Gold, Druck und ganz viel Vertrauen: Der erste LLB-Talk in Zürich
Text: pd/fam
Im eleganten Modissa-Gebäude an der Zürcher Bahnhofstrasse, das die LLB Schweiz nach intensiver Renovation als neues Aushängeschild bezogen hat, fand der erste LLB-Talk statt.
Patricia Boser, seit drei Jahrzehnten bekannt als «Kupplerin der Nation» und Moderatorin von «Lifestyle», führte zwei starke Persönlichkeiten zusammen: Denise Biellmann, Olympiasiegerin von 1980 und Schweizer Sportikone, sowie René Zwicky, seit 2024 CEO der LLB Schweiz.
Wenn plötzlich alle hinschauen
Denise Biellmann erzählte von einer Zeit, in der sie schon als Jugendliche im Mittelpunkt stand. Mit 13 Jahren nahm sie erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. Plötzlich waren Fernsehkameras, Journalisten und internationale Aufmerksamkeit Teil ihres Alltags.
Was heute selbstverständlich wirkt, war damals eine völlig andere Welt. Mit 18 Jahren war sie Schweizer Meisterin, Europameisterin und Weltmeisterin und wurde bereits zum zweiten Mal zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt. Doch der Weg dorthin war keineswegs nur glamourös. Besonders die Pflichtfiguren, die heute längst abgeschafft sind, waren nicht ihre grosse Leidenschaft.
Ihre Mutter sorgte dafür, dass Denise trainierte und sich auf das Wesentliche konzentrieren konnte. «Meine wichtigste Person ist natürlich meine Mami», sagte Biellmann. Die Unterstützung der Familie sei im Spitzensport entscheidend.
Druck gehört zur Spitze
Auch René Zwicky kennt den Druck, liefern zu müssen. Für ihn beginnt die Herausforderung damit, überhaupt in eine Position zu gelangen, in der man gestalten kann. Danach gehe es darum, Menschen zu überzeugen, Verantwortung zu übernehmen und ein Team hinter sich zu wissen.
Biellmann beschrieb, wie sie schon als Jugendliche lernte, mit grossen Erwartungen umzugehen. Mentales Training, Visualisierung und starke Nerven halfen ihr dabei. Sie stellte sich den Erfolg vor – etwa die Medaille – und lernte, auch unter enormem Druck ihre Leistung abzurufen.
Dabei zeigte sich eine Gemeinsamkeit der beiden: Freude an der eigenen Tätigkeit kann Druck verändern. Wer mit Begeisterung antritt, erlebt Belastung anders als jemand, der den grössten Teil des Tages keinen Spass an seiner Arbeit hat.
Beim Thema Vertrauen wurde das Gespräch besonders persönlich. Zwicky betonte die Bedeutung langfristiger Beziehungen und eines guten Netzwerks.
Auch für einen Banker sei Vertrauen entscheidend. Es gehe darum, Menschen zu verstehen. Biellmann sprach über ihre heutige Arbeit mit jungen Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufern.
Bei den Zehn- bis 13-Jährigen gehe es längst nicht nur um Technik. Gerade bei Jugendlichen müsse man zuhören können, wenn im persönlichen Umfeld etwas nicht stimmt.
Luxus und Genuss
Zum Schluss wurde es fast philosophisch. Für Biellmann bedeutet Luxus vor allem Freiheit: selbst entscheiden zu können, was man tun möchte. Geld sei ihr nie besonders wichtig gewesen.
Zwicky sieht seinen persönlichen Luxus in den Menschen, mit denen er sich umgibt, und in den Kontakten, die über die Jahre entstanden sind. Ein gutes Netzwerk sei für ihn ebenfalls eine Form von Luxus.
Und Denise Biellmann? Beim Genuss hat sie eine klare Vorstellung: Birchermüesli darf gerne mit üppig Schlagrahm und Schokoladensauce serviert werden. Ganz nach dem Motto: Wenn schon Luxus, dann bitte richtig.
Der erste LLB-Talk machte deutlich: Erfolg entsteht nicht allein durch Talent und Leistung. Dahinter stehen Menschen, die Halt geben, Vertrauen, das wächst und die Fähigkeit, auch im Rampenlicht bei sich zu bleiben.