Infracore fordert Thurmed mit 70 Millionen heraus
Text: pd/stz.
Infracore hat sich gegenüber den neun Gläubigern unwiderruflich verpflichtet, bei einem Scheitern des Nachlassvertrags sämtliche Immobilien und betrieblichen Aktiven der GZO AG Spital Wetzikon für 70 Millionen Franken in bar erwerben zu wollen. Die Gläubiger vertreten nach Angaben des Unternehmens Forderungen von rund 130 Millionen und damit mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Forderungen. Sie hätten ihre Ablehnung des aktuellen Nachlassvertrags schriftlich erklärt.
Für Thurmed ist die Zustimmung zum Nachlassvertrag eine Voraussetzung für den geplanten Einstieg. Die Thurgauer Gruppe hat sich die Möglichkeit gesichert, nach erfolgreicher Sanierung bis Ende 2027 eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent zu übernehmen. Die Eigentümergemeinden und der GZO-Verwaltungsrat unterstützen diese Lösung.
Das Thurmed-Modell sieht zunächst ein Wandeldarlehen von sieben Millionen Franken vor. Bei einer Beteiligung würde dieses in Aktienkapital umgewandelt. Zusätzlich würde Thurmed für 28 Millionen neue Aktien erwerben und ein Darlehen von 35 Millionen für den Spitalneubau gewähren. Ob die Gruppe ihre Beteiligungsoption ausübt, hängt unter anderem von der Unternehmensprüfung und der Realisierbarkeit des Bauprojekts ab. Abschliessend müsste der Thurgauer Regierungsrat zustimmen.
Infracore hat die Übernahme des Spitalbetriebs mit Swiss Medical Network vorbereitet. Dieser soll ohne Unterbruch weiterlaufen. Die Finanzierung sei gesichert; öffentliche Mittel würden nicht beansprucht. Liquide Mittel und Forderungen der GZO blieben den Gläubigern erhalten.
«Die Gläubiger haben uns um eine verbindliche Alternative gebeten. Sie liegt nun vor», sagt Infracore-CEO Eric Frey. Das Kaufangebot will das Unternehmen einreichen, sobald das Scheitern des Nachlassvertrags feststeht.