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«Vertrauen und Beständigkeit»

«Vertrauen und Beständigkeit»
Annick Bänninger
Lesezeit: 5 Minuten

Biotta ist eine jener Ostschweizer Marken, die über ihr Produkt hinauswirken. Die Säfte aus dem Thurgau stehen für Herkunft, Natürlichkeit und Qualität. Im Gespräch mit CEO Annick Bänninger wird deutlich: Bei Biotta stecken in jeder Flasche nicht nur Saft, sondern auch Leidenschaft, Handwerk und ein Stück regionaler Identität.

Das Tägerwiler Unternehmen gilt als Pionier der Bio-Industrie. «Seit 1957 steht Biotta für natürliche Frucht- und Gemüsesäfte. Bereits lange bevor verbindliche Richtlinien und Standards entstanden, setzten wir konsequent auf höchste Bioqualität», sagt Annick Bänninger.

Wichtig ist für Biotta die Zusammenarbeit mit Bauernfamilien, die ihr Gemüse oft in unmittelbarer Nähe der Manufaktur anbauen. Dadurch wird das Markenversprechen konkret: «Frisch vom Feld in die Flasche.» Dank kurzer Wege gelangen Gemüse und Früchte rasch in die Verarbeitung. Die Rohstoffe werden schonend verarbeitet, damit Vitamine, Aromen und Frische bestmöglich erhalten bleiben. «Und das schmeckt man, in jedem einzelnen Schluck», ist Bänninger überzeugt. Über die Jahre hat Biotta sein Sortiment stetig erweitert. Heute reicht die Auswahl von klassischen gemüsigen Säften bis zu fruchtigen Genussmomenten.

Bedacht und Überzeugung

Dass Biotta über Jahrzehnte Sympathie aufbauen konnte, führt Bänninger vor allem auf Beständigkeit zurück. «Dass Biotta seit jeher an seinen hohen Standards festhält, schafft Vertrauen.» Gerade heute würden die Werte rund um Bio, Nachhaltigkeit und bewussten Genuss den Zeitgeist treffen. Biotta folge jedoch nicht jedem Trend, sondern handle mit Bedacht und Überzeugung. Zugleich sei es wichtig, die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und passende Angebote zu entwickeln, ohne die eigenen Grundsätze aus den Augen zu verlieren. Dieser Balanceakt sei manchmal herausfordernd, mache die Arbeit aber spannend und erfüllend.

Die Ostschweizer Herkunft spielt dabei eine zentrale Rolle. «Der Thurgau ist für Biotta weit mehr als nur ein Produktionsstandort, er ist ein Teil unserer Identität.» Das Klima rund um den Bodensee und die fruchtbaren Böden im Tägermoos bei Tägerwilen bieten ideale Voraussetzungen für hochwertigen Gemüseanbau. Seit den Anfängen arbeitet Biotta eng mit regionalen Bio-Bauern zusammen, mit vielen bereits seit Jahrzehnten. Die Produzenten kennen ihre Böden, das Klima und ihre Kulturen bis ins Detail, und dieses Wissen «zeigt sich in der Qualität der Rohstoffe».

Für Bänninger ist die Herkunft deshalb nicht nur ein Qualitätsversprechen, sondern auch eine Verpflichtung. Biotta wolle die regionale Landwirtschaft stärken, langfristige Partnerschaften pflegen und nachhaltige Wertschöpfung in der Region sichern. Gleichzeitig ist das Unternehmen nicht auf regionale Rohstoffe beschränkt: Mango oder Heidelbeeren etwa können nicht aus der Ostschweiz bezogen werden. Doch auch dort gelten dieselben hohen Standards. «Die Partner werden sorgfältig ausgewählt, wobei Qualität, Nachhaltigkeit und faire Zusammenarbeit mit unseren Werten übereinstimmen müssen.»

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Lovebrands leben von Geschichten

Bei Biotta sind es Geschichten von Natürlichkeit, Gesundheit, Herkunft und Rückbesinnung. Bänninger beobachtet, dass sich viele Menschen wieder stärker nach ihren Wurzeln sehnen. «Hier berührt Biotta einen Nerv der Zeit.»

Viele Kunden erzählen Biotta, dass sie bewusst auf Märkten einkaufen, Hofläden besuchen und sich stärker mit der Herkunft ihrer Lebensmittel auseinandersetzen. Sie schätzen Produkte, die authentisch sind, eine erkennbare Herkunft haben und deren Werte nachvollziehbar sind. «Biotta wird dadurch für viele nicht nur als Saft wahrgenommen, sondern als Ausdruck eines Lebensstils», sagt Annick Bänninger. Die Mitarbeiter arbeiten mit Leidenschaft an den bestmöglichen Produkten, von der Auswahl hochwertiger Rohstoffe bis zur Entwicklung neuer Rezepturen. So werde Biotta «zum Symbol für Natürlichkeit, Qualität, Vertrauen und die Rückbesinnung auf das Wesentliche».

Eine schöne Geschichte zeigt, wie weit eine Marke in persönliche Lebensmomente hineinreichen kann: «Ein Paar hat sich beim Zurückbringen von Biotta-Flaschen am Recyclingcontainer kennengelernt», erzählt Bänninger. Die beiden kamen über die Säfte ins Gespräch, daraus entstand eine Liebesgeschichte. «Solche Episoden zeigen, dass Biotta mehr ist als ein Getränk und oft Teil persönlicher Erinnerungen wird.»

«Kunden sind auch Markenbotschafter.»

Die Balance halten

Eine traditionsreiche Marke frisch zu halten, ohne ihren Kern zu verlieren, ist für Bänninger ein Balanceakt. Heute müsse vieles schnell gehen, ein Trend jage den nächsten. Gleichzeitig stehe Biotta seit jeher für hohe Qualitätsstandards, Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit. «Was sich jedoch verändert, sind die Bedürfnisse der Konsumenten, besonders der jüngeren Generation.» Menschen wünschten sich heute Produkte, die nicht nur gut schmecken, sondern auch einen natürlichen Mehrwert bieten. Deshalb beschäftigt sich Biotta mit neuen Konzepten und testet immer wieder Zusatznutzen für seine Produkte. «Der Anspruch bleibt derselbe: Lösungen zu entwickeln, die zu uns passen.»

Die grösste Gefahr für eine Lovebrand sieht Bänninger darin, die Balance zu verlieren. «Wir glauben, dass man nicht auf jeden Trend aufspringen muss.» Für Biotta wäre es weder sinnvoll noch authentisch, jedem Hype hinterherzulaufen, auch weil das Unternehmen klare Produktionsrichtlinien und hohe Qualitätsansprüche hat. Wichtiger sei es, der eigenen Identität treu zu bleiben und gleichzeitig offen für Veränderungen und neue Bedürfnisse zu sein. Entwicklungen will Biotta mit Augenmass begegnen, immer mit dem Anspruch, glaubwürdig, hochwertig und langfristig relevant zu bleiben.

Fallback  

Persönliche Erlebnisse sind von grosser Bedeutung

Das Sales-Team pflegt einen engen Kontakt zu den Kunden. Dieser direkte Austausch werde sehr geschätzt und sei wichtig, weil Kunden auch Botschafter der Marke seien. «Besonders wertvoll sind Degustationen. Dort entsteht eine persönliche Verbindung: Die Menschen lernen nicht nur die Produkte kennen, sondern verbinden Biotta auch mit den Personen dahinter», so Bänninger. Eine wichtige Rolle spielen auch Empfehlungen im Freundes- und Familienkreis. «Denn wem vertraut man mehr als der besten Freundin, den Eltern oder dem Grossi?» Solche Empfehlungen machen Biotta seit Generationen zu einer Marke, die Menschen gerne weitergeben und mit anderen teilen.

Für Annick Bänninger liegt der Unterschied zwischen einer Marke und einer Lovebrand in der emotionalen Tiefe. «Eine namhafte Marke kennt man, eine Lovebrand fühlt man.» Menschen verbinden mit Biotta oft persönliche Erlebnisse und Gefühle. Dadurch entstehe eine Nähe, die weit über das Produkt hinausgeht. «Biotta-Momente sind nicht austauschbar, sie bleiben in Erinnerung.» Oft genüge ein einziger Schluck, um solche Gefühle wieder hervorzuholen.

Eine Lovebrand entsteht jedoch nicht über Nacht. Sie wächst über Jahre hinweg durch Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Beständigkeit. Menschen müssen spüren, dass eine Marke authentisch ist und ihren Werten treu bleibt. Warum Menschen Biotta nicht nur mögen, sondern an der Marke hängen, fasst Annick Bänninger so zusammen: «Weil in jeder Flasche nicht nur Saft steckt, sondern ein Stück Zuhause, Verwurzelung und Vertrauen, das Generationen miteinander verbindet.»

Text: Stephan Ziegler

Bild: Marlies Beeler-Thurnheer

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