Projekt Rhesi nimmt Untergrund unter die Lupe
27.02.2020

Projekt Rhesi nimmt Untergrund unter die Lupe

Die Internationale Rheinregulierung führt von Frühjahr bis Sommer 2020 Untersuchungen des Untergrunds entlang der gesamten Projektstrecke durch. Diese dienen als wichtige Grundlage für die Umweltverträglichkeitsprüfungen (A und CH) und das wasserbauliche Planverfahren (CH), die Ende 2021 starten sollen.

Das Hochwasserschutzprojekt Rhesi soll 2021 für die Behördenverfahren eingereicht werden. Dazu sind auf der gesamten Strecke von der Illmündung bis zum Bodensee geotechnische Untersuchungen notwendig. Ab Februar 2020 werden daher im Auftrag der Internationalen Rheinregulierung (IRR) Erkundungsbohrungen und Sondierungen durchgeführt. Diese liefern den Geologen und Hydrologen detaillierte Informationen zu Bodenbeschaffenheit, Bodenaufbau sowie über die vorhandenen Grundwasserströme. «Aktuell arbeiten wir daran, alle notwendigen Unterlagen für die Einreichung des Hochwasserschutzprojekts zu beschaffen. Die Daten, welche dabei gewonnenen werden, fliessen direkt in die weiteren Berechnungen und Planungen ein.», erklärt Gesamtprojektleiter Markus Mähr.

Aufweitung durch Dammabrückung
Die Bohrungsarbeiten werden voraussichtlich bis im Sommer 2020 abgeschlossen sein. Die Untersuchungen sollen die bereits 2013 durchgeführten Bohrungen ergänzen. Neben einzelnen Abschnitten der Hochwasserdämme wird nun vor allem auch der Untergrund bei den Brückenpfeilern sowie im Bereich der geplanten Dammabrückung bei der Frutz untersucht.

Laut den gesetzlichen Vorgaben der Schweiz und Österreichs muss der natürliche Verlauf des Rheins möglichst beibehalten oder wiederhergestellt werden. Für den Abschnitt bei der Frutzmündung ist daher geplant die Hochwasserdämme nach aussen zu verlegen. Dadurch wird Platz geschaffen, in welchem sich Auwälder und Stillwasserzonen entwickeln können. Diese Massnahmen sind ein wichtiger Beitrag für eine positive ökologische Beurteilung des gesamten Projekts.

Projektentwicklung bis zum Baustart
Im Herbst 2018 präsentierte die IRR das Generelle Projekt - den aktuellen Planungsstand. Dieser Meilenstein war sogleich Start der Phase Genehmigungsplanung, mit dem Ziel das Projekt 2021 einzureichen. Bis dahin wird die Planung des Projekts Rhesi vertieft, optimiert und weiterentwickelt. Nebst den geotechnischen und hydrologischen Erkundungsbohrungen, finden unter anderem auch die landwirtschaftliche Begleitplanung, die Konzeptentwicklung für Freizeit- und Erholungsräume sowie die wasserbaulichen Modellversuche in Dornbirn statt.

Parallel dazu werden die Verhandlungen für den neuen Staatsvertrag geführt. Der Baustart des Projekts Rhesi kann erst nach der Projektgenehmigung und allfälligen Rechtsmittelfverfahren frühestens 2024 erfolgen. Die anschliessende Bauzeit beträgt rund 20 Jahre.