LEADER-Hauptausgabe

Spielraum für Unternehmen und Innovation schaffen

Spielraum für Unternehmen und Innovation schaffen
Walter Schönholzer, Roland Dähler und Dölf Biasotto
Lesezeit: 3 Minuten

Die Wirtschaftsminister der Ostschweizer Kantone setzen sich für eine liberale Marktordnung ein und wollen die Innovation fördern.

Der Staat kann unternehmerische Entscheide nicht abnehmen, aber für ein wirtschaftsfreundliches Klima sorgen, um Nachteile für die Schweizer Wirtschaft auf den Weltmärkten auszugleichen.

«Bilaterale III weiterführen»

Der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer (FDP), Chef des Departements für Inneres und Volkswirtschaft, hält fest: «Bund und Kantone sind in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft attraktiv auszugestalten. Der Bund ist angehalten, sich weiterhin für eine liberale weltweite Handelspolitik einzusetzen. Er muss prioritär die stabilen und bewährten Verhältnisse mit der Europäischen Union, unserem wichtigsten Absatzmarkt, bewahren. Die Weiterführung und Vertiefung der Bilateralen III ist deshalb von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig ist die aktive Verfolgung und der Abschluss von Freihandelsabkommen mit weiteren Staaten und Regionen zentral. Ein kleines Land ist auf möglichst freien Zugang zum Weltmarkt besonders stark angewiesen. Dazu ist aber auch die Unterstützung der Stimmbevölkerung an der Urne notwendig.» Schönholzer sagt auch, was vor Ort im Thurgau gemacht werden muss: «Aus kantonaler Sicht gilt es, attraktive Infrastrukturen bereitzustellen, eine aktive Innovationsförderung zu betreiben und administrative Hürden für Unternehmen abzubauen. Hier gibt es gerade in der Digitalisierung von Behördendienstleistungen noch einiges Potenzial.»

Als Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden steht Dölf Biasotto (FDP) dem Departement Bau und Volkswirtschaft vor. Auch er sagt: «Unsere Volkswirtschaft muss den Regeln der freien Marktwirtschaft folgen. Zu den Aufgaben des Bundes gehören Freihandelsabkommen mit neuen Märkten, zum Beispiel Indien, Chile usw. Der administrative Aufwand muss für die Unternehmen vereinfacht werden, beispielsweise bei der Mehrwertsteuer. Durch den regelmässigen Austausch mit Unternehmen und Verbänden kennt Appenzell Ausserrhoden die Anliegen der Firmen. Bund und Kantone haben für effiziente Verfahren und ein stabiles Rechtssystem zu sorgen.»

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«Steuerliche Rahmenbedingungen optimieren»

Der regierende Landammann von Appenzell Innerrhoden, Roland Dähler (parteilos), sagt als Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements: «Bund und Kantone sollen primär für gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sorgen und ihr keine Hürden in den Weg stellen. In Appenzell Innerrhoden heisst das: Wohnraum, Bauland, Verkehrsverbindungen und breitbandiges Internet bereitstellen.» Für die Wirtschaftsstrategie Innerrhodens bedeutet das: «Wir werden unsere Arbeiten weiterführen, Arbeitszonen entwickeln, die Breitband-Erschliessung weiter vorantreiben und auch die steuerlichen Rahmenbedingungen optimieren. Bei der Innovationsförderung wollen wir in Absprache mit unseren Arbeitgeberverbänden und in Zusammenarbeit mit den vorhandenen kantonalen, regionalen und nationalen Fördermöglichkeiten einen Schritt weiter gehen. Für Härtefälle stehen die bewährten Mittel wie zum Beispiel die Kurzarbeitsentschädigung zur Verfügung.»

Die Kantone können der Wirtschaft gute Rahmenbedingungen bereitstellen, die Unternehmen müssen letztlich aber selbst am Markt agieren. Der Ausserrhoder Wirtschaftsminister Dölf Biasotto sagt dazu: «Die exportorientierten Unternehmen müssen flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Zum Beispiel durch die Erschliessung neuer Märkte, Anpassung der Preispolitik oder Optimierung von Lieferketten. Investitionen sind weiterhin nötig: Sei es, um günstiger zu produzieren oder neue Dienstleistungen und Produkte anzubieten. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist auch die kontinuierliche Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter notwendig. Die Förderung von Fachwissen und digitalen Kompetenzen sichert die Innovationskraft unserer Unternehmen.»

«Neue Märkte erschliessen»

Sein Innerrhoder Amtskollege Roland Dähler erklärt: «Unternehmer sind sich mittlerweile gewohnt, sich schnell auf Krisensituationen einzustellen. In dieser Situation gilt es vor allem, Ruhe zu bewahren und sich auf die Stärken des eigenen Unternehmens zu konzentrieren. Selbstverständlich gehören dazu ebenfalls die Daueraufgabe der Effizienzsteigerung und das Kostenbewusstsein.» Ähnlich sieht es der Thurgauer Regierungsrat Walter Schönholzer: «Die exportorientierten Unternehmen müssen flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Zum Beispiel durch die Erschliessung neuer Märkte, Anpassung der Preispolitik oder Optimierung von Lieferketten. Investitionen sind weiterhin nötig: Sei es, um günstiger zu produzieren oder neue Dienstleistungen und Produkte anzubieten. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist auch die kontinuierliche Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter notwendig. Die Förderung von Fachwissen und digitalen Kompetenzen sichert die Innovationskraft unserer Unternehmen.»

Text: Philipp Landmark

Bild: zVg

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