Icotec nimmt 100-Millionen-Marke ins Visier
Text: stz.
Das Rheintaler Unternehmen Icotec steuert auf den nächsten Wachstumssprung zu. Wie ein aktuelles NZZ-Porträt berichtet, stieg der Umsatz von 8 Millionen Dollar im Jahr 2019 auf 50 Millionen Dollar 2025. Bis 2027 soll er sich auf rund 100 Millionen Dollar verdoppeln.
Hightech aus dem Rheintal
Im Zentrum des Geschäfts stehen Wirbelsäulenimplantate für Krebspatienten. Icotec setzt dabei auf karbonfaserverstärkten Kunststoff. Der unter dem Namen BlackArmor eingesetzte Werkstoff reduziert gegenüber herkömmlichen Titanimplantaten störende Artefakte auf CT- und MRI-Aufnahmen. Ärzte können dadurch das umliegende Gewebe besser beurteilen und die weitere Behandlung präziser planen.
Die Technologie bietet auch Vorteile bei der Strahlentherapie: Sie erleichtert die gezielte Bestrahlung von Tumoren und die Schonung empfindlicher Strukturen. Damit reicht der Nutzen der Implantate über die Stabilisierung der Wirbelsäule hinaus bis in die Nachbehandlung.
Die USA treiben das Geschäft
Mehr als 80 Prozent des Umsatzes erzielt Icotec inzwischen in den Vereinigten Staaten. Produziert wird in Altstätten, wo das Unternehmen laut IHK 95 Mitarbeiter beschäftigt. Die internationale Expansion stützt sich damit auf die industrielle Basis im Rheintal.
Trotz regelmässiger Kaufanfragen setzt die Eigentümerfamilie um Claude und Roger H. Stadler auf Eigenständigkeit. Gleichzeitig rückt ein finanzieller Meilenstein näher: Für 2026 erwartet Icotec erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis auf Stufe Ebitda, also vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Damit könnte perspektivisch auch ein Börsengang eine Option werden. Vorerst steht das nächste Umsatzziel im Fokus: die 100-Millionen-Dollar-Marke.