St.Galler Anmeldezahlen sinken um ein Drittel
Text: pd/stz.
3937 Arbeitgeber waren 2021 bei der SVA St.Gallen im vereinfachten Abrechnungsverfahren registriert. 2025 waren es noch 2681. Das entspricht einem Rückgang von 31,9 Prozent. Besonders deutlich fiel das Minus im vergangenen Jahr aus: Gegenüber 2024 mit 3336 Anmeldungen sank die Zahl um weitere 19,6 Prozent.
Die Zahlen stammen aus einer Auswertung der Plattform Clino.ch auf Basis von Daten des Bundesamts für Sozialversicherungen, des Bundesamts für Statistik und des Staatssekretariats für Wirtschaft. Clino hat die registrierten Arbeitgeber ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Privathaushalte gesetzt.
Auf 1000 Haushalte kommen in St.Gallen demnach 11,2 Arbeitgeber im vereinfachten Verfahren. Die beiden Appenzell und der Thurgau weisen höhere Werte aus:
| Kanton | Registrierte Arbeitgeber 2025 | Pro 1000 Privathaushalte |
|---|---|---|
| St.Gallen | 2681 | 11,2 |
| Appenzell Ausserrhoden | 486 | 19,4 |
| Appenzell Innerrhoden | 123 | 17,5 |
| Thurgau | 2085 | 15,8 |
Auch die längerfristige Entwicklung unterscheidet sich. Während die Zahl im Thurgau zwischen 2021 und 2025 um 16,1 Prozent zurückging, blieb sie in Appenzell Ausserrhoden mit einem Minus von 2,6 Prozent annähernd stabil. Appenzell Innerrhoden verzeichnete sogar einen Zuwachs von 116 auf 123 Arbeitgeber.
Parallel zum Rückgang der vereinfachten Abrechnungen hat St.Gallen seine Schwarzarbeitskontrollen deutlich ausgebaut. Laut SECO stieg die Zahl der Betriebskontrollen von 218 im Jahr 2021 auf 858 im Jahr 2025. Diese Kontrollen betreffen allerdings verschiedene Branchen und dürfen nicht mit Kontrollen von Haushaltshilfen gleichgesetzt werden. Schweizweit weist das SECO für die Kategorie «Erbringung von Dienstleistungen für private Haushalte» 239 Betriebskontrollen im Jahr 2025 aus, gegenüber 693 im Jahr 2021.
Aus den sinkenden Anmeldezahlen lässt sich keine Zunahme der Schwarzarbeit ableiten
Haushalte, die ihre Angestellten im ordentlichen Verfahren abrechnen, fehlen in der ausgewerteten Statistik. Ebenso lässt sich daraus nicht bestimmen, welcher Anteil der tatsächlich beschäftigten Haushaltshilfen korrekt angemeldet ist.
Auch kantonale Vergleiche haben Grenzen: In sechs Westschweizer Kantonen laufen zahlreiche Haushaltsanstellungen über sogenannte Chèque-Emploi-Strukturen. Diese werden statistisch anders erfasst. Der rechnerische Schweizer Wert von 16,2 Anmeldungen pro 1000 Haushalte ist deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.
Der besonders starke Rückgang im Jahr 2025 fällt zudem mit der Einführung von VAVplus zusammen. Dieses erweiterte Verfahren ermöglicht es, zusätzlich zu Sozialversicherungsbeiträgen und Quellensteuer auch die Unfallversicherungsprämien über die Ausgleichskasse abzurechnen. Ob Verfahrenswechsel zum St.Galler Rückgang beigetragen haben, ist durch die vorliegenden Daten nicht belegt.
Clino-Gründer Salvador Jovells sieht vor allem bei der einfachen Abwicklung einen Ansatzpunkt: «Wer seine Putzhilfe anmelden will, braucht vor allem einen einfachen Weg dazu.» Seine Plattform unterstützt Privathaushalte bei Arbeitsverträgen, Lohnabrechnungen und der AHV-Anmeldung. Die Auswertung macht damit auch eine Datenlücke sichtbar: Für eine belastbare Beurteilung wären Zahlen über sämtliche Abrechnungsverfahren hinweg nötig.