Kemaro expandiert in die USA
Text: pd/stz.
Als Armin Koller, Thomas Oberholzer und Martin Gadient 2016 die Kemaro AG gründeten, verfolgten sie eine klare Vision: Sie wollten die industrielle Reinigung mit autonomer Robotik grundlegend verändern. Zehn Jahre später beschäftigt das Thurgauer Technologieunternehmen 66 Mitarbeiter aus 14 Nationen und beliefert Industrie- und Logistikunternehmen auf der ganzen Welt.
Kemaro verbindet Schweizer Engineering mit industrieller Qualität, hoher Datensicherheit und cloudbasierter Software. Die Lösungen sollen Reinigungsprozesse effizienter, sicherer und skalierbarer machen und Unternehmen bei der weiteren Automatisierung ihrer Betriebsabläufe unterstützen.
«Zehn Jahre Kemaro stehen für den Mut, neue Wege zu gehen. Aus der Vision von drei Ingenieuren ist ein international tätiges Technologieunternehmen mit Kunden und Partnern auf der ganzen Welt gewachsen», sagt Mitgründer und CEO Armin Koller. Die nächste Wachstumsphase stehe im Zeichen der internationalen Expansion und der Weiterentwicklung der Software- und Plattformlösungen.
USA werden zum Schlüsselmarkt
Im Zentrum der nächsten Entwicklungsphase steht insbesondere Nordamerika. Der US-amerikanische Markt für Lagerautomatisierung soll von rund 5,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf mehr als 16,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 wachsen. Für Kemaro eröffnet diese Entwicklung erhebliche Chancen.
Mit der zunehmenden Automatisierung von Logistik- und Produktionsprozessen steigen zugleich die Anforderungen an saubere und zuverlässige Betriebsumgebungen. Wo autonome Fahrzeuge, mobile Roboter und automatisierte Anlagen eingesetzt werden, sind störungsfreie Abläufe eine entscheidende Voraussetzung. Autonome Reinigung wird damit zu einem wichtigen Bestandteil der Industrie 4.0.
Ab August 2026 wird Mitgründer und Verkaufschef Thomas Oberholzer den Ausbau des US-Geschäfts direkt vor Ort verantworten. Mit der stärkeren lokalen Präsenz will Kemaro näher bei seinen Kunden sein, strategische Partnerschaften ausbauen und seine Position in Nordamerika nachhaltig stärken.
«Unsere Reise begann in Eschlikon, aber unsere Vision war von Anfang an international», sagt Oberholzer. Die USA böten enormes Potenzial für intelligente Automatisierung. Gemeinsam mit Kunden und Partnern wolle Kemaro Lösungen entwickeln, die konkrete Herausforderungen in Industrie und Logistik bewältigen.
Vom Reinigungsroboter zur Plattform
Den Grundstein für den internationalen Erfolg legte Kemaro mit dem autonomen Reinigungsroboter K900. Dieser ist heute weltweit bei Industrie- und Logistikunternehmen im Einsatz und übernimmt die Reinigung grosser Betriebsflächen.
Inzwischen entwickelt sich Kemaro vom Robotikspezialisten zum Anbieter umfassender Automatisierungslösungen. Neben den Maschinen gewinnen Software, Daten und digitale Dienstleistungen zunehmend an Bedeutung. Über die cloudbasierte Plattform Sphere können Unternehmen ihre Roboterflotten zentral verwalten, Einsätze planen und Betriebsdaten auswerten.
Die technologische Grundlage bilden unter anderem KI-Modelle, die mit mehr als einer Million Stunden realer Betriebsdaten aus industriellen Umgebungen trainiert wurden. Kemaro verbindet damit autonome Maschinen, Software und Daten zu einem vernetzten System.
«Innovation war von Anfang an Teil unserer DNA. Heute denken wir Robotik nicht mehr als einzelnes Produkt, sondern als vernetztes System», sagt Mitgründer Martin Gadient. Ziel seien intelligente Automatisierungslösungen, die Industrieunternehmen weltweit effizienter und zukunftsfähiger machten.