Plaston trotzt Umsatzrückgang mit Gewinn und starkem Cashflow
Text: stz.
Der konsolidierte Umsatz der Plaston-Gruppe ging gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent von 64,0 auf 53,7 Millionen Franken zurück. Währungsbereinigt betrug das Minus 13,6 Prozent. Als Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen die schwache Nachfrage, geopolitische Spannungen, hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie protektionistische Tendenzen.
Trotz des Umsatzrückgangs erzielte die Gruppe ein Betriebsergebnis vor Abschreibungen von 5,2 Millionen Franken. Der EBIT belief sich auf 2,1 Millionen, was einer Marge von 4,1 Prozent entspricht. Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von 1,2 Millionen nach 2,3 Millionen im Vorjahr.
Entscheidend waren eine verbesserte Bruttomarge und die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Effizienz- und Restrukturierungsmassnahmen. Die Bruttomarge stieg von 51,0 auf 54,8 Prozent. Gleichzeitig reduzierte Plaston die Personalkosten um 1,5 Millionen und die Gemeinkosten um weitere 0,8 Millionen Franken.
Boneco schliesst Restrukturierung ab
Im Kerngeschäft mit Kunststoffkoffern und kundenspezifischen Kunststofflösungen sank der Umsatz um 7,8 Prozent, währungsbereinigt um 4,9 Prozent. Positiv entwickelten sich laut Plaston die Umsätze aus neuen Kundenprojekten, die in den kommenden Monaten zusätzliche wiederkehrende Einnahmen bringen sollen.
Deutlich stärker fiel der Rückgang beim Geschäftsbereich Boneco aus. Dessen Umsatz sank um 62,7 Prozent auf 3,6 Millionen Franken. Hauptgrund war ein Grosskunde, der nach einem Rekordjahr mit hohen Lagerbeständen in die neue Saison gestartet war und entsprechend weniger bestellte.
Trotzdem erwirtschaftete Boneco dank der abgeschlossenen Restrukturierung ein positives Ergebnis auf Stufe EBIT und beim Cashflow. Das USA- und das China-Geschäft wurden eingestellt, die Kostenstruktur in der Schweiz deutlich gesenkt und das Sortiment gestrafft.
Operativer Cashflow steigt auf fünf Millionen
Besonders deutlich verbesserte sich die Mittelgenerierung: Der operative Cashflow stieg von 1,0 auf 5,0 Millionen Franken. Nach Investitionen von rund einer Million resultierte ein freier Cashflow von 4,1 Millionen. Die Nettoverschuldung von 2,4 Millionen im Vorjahr wurde vollständig abgebaut und in eine Nettoliquidität von 0,5 Millionen überführt.
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich trotz einer tieferen Bilanzsumme von 64,5 auf 67,2 Prozent. Ende März 2026 beschäftigte die Plaston-Gruppe 309 Mitarbeiter in Vollzeitstellen, davon 106 in der Schweiz, 108 in Tschechien und 95 in China. Im Vorjahr waren es noch 346 gewesen.
Im Berichtsjahr investierte das Unternehmen gezielt in Spritzgussmaschinen, Peripheriegeräte und Automatisierungslösungen. Zudem wurden die Erneuerung des ERP-Systems, weitere Digitalisierungsprojekte sowie Investitionen in die IT- und Datensicherheit vorangetrieben.
Das Geschäftsjahr stand auch im Zeichen des 70-jährigen Bestehens der Gruppe. Ende Februar 2026 übergab die Gründerfamilie Frei im Rahmen einer langfristig geplanten Nachfolgeregelung ihre Aktienmehrheit an die Grapha Holding AG.
Für 2026/27 erwartet Plaston einen Umsatz auf ähnlichem oder leicht höherem Niveau und erneut ein positives Ergebnis. Neue Kundenprojekte sollen im Kerngeschäft für zusätzliche Umsätze sorgen. Auch bei Boneco rechnet das Unternehmen nach der Normalisierung der Lagerbestände eines Hauptkunden mit einer Erholung. Risiken bleiben mögliche Lieferkettenstörungen, steigende Kunststoffpreise und die weiterhin angespannte geopolitische Lage.