Thurgau

Grenzdenken zeigt die Kraft des offenen Dialogs

Grenzdenken zeigt die Kraft des offenen Dialogs
Romina Rausch und Christoph Lanter
Lesezeit: 3 Minuten

Die Konferenz Grenzdenken 2026 auf dem Lilienberg in Ermatingen stellte am 5. und 6. Juni die Frage ins Zentrum, wie Veränderung beginnt: bei den eigenen Gedanken. Organisator und Moderator Christoph Lanter schuf erneut einen Raum für Perspektiven, die nicht trennen, sondern zum Nachdenken anregen.

Text: pd/stz.

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Demokratie lebt vom Gespräch. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, ihre eigene Komfortzone zu verlassen, andere Sichtweisen auszuhalten und gewohnte Denkmuster zu hinterfragen. Genau dieses Anliegen stand im Zentrum der sechsen Ausgabe von Grenzdenken.

Christoph Lanter, Organisator und Moderator der Konferenz, gelang es erneut, einen Rahmen zu schaffen, in dem unterschiedliche Perspektiven nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung verstanden wurden. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Polarisierung, schnellen Urteilen und verhärteten Positionen geprägt sind, setzte Grenzdenken 2026 ein starkes Zeichen für Dialogbereitschaft, kritisches Denken und respektvollen Austausch.

Unter dem Leitgedanken «Die Veränderung der Welt beginnt bei den eigenen Gedanken» kamen Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft zusammen. Gemeinsam mit zahlreichen interessierten und neugierigen Teilnehmern beleuchteten sie aktuelle Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Konferenz machte spürbar, dass neue Antworten dort entstehen, wo Menschen bereit sind, vertraute Sichtweisen zu überprüfen und sich auf ungewohnte Fragen einzulassen.

Reto Blum alias The Brain Buster hinterfragte humorvoll, ob wir unserem Hirn noch trauen können. Pius Kobler stellte sich der Diskussion, ob man das Privateigentum am Boden abschaffen müsse. Mathias Binswanger beleuchtete, was Eigentum überhaupt ist. Weitere Impulse kamen von Mahbube Ibrahimi, Gewinnerin des Prix Courage 2025, sowie von Samira und Michael Hübler. Das Herzchirurgenehepaar sprach über die Verschiebung der Grenze zwischen Leben und Tod.

Peter G. Kirchschläger brachte mit seiner These «Menschen auf der Flucht und in Migration sind nicht das Problem!» eine weitere gesellschaftspolitische Perspektive ein. Romina Rausch zeigte auf, weshalb Veränderungen unsere unterschätzte Superkraft sind. Monica Kissling alias Madame Etoile stellte den Abschluss der Konferenz unter die Frage: «Warum denke ich, wie ich denke – und sollte oder könnte ich auch anders?» Roland Siegenthaler fasste die eineinhalb Tage praxisnah zusammen und machte die zentralen Gedanken für den Alltag greifbar.

Neben den Referaten bot Grenzdenken auch Workshops, die dazu einluden, die eigene Komfortzone nicht nur im Denken, sondern auch im Tun zu verlassen. Gezeichnet, gesungen, diskutiert und gespürt wurde dort, wo sonst oft nur argumentiert wird. Damit erhielt die Konferenz eine besondere Tiefe: Grenzdenken blieb nicht bei theoretischen Überlegungen stehen, sondern machte erfahrbar, wie Veränderung beginnt.

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Die Vielfalt der Themen und Positionen zeigte eindrücklich, dass Demokratie vom offenen Gespräch lebt. Sie braucht Menschen, die bereit sind, den eigenen Überzeugungen immer wieder neue Fragen entgegenzustellen. Grenzdenken 2026 machte deutlich, dass Widerspruch nicht zwangsläufig Spaltung bedeuten muss. Er kann auch Ausgangspunkt für Erkenntnis, Entwicklung und gegenseitiges Verständnis sein.

Besonders bemerkenswert war die Atmosphäre der Veranstaltung. Der Lilienberg in Ermatingen bot dafür den passenden Rahmen: konzentriert, offen, anregend und zugleich persönlich. Die Umgebung trug dazu bei, dass Begegnungen möglich wurden, die über den üblichen Austausch an Konferenzen hinausgingen.

Grenzdenken hat damit auch in diesem Jahr vor Augen geführt, wie wertvoll der Blick über den eigenen Horizont sein kann. Viele Besucher nahmen nachhaltige Eindrücke, neue Denkanstösse und die Vorfreude auf die nächste Ausgabe mit. Das nächste Grenzdenken findet am 9. und 10. Oktober 2027 statt.

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