«Swiss Automation»: 15 Jahre Innovation
Text: pd/mew
Unter dem Fokusthema «Technology and Innovation for a Resilient Future – from Research to Industrial Advantage» zeigt der Branchenevent, wie neue Technologien von der Forschung in die industrielle Anwendung gelangen. Mehr als 30 Aussteller präsentieren aktuelle Produkte und Entwicklungen aus der Labor- und Industrieautomation.
KI und Quantencomputing im Zusammenspiel
Ein Höhepunkt ist die Keynote von Dr. Alessandro Curioni, IBM Fellow, Vice President Europe & Africa bei IBM Research und Direktor von IBM Research Europe – Zurich. In seinem Referat «Redefining Automation: The AI-Quantum Synergy» zeigt er, wie künstliche Intelligenz und Quantencomputing die Automation grundlegend verändern könnten.
Die Verbindung beider Technologien soll Systeme dazu befähigen, komplexe Muster zu erkennen, präzisere Entscheidungen zu treffen und neue Lösungen für Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft zu erschliessen.
«Mit der Swiss Automation schaffen wir seit 15 Jahren einen Ort, an dem Forschung und industrielle Anwendung direkt zusammenkommen. Gerade bei KI, Robotik und Laborautomation zeigt sich, wie wichtig dieser Austausch ist, damit aus neuen Technologien robuste und wirtschaftlich nutzbare Lösungen für die Praxis entstehen», sagt Prof. Dr. Agathe Koller, Leiterin des ILT Institute for Lab Automation and Mechatronics der OST.
Zwei Fachsymposien und Start-up-Pitches
Nach der Begrüssung durch Agathe Koller finden zwei Fachsymposien parallel statt: das «Symposium on Lab Automation | Health and Life Science» sowie das «Symposium on Robotics and Industrial Automation».
Im Bereich Laborautomation reicht das Programm vom automatisierten Pipettieren über Cloud-Labs und die Vernetzung von Laborgeräten im Zeitalter der KI bis zu verteilten Intelligenzkonzepten für selbstfahrende Labore. Auch die Zusammenarbeit autonomer Maschinen mittels Physical AI wird thematisiert.
Zu den Referenten gehören Oliver Peter vom SiLA-Konsortium, Dr. Lukas Bromig von UniteLabs, Pascal Miéville vom Swiss Cat+ West Hub der EPFL und Bernd Gleixner von Chemspeed/BioSpin.
Das Symposium zu Robotik und Industrieautomation befasst sich unter anderem mit adaptiven optischen Systemen für die industrielle Bildverarbeitung, automatisierten Inspektionsverfahren sowie taktiler und Kraft-/Drehmomentsensorik für Physical AI. Beiträge kommen von Daniele Ghedalia von Optotune, David Meier von GRITEC und Klajd Lika von Bota Systems.
In Kurzpitches präsentieren zudem die Start-ups Duatic AG, Inveel AG, TEM BeamPilot GmbH, Planaro und nureo AG ihre Technologien. Die vorgestellten Ansätze reichen von neuartigen Sensorsystemen für Roboter über die KI-gestützte Automatisierung von CAD-Aufgaben bis zu flexiblen Produktionssystemen für Losgrösse 1.
Austausch zwischen Forschung und Industrie
Neben den Fachreferaten bilden die Ausstellung, das Networking und der direkte Austausch zwischen Forschung und Industrie zentrale Bestandteile der Swiss Automation. Die Veranstaltung versteht sich als anwendungsorientierte Plattform für Wissenstransfer und Kooperation. Dabei werden auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie Angebote der Schweizer Innovationsförderung vorgestellt. Zum Tagesprogramm gehört ausserdem die Verleihung des Lab Sciences Award.
15 Jahre Swiss Automation und 20 Jahre ILT
2026 gibt es doppelt Grund zum Feiern: Neben dem 15-jährigen Bestehen der Swiss Automation begeht das ILT Institute for Lab Automation and Mechatronics sein 20-jähriges Jubiläum. Am Nachmittag blickt das Institut auf zwei Jahrzehnte Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Industrie zurück.
Anschliessend wird das Jubiläumsprogramm auf Schloss Rapperswil fortgesetzt. OST-Rektor Prof. Dr. Daniel Seelhofer, der St.Galler Regierungsrat Beat Tinner und die Rapperswil-Joner Stadtpräsidentin Barbara Dillier richten Grussworte an die Gäste. Ein Flying Dinner bildet den gesellschaftlichen Abschluss des Jubiläumstags.
Die Swiss Automation beginnt am Donnerstag, 10. September 2026, um 9.30 Uhr auf dem Campus Rapperswil-Jona.