12.07.2018

Seco gibt auf

Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco zieht sein Vermittlungsangebot für die beiden Bergbahnbetriebe im Toggenburg zurück. Die Positionen der Streitparteien gehen zu weit auseinander. Einigen sich die Zänker nicht, gibt’s weder Geld vom Staat noch ein gemeinsames Ticket für die beiden Skigebiete ab der Wintersaison 2019/2010.

Die Grundlagen für eine Vermittlung seien nicht vorhanden, die Positionen der Bergbahnen Wildhaus AG und der Toggenburg Bergbahnen AG lägen zu weit auseinander. Daher seien die Voraussetzungen für eine externe Analyse nicht gegeben. In Abstimmung mit dem Kanton St.Gallen würden die Vermittlungsbemühungen im Fall der beiden Bergbahnen im Toggenburg nicht weitergeführt, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco mit.

Das gemeinsame Winterticket der beiden Bergbahnen im Obertoggenburg läuft im Sommer 2019 aus. Es sind verschiedene Versuche unternommen worden, auf dem Verhandlungsweg eine für beide Parteien akzeptierbare Lösung herbeizuführen. Auch das St.Galler Volkswirtschaftsdepartement hat sich intensiv an diesen Bestrebungen zur Lösungsfindung beteiligt.

Diesen Frühling hat das Seco einen weiteren Vermittlungsversuch gestartet. An einer gemeinsamen Sitzung mit dem Kanton St.Gallen und den beiden Bergbahngesellschaften hat der Bund den Bergbahnen ein Angebot für eine neutrale Expertise gemacht. Die externe Prüfung sollte den Verteilschlüssel für die Einnahmen aus dem gemeinsamen Ticket, einer der Streitpunkte zwischen den beiden Parteien, analysieren. Das wollten die beiden Streitparteien nicht.

Bund und Kanton hoffen nun, dass die Unternehmen in den kommenden Monaten dennoch eine einvernehmliche Lösung im Interesse der Tourismusregion Toggenburg finden.

Die Toggenburger schaden sich mit ihrem Gebaren selbst am meisten: Eine Einigung im Bergbahnenstreit ist eine Voraussetzung dafür, dass Kanton und Bund fünf Millionen Franken Darlehen an den Ausbau des Skigebiets in Wildhaus zahlen. Diese öffentlichen Gelder sind derzeit blockiert.