufgewachsen, haben uns von klein auf mit der ganzen Welt verglichen und verlangen nach Anerkennung. Da ist eine solche Auszeichnung natürlich optimal!»

Text: Stephan Ziegler

Bild: Marlies Thurnheer

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