Firmen planen mehr Lohn trotz Gegenwind
Text: pd/stz.
Die Ostschweizer Unternehmen planen für 2027 höhere Lohnanpassungen als noch vor einem Jahr: Im Durchschnitt sollen die Nominallöhne um 1,1 Prozent zulegen. In der letztjährigen Umfrage waren für 2026 noch 0,9 Prozent vorgesehen. Bei einer erwarteten Teuerung von 0,8 Prozent zeichnet sich damit ein leichter Kaufkraftgewinn ab.
Die Ostschweizer Unternehmen planen für 2027 höhere Lohnanpassungen als noch vor einem Jahr: Im Durchschnitt sollen die Nominallöhne um 1,1 Prozent zulegen. In der letztjährigen Umfrage waren für 2026 noch 0,9 Prozent vorgesehen. Bei einer erwarteten Teuerung von 0,8 Prozent zeichnet sich damit ein leichter Kaufkraftgewinn ab.
Unter den drei grossen Wirtschaftssektoren liegt das Baugewerbe mit geplanten Lohnerhöhungen von 1,3 Prozent vorne. Die Industrie rechnet mit 1,1 Prozent, der Dienstleistungs- und Handelssektor mit 0,9 Prozent. Besonders deutlich sollen die Löhne in der ICT sowie bei Verkehr und Lagerei steigen: Beide Branchen planen mit 1,6 Prozent. Im Maschinen- und Fahrzeugbau sind es 1,4 Prozent.
Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage als gut bis sehr gut – mehr als vor einem Jahr. Für 2027 erwartet die Mehrheit eine weitgehend stabile Entwicklung, knapp 40 Prozent rechnen mit einer Verbesserung.
«Dass sie gleichzeitig Lohnerhöhungen über der erwarteten Teuerung vorsehen, ist ein positives Signal für Wertschöpfung und Kaufkraft in unserer Region», sagt Markus Bänziger, Direktor der IHK St.Gallen-Appenzell. Er warnt allerdings vor einem zu rosigen Gesamtbild: «Die insgesamt erfreulichen Umfrageresultate dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass einzelne Industriebetriebe um ihre Existenz kämpfen.»
Während Dienstleistungsunternehmen und Baugewerbe mehrheitlich optimistisch sind, belasten schwache Nachfrage, Frankenstärke und handelspolitische Unsicherheiten die exportorientierte Industrie. Dort wird der Personalbestand tendenziell als zu hoch eingeschätzt. Gleichzeitig bleibt die Rekrutierung andernorts schwierig: Rund die Hälfte aller befragten Unternehmen bekundet Mühe bei der Personalsuche, im Baugewerbe sind es mehr als 70 Prozent.
Die grösste Herausforderung bleibt jedoch die Bürokratie. Sie wird von 38 Prozent der Unternehmen genannt. Jérôme Müggler, Direktor der IHK Thurgau, fordert wettbewerbsfähige und verlässliche Rahmenbedingungen: «Gerade bei den grössten Herausforderungen haben wir die politischen Stellschrauben selbst in der Hand: so bei Bürokratie und Regulierung sowie bei der digitalen Transformation.»
Letztere bietet aus Sicht der Firmen zugleich das grösste Potenzial: 46 Prozent sehen Chancen in Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, 40 Prozent im technologischen Fortschritt. Rund jedes vierte Unternehmen nennt die Nachhaltigkeit.
An der Umfrage der beiden Industrie- und Handelskammern und der regionalen Arbeitgeberverbände beteiligten sich vom 22. September bis 13. Oktober 689 Unternehmen aus St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell. Die Ergebnisse bilden die Planungen der Unternehmen ab und stellen keine Lohnempfehlung dar.
Weitere Informationen: ihk.ch/lohnumfrage-2026