Thurgauer Förderprojekte werden greifbar
Text: pd/stz.
Der Förderverein «Projekte für den Thurgau» hat am 12. Juni im Schloss Hagenwil über den Stand der 20 Förderprojekte informiert. Im Zentrum der Medienkonferenz standen konkrete Fortschritte, die nächsten Schritte ausgewählter Projekte und der verantwortungsvolle Umgang mit den gesprochenen Fördermitteln.
Die Grundlage für das Programm legten die Thurgauer Stimmberechtigten am 18. Juni 2023. Damals stimmten sie dem Kreditbegehren über 127,2 Millionen Franken zur Verwendung des Agios aus der Ausgabe von Partizipationsscheinen der Thurgauer Kantonalbank zu. Drei Jahre später fällt die Zwischenbilanz differenziert, aber insgesamt positiv aus: Verschiedene Projekte sind angelaufen, andere haben wichtige Teilziele erreicht. Gleichzeitig zeigt sich, dass zukunftsweisende Vorhaben sorgfältige Vorbereitung, gesicherte Finanzierung und tragfähige Entscheidungsgrundlagen brauchen.
Regierungspräsident Urs Martin, Chef des Departementes für Finanzen und Soziales und Präsident des Fördervereins «Projekte für den Thurgau», machte deutlich, dass die Fördermittel nicht pauschal ausbezahlt werden. «Die Projekte für den Thurgau sollen Wirkung für die Bevölkerung entfalten. Um dies zu erreichen, werden die Fördermittel nicht pauschal ausbezahlt. Entscheidend ist, dass die Voraussetzungen erfüllt sind und die Umsetzung gesichert ist.»
Die Geschäftsstelle des Fördervereins informierte über den Stand der Leistungs- und Fördervereinbarungen, die bisherigen Auszahlungen und die laufende Begleitung der Projekte. Bis heute konnten für 11 der 20 Projekte Fördervereinbarungen abgeschlossen und Fördermittel in der Höhe von rund 66 Millionen Franken zugesichert werden. Ausbezahlt wurden bislang rund 7,3 Millionen Franken.
Ein Schwerpunkt der Medienkonferenz lag auf dem Projekt SoliThur
Es will Menschen, Organisationen und Gemeinden im Kanton Thurgau stärker miteinander verbinden und freiwilliges Engagement sichtbarer machen. Projektleiterin Conny David, Geschäftsleiterin von benevol Thurgau, und Projektleiter Steve Stiehler, Dozent an der Ostschweizer Fachhochschule, informierten über die bisherige Entwicklung, die laufenden Aktivitäten und die nächsten Schritte.
«SoliThur zeigt, wie viel solidarisches Handeln im Thurgau bereits heute gelebt wird. Unser Ziel ist es, die Freiwilligenarbeit in den Gemeinden nachhaltig zu stärken. So entsteht Zusammenhalt ganz konkret, im Alltag und vor Ort», sagte David. Damit richtet sich das Projekt direkt an die Bevölkerung und zeigt, wie Fördermittel im täglichen Leben Wirkung entfalten können.
Ein weiteres Thema war TEnU 2030, die Thurgauer Energienutzung aus dem Untergrund. Hansruedi Maurer, Verwaltungsrat der Geothermie Thurgau AG, informierte über den aktuellen Stand des Projekts. TEnU 2030 klärt ab, welches Potenzial im Thurgauer Untergrund steckt und ob erneuerbare Energie aus tieferen Gesteinsschichten künftig genutzt werden kann.
«Bevor über eine spätere Nutzung entschieden werden kann, braucht es verlässliche Daten, sorgfältige Abklärungen und eine unabhängige fachliche Prüfung», hielt Maurer fest. Das Projekt schafft damit Grundlagen, damit Chancen und Voraussetzungen der Geothermie im Kanton Thurgau fundiert beurteilt werden können.
Das Prospektionsgesuch wurde beim Bundesamt für Energie eingereicht und wird derzeit durch ein Expertengremium geprüft. Die Begutachtung soll voraussichtlich vor der Sommerpause 2026 abgeschlossen werden. Auf dieser Basis soll die Fördervereinbarung mit dem Förderverein «Projekte für den Thurgau» bis Ende 2026 abgeschlossen werden. TEnU 2030 leistet damit Vorarbeit für eine mögliche regionale, erneuerbare und klimafreundliche Energieversorgung.
Regierungspräsident Urs Martin zog ein positives Fazit: «Es ist erfreulich, dass die Projekte immer weiter voranschreiten und für die Bevölkerung die vor drei Jahren genehmigten Projekte immer greifbarer werden.» In den nächsten Monaten sollen weitere Projektfortschritte beschlossen werden. Darüber will der Förderverein voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte orientieren.