St.Gallen

St.Galler KI spart stundenlange Rechenarbeit

St.Galler KI spart stundenlange Rechenarbeit
Markus Pflitsch, Gründer und CEO von Terra Quantum
Lesezeit: 2 Minuten

Das St.Galler Unternehmen Terra Quantum und die Empa in Thun haben ein KI-Modell entwickelt, das Laserschweissprozesse in Bruchteilen einer Sekunde berechnet. Gegenüber herkömmlichen Simulationen erreicht es laut den Forschern eine bis zu 100’000-fache Beschleunigung. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die industrielle Prozessoptimierung.

Text: pd/stz.

Licht, Wärme und flüssiges Metall: Laserschweissen ist ein volatiler Prozess. Will man ihn ausreichend genau simulieren, dauert das normalerweise Stunden – zumindest bis anhin
Licht, Wärme und flüssiges Metall: Laserschweissen ist ein volatiler Prozess. Will man ihn ausreichend genau simulieren, dauert das normalerweise Stunden – zumindest bis anhin

Für Industrieunternehmen könnte dies die Suche nach geeigneten Schweissparametern deutlich vereinfachen. Zahlreiche Einstellungen liessen sich schneller vergleichen, bevor sie in der Fertigung eingesetzt werden. Perspektivisch soll der Ansatz auch digitale Zwillinge und die Steuerung von Laserprozessen in Echtzeit unterstützen. Markus Pflitsch, CEO und Gründer von Terra Quantum, spricht von einer Entwicklung, «die völlig neue Anwendungen ermöglicht».

Die Partner brachten unterschiedliche Kompetenzen ein: Die Empa steuerte ihr Wissen über Laserbearbeitung, Materialwissenschaft und physikalische Prozessmodelle bei. Terra Quantum ergänzte dieses mit Methoden des maschinellen Lernens.

Die Studie zeigt zugleich die Grenzen des bisherigen Ansatzes. Entwickelt und geprüft wurde das Modell anhand von Simulationsdaten für eine Titanlegierung. Die Überprüfung unter realen Fertigungsbedingungen und die Erweiterung auf andere Materialien gehören zu den nächsten Forschungsschritten. Auch stark schwankende Vorgänge wie die Bildung von Poren lassen sich mit dem bisherigen Modell noch nicht umfassend abbilden.

Die Ergebnisse erschienen am 19. August 2026 im «Journal of Intelligent Manufacturing». Die Empa stellte die Entwicklung am 29. September öffentlich vor.

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