LGT überschreitet 400-Milliarden-Marke
Text: pd/stz.
Die internationale Finanzgruppe im Besitz des Fürstenhauses von Liechtenstein ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gewachsen und hat zugleich ihre Profitabilität verbessert. In einem von geopolitischen Konflikten, wirtschaftlichen Unsicherheiten und rasch wechselnden Marktbedingungen geprägten Umfeld setzte die LGT auf ihre weltweite Präsenz, umsichtiges Wachstum und Kostendisziplin.
Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg, die wichtigste Ertragsquelle der Gruppe, stieg gegenüber der Vorjahresperiode um sieben Prozent auf 1,00 Milliarden Franken. Ausschlaggebend waren vor allem die höhere Vermögensbasis und die rege Kundenaktivität.
Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der sonstige Ertrag erhöhten sich um ein Prozent auf 325,9 Millionen Franken. Der Erfolg aus dem Zinsgeschäft blieb mit 156,6 Millionen und einem Minus von zwei Prozent weitgehend stabil. Insgesamt nahm der Bruttoerfolg der LGT um fünf Prozent auf 1,49 Milliarden zu.
Bei der Einordnung des Vorjahresvergleichs ist zu berücksichtigen, dass die Zahlen des im Juni 2025 übernommenen Private-Advice-Geschäfts der Commonwealth Bank of Australia in der damaligen Vergleichsperiode noch nicht enthalten waren.
Kosten wachsen langsamer als Erträge
Der Geschäftsaufwand erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 moderat um zwei Prozent auf 1,09 Milliarden Franken. Davon entfielen 867,0 Millionen auf den Personalaufwand, der ebenfalls um zwei Prozent stieg. Gegenüber Ende 2025 nahm die Zahl der Vollzeitstellen um 62 zu.
Der Sachaufwand sank um ein Prozent auf 221,6 Millionen. Gleichzeitig gingen die Wertberichtigungen, Abschreibungen und Rückstellungen um fünf Prozent auf 60,7 Millionen zurück. Dadurch verbesserte sich das Kosten-Ertrags-Verhältnis von 76,8 Prozent per Ende 2025 auf 73,3 Prozent per Ende Juni 2026.
Unter dem Strich steigerte die LGT ihren Konzerngewinn um 17 Prozent auf 281,6 Millionen. Mit einer CET1-Kapitalquote von 18,0 Prozent verfügt die Gruppe nach eigenen Angaben weiterhin über eine sehr solide Kapitalisierung und hohe Liquidität.
Netto-Neugelder treiben Vermögen auf Rekordhöhe
Besonders stark entwickelte sich der Zufluss neuer Kundengelder. Im ersten Halbjahr verzeichnete die LGT organische Netto-Neugelder von 12,3 Milliarden Franken. Dies entspricht einer annualisierten Wachstumsrate von 6,4 Prozent. Sowohl das Private Banking als auch das Asset Management trugen zum Wachstum bei.
Die verwalteten Vermögen erhöhten sich innerhalb von sechs Monaten um sieben Prozent auf 412,6 Milliarden. Damit überschritt die LGT erstmals die Marke von 400 Milliarden und erreichte den höchsten Wert ihrer Geschichte. Neben den Netto-Neugeldern trugen eine positive Markt- und Investmentperformance sowie günstige Währungseffekte zur Entwicklung bei.
«Mit dem sehr guten Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 setzen wir den erfolgreichen Kurs der LGT fort», sagt Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman der LGT. Nach den gezielten Wachstumsinvestitionen der vergangenen Jahre liege der Fokus nun darauf, die weltweite Präsenz in den bestehenden Märkten zu festigen und die Vorteile der internationalen Plattform konsequent zu nutzen.
LGT setzt auf Konsolidierung und Skaleneffekte
Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich die LGT zuversichtlich, weist jedoch auf das schwer abschätzbare geopolitische Umfeld und die Unsicherheiten an den Finanzmärkten hin. Im Zentrum stehen die Konsolidierung der bestehenden Märkte sowie Synergien und Skaleneffekte aus den Wachstums- und Technologieinvestitionen der vergangenen Jahre.
Die Expansion in Europa, Australien und Asien entwickelt sich laut LGT erfreulich. In Hongkong, wo die Gruppe zu den grössten Privatbanken zählt, feiert sie 2026 ihr 40-jähriges Bestehen. In Japan ist LGT Private Banking seit fünf Jahren präsent. LGT Capital Partners hat zudem mit der Integration des Kernteams von Sapphire Partners seine Venture-Capital-Plattform und seine Präsenz in den USA gestärkt.
Auch am Stammsitz in Liechtenstein investiert die Gruppe weiter. Im April 2026 nahm die LGT in Vaduz einen für 240 Arbeitsplätze konzipierten Erweiterungsbau in Betrieb. Die Holzkonstruktion erfüllt mit LEED-Platinum und SNBS-Gold hohe internationale Umweltstandards.