Cicor wächst kräftig – und baut 220 Stellen ab
Text: pd/stz.
Der Auftragseingang von Cicor erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 um 39,8 Prozent auf 399,8 Millionen Franken. Das Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz, die sogenannte Book-to-Bill-Rate, erreichte 1,2 und lag damit bereits das fünfte Quartal in Folge über eins.
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 280,7 auf 334,1 Millionen Franken. Das Wachstum wurde hauptsächlich durch die Akquisitionen des vergangenen Jahres getragen. Sie steuerten 22,8 Prozent zum Umsatzwachstum bei. Negative Wechselkurseffekte reduzierten das ausgewiesene Wachstum um 3,8 Prozent.
Organisch stagnierte der Umsatz im ersten Halbjahr. Einschränkungen in der Lieferkette und die begrenzte Verfügbarkeit von Komponenten belasteten insbesondere das erste Quartal. Im zweiten Quartal kehrte Cicor mit einem organischen Plus von 5,3 Prozent jedoch wieder auf den Wachstumspfad zurück.
Verteidigungsmarkt treibt Nachfrage
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit der Luft- und Raumfahrt- sowie der Verteidigungsindustrie. Der Umsatz in diesem Markt stieg um 55 Prozent und machte 28 Prozent des Gruppenumsatzes aus.
Cicor gewann zwei neue Kunden, darunter den norwegischen Technologiekonzern Kongsberg. Damit zählt das Unternehmen inzwischen rund drei Viertel der führenden europäischen Verteidigungsunternehmen zu seinen Kunden. Cicor France sicherte sich zudem eine langfristige Partnerschaft im Markt für Bahninfrastruktur.
Die ersten Aufträge der neuen Kunden werden im Verlauf des Jahres 2026 erwartet. Langfristig dürfte daraus ein jährlicher Umsatzbeitrag von insgesamt mehr als 20 Millionen Franken entstehen.
Integration drückt auf Marge
Das bereinigte EBITDA sank von 29 auf 28 Millionen Franken. Die entsprechende Marge verringerte sich von 10,3 auf 8,4 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn ging von 12,9 auf 12,2 Millionen zurück.
Belastet wurde das Ergebnis durch Produktionsverlagerungen, Kapazitätserweiterungen und die Integration der 2025 übernommenen Unternehmen. Cicor hat deshalb ein Integrations- und Profitabilitätsprogramm umgesetzt.
Im Zuge dieser Massnahmen verkaufte die Gruppe ihren Produktionsstandort in Tunesien mit rund 90 Mitarbeitern für 1,4 Millionen Euro. Die Fertigung in Nordafrika wird künftig an den beiden marokkanischen Standorten Berrechid und Temara gebündelt. Zudem stellt Cicor die Produktionsaktivitäten in Singapur und Genf ein. Diese werden nach Batam in Indonesien beziehungsweise Newport in Grossbritannien verlagert.
Insgesamt führen die Massnahmen gruppenweit zum Abbau von rund 220 Stellen. Das entspricht rund fünf Prozent der gesamten Belegschaft. Bis Ende Juni waren bereits mehr als 80 Prozent des geplanten Stellenabbaus umgesetzt.
Cicor erwartet aus dem Programm wiederkehrende jährliche EBITDA-Verbesserungen von mehr als zehn Millionen Franken. Der vollständige Ergebniseffekt soll im dritten Quartal erreicht werden.