Oertli zeigt Ostschweizer Unternehmen den Weg nach Indien
Text: stz.
Von Berneck nach Bangalore: Die IHK St.Gallen-Appenzell hat am 19. August bei der Oertli Instrumente AG Führungskräfte und Exportinteressierte zusammengebracht, um Chancen und Herausforderungen des Indiengeschäfts zu beleuchten.
Nach einer Unternehmensbesichtigung standen die indische Wirtschaftskultur, die Erfahrungen von Oertli im Subkontinent sowie die Erfolgsfaktoren für Schweizer Unternehmen im Mittelpunkt. Im abschliessenden Podium diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Aussenhandel über den Markteintritt und die Rahmenbedingungen vor Ort.
Mit dabei waren IHK-Präsidentin Andrea Berlinger Schwyter, Oertli-Co-CEO Thomas Bosshard, Nationalrat Nik Gugger, Philippe Reich, Präsident der Swiss-Indian Chamber of Commerce, Ralph Preisig von Switzerland Global Enterprise sowie IHK-Kommunikationsleiter Fabian Pernstich.
Indien ist für Oertli bereits die Nummer eins
Für Gastgeber Oertli ist Indien längst kein Zukunftsmarkt mehr. Das Land ist inzwischen der grösste Absatzmarkt des Bernecker Spezialisten für Augenchirurgie. Deutschland und China folgen.
Damit zeigt Oertli exemplarisch, welche Bedeutung aufstrebende Märkte für exportorientierte Ostschweizer Industrieunternehmen gewinnen. Das Unternehmen entwickelt und produziert in Berneck Operationsgeräte, Instrumente und Verbrauchsmaterialien für die Behandlung von Katarakt, Glaukom und Netzhauterkrankungen.
Am Rheintaler Standort beschäftigt Oertli rund 310 Mitarbeiter, weltweit sind es mehr als 400. Entwicklung und Produktion sind weiterhin konsequent in Berneck angesiedelt, während die Produkte über eigene Gesellschaften und Vertriebspartner weltweit vermarktet werden.
Handelsabkommen verbessert Wettbewerbsfähigkeit
Neue Möglichkeiten eröffnet das Handels- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen TEPA zwischen Indien und den EFTA-Staaten Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Es trat am 1. Oktober 2025 in Kraft und sieht unter anderem einen schrittweisen Abbau von Zöllen sowie Erleichterungen beim Marktzugang vor.
Für Oertli ist das von unmittelbarer Bedeutung. Co-CEO Thomas Bosshard hatte bereits Ende 2025 darauf hingewiesen, dass das Abkommen die Produkte des Unternehmens in Indien potenziell um bis zu 25 Prozent günstiger machen kann. Für einen exportorientierten Hersteller könne ein solcher Unterschied über Marktchancen entscheiden.
Gleichzeitig bleibt Indien ein anspruchsvoller Markt. Neben regulatorischen Fragen spielen Geschäftskultur, persönliche Beziehungen und Marktkenntnisse eine wichtige Rolle. Genau hier setzte der IHK-Anlass an: Ostschweizer Unternehmen sollten nicht nur Informationen über einen Wachstumsmarkt erhalten, sondern von den praktischen Erfahrungen eines Unternehmens profitieren, das dort bereits erfolgreich tätig ist.
Die Veranstaltungsreihe «Doing Business Abroad» der IHK St.Gallen-Appenzell nimmt zweimal jährlich einen internationalen Zielmarkt bei einem erfolgreichen Ostschweizer Unternehmen unter die Lupe. Angesprochen sind insbesondere Unternehmen, die neue Exportmöglichkeiten erschliessen und von konkreten Erfahrungen anderer Firmen lernen möchten.