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Cicor verkauft Standort in Tunesien

Cicor verkauft Standort in Tunesien
Für das erste Halbjahr 2026 erwartet Cicor eine bereinigte Ebitda-Marge im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich
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Die Bronschhofener Cicor-Gruppe treibt die Integration der 2025 übernommenen Unternehmen voran und lanciert ein Programm zur Steigerung der Profitabilität. Dieses soll wiederkehrende jährliche Ebitda-Verbesserungen von über zehn Millionen Franken bringen. Teil der Massnahmen ist der Verkauf des Produktionsstandorts in Tunesien.

Text: pd/stz.

Die Integration der im Jahr 2025 akquirierten Unternehmen verlaufe planmässig, teilt Cicor mit. Gleichzeitig ergreife die Gruppe gezielte Massnahmen, um die Margenverbesserung zu beschleunigen und die operative Leistungsfähigkeit der übernommenen Unternehmen zu stärken.

Im Zuge dieser Massnahmen verkauft Cicor seinen Produktionsstandort in Tunesien mit rund 90 Mitarbeitern. Der Kaufpreis beträgt 1,3 Millionen Euro zuzüglich üblicher Bereinigungen. Die Transaktion ist bereits unterzeichnet und soll im Juni 2026 abgeschlossen werden. Sie wird einen einmaligen negativen Effekt auf den Konzerngewinn von Cicor in Höhe von 300’000 Franken inklusive Transaktionskosten haben. Auf den Gruppenumsatz hat der Verkauf keinen Einfluss, da die Kundenbeziehungen bei Cicor verbleiben.

Für die Umsetzung rechnet Cicor im Jahr 2026 mit einmaligen Kosten im mittleren einstelligen Millionenbereich in Franken. Diese werden überwiegend im ersten Halbjahr anfallen. Ein wesentlicher Teil der Margenverbesserungen soll jedoch bereits im zweiten Halbjahr 2026 realisiert werden.

Die Produktionsaktivitäten in Nordafrika werden künftig auf die Konzernstandorte Berrechid und Temara bei Casablanca in Marokko konzentriert. Die ehemaligen Éolane- und Valtronic-Aktivitäten in Berrechid werden am bestehenden Standort zusammengeführt.

Weitere Integrations- und Effizienzmassnahmen betreffen mehrere Standorte

So werden Produktionsaktivitäten des von Mercury Systems übernommenen Standorts Genf nach Newport in Grossbritannien und nach Bronschhofen verlagert. Zudem wird der Werkzeugbau für Kunststoffspritzguss von Singapur nach Batam in Indonesien verschoben.

Der Dünnschichtsubstrat-Bereich von Cicor in Wangs setzt ein Programm zur Steigerung von Kapazität und Produktivität um. Damit will das Unternehmen die stark wachsende Nachfrage bedienen, insbesondere aus dem Luft- und Raumfahrt- sowie dem Verteidigungsmarkt.

Auch die Managementstrukturen werden angepasst. In der Schweiz, Deutschland und Frankreich wurden sich überschneidende Managementstrukturen gestrafft. In Thüringen wurde die Managementorganisation ebenfalls verschlankt, die bestehenden Produktionsstandorte bleiben jedoch erhalten.

Die Massnahmen führen insgesamt zu einem Abbau von rund 220 Stellen. Das entspricht rund 5 Prozent der gesamten Belegschaft von Cicor, einschliesslich der Veräusserung des Standorts in Tunesien.

Finanziell erwartet Cicor durch das Programm wiederkehrende jährliche Ebitda-Verbesserungen von mehr als zehn Millionen Franken. Ein wesentlicher Teil davon soll bereits im zweiten Halbjahr 2026 wirksam werden. Gleichzeitig belasten Ineffizienzen im Zusammenhang mit Produktionsverlagerungen und dem Kapazitätsaufbau das operative Ergebnis, während der Grossteil der Integrationsmassnahmen in der ersten Jahreshälfte umgesetzt wird.

Für das erste Halbjahr 2026 erwartet Cicor eine bereinigte Ebitda-Marge im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer robusten zweistelligen Marge.

Die Finanzprognose für das Geschäftsjahr 2026 bestätigt Cicor. Erwartet werden ein Umsatz von 700 Millionen bis 750 Millionen Franken sowie ein bereinigtes Ebitda von 70 Millionen bis 80 Millionen Franken. Zu den wesentlichen Risiken für das Erreichen dieser Prognose zählen die geopolitische Lage, Wechselkursschwankungen sowie die zunehmende Verknappung von Komponenten.

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