St.Gallen

6. Rhema Sportdialog mit illustrer Besetzung

6. Rhema Sportdialog mit illustrer Besetzung
Moderator Beni Thurnheer und Snowboarder Pat Burgener
Lesezeit: 4 Minuten
Der Sportdialog jährte sich an der Rhema bereits zum sechsten Mal. Einmal mehr konnte das Forum mit prominenten Gästen aufwarten.

Text: Fabian Alexander Meyer

Der allseits bekannte Sportreporter Beni Thurnheer führte mit seiner unverwechselbar charismatischen Stimme durch den Abend. «Ich begrüsse Sie alle ganz herzlich zu diesem Sportdialog. Auch heuer können wir wieder mit vielen tollen Gästen ein Gespräch führen.»

Vom schlechten Schulkind zum Profisportler und Musiker

Den Anfang machte sodann auch direkt der Snowboarder Pat Burgener. Er ist bekannt für seine wilden Kapriolen auf der Piste, halsbrecherische Stunts und neuerdings auch für seine eigene Musik. Auch wenn er sich nicht einbildet, bereits ein riesiger Künstler zu sein. Mehr als einmal lässt er einen Spruch fahren, der sich über seine niedrigen Aufrufzahlen auf Spotify lustig macht.

Doch der Reihe nach: «Ich hatte als Kind viele Probleme. Die Schule mochte ich nie und ich konnte mich nie dafür begeistern. Gewisse Schulen sagten mir sogar, dass sie froh wären, wenn ich nach den Ferien nicht mehr zur Schule kommen würde.» Und trotzdem wurde etwas aus Pat. Ein Snowboarder und Musiker. Doch nicht alle haben so ein Glück wie er. Und dem ist er sich bewusst. «Daher mache ich mich für Kinder stark, welche nicht in ein System passen, obwohl es für sie gemacht ist.»

Sein Motto: «Es gibt immer einen Plan: Folge deinem Herzen.» Und er fügt an: «Das soll jetzt aber nicht heissen, dass du die Schule schwänzen sollst!»

Moderator Beni Thurnheer und Snowboarder Pat Burgener
Moderator Beni Thurnheer und Snowboarder Pat Burgener

Fussball international

Als Nächstes standen wohl die beiden geheimen Stars auf der Bühne: Lukas Görtler, Captain des FCSG und Nora Häuptle, Fussballnationaltrainerin in Ghana. Warum setzt man sich ausgerechnet nach Ghana ab, wenn es auf dem amerikanischen Frauenfussballmarkt so viel mehr Potenzial gibt? Nora weiss die Antwort: «Ghana ist sehr liberal und interessant.»

 

Daher sei für sie der Fall klar gewesen: «Der Weg nach Ghana starte mit der Fifa.» Der Fussball generell sei in Ghana nicht zu vergleichen mit Europa. Gerade in Sachen Mentalität gebe es deutliche Unterschiede. «Je nach Resultat kann es schon mal zu einem Protest kommen.» Doch auch das Wetter ist anders. Wir erinnern uns: In Zürich beim Spiel FCZ - FCSG musste letztens das Spielfeld vom Schnee befreit werden. «In Ghana gibt es keinen Schnee. Aber monsunartigen Regen. Das ist schlimmer, glauben Sie mir.»

Schlimm war es phasenweise auch für Görtler und seinen FC St.Gallen: Nach einem extrem schwachen Start konnten sich die Espen zwar mittlerweile wieder hochkämpfen und für die Championship Group qualifizieren, doch geschah dies nicht ohne Opfer. Görtlers Verletzung und die rote Karte warfen den Deutschen im Frühjahr zurück. «Wir haben viel vor. Ich bin mir sicher, dass wir eine erfolgreiche Kampagne spielen werden», so Görtler.

Auch die Gerüchte rund um einen Görtler-Wechsel wurden adressiert. Doch Görtler gibt nicht preis, wo er künftig seine Stiefel schnüren wird. Stattdessen schaue er, wie die Meisterrunde verläuft. Alles was danach kommt, steht noch in den Sternen.

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FCSG-Captain Lukas Görtler, Ghana-Nationaltrainerin Nora Häuptle und Beni Thurnheer
FCSG-Captain Lukas Görtler, Ghana-Nationaltrainerin Nora Häuptle und Beni Thurnheer

Weltrekord trotz Behinderung

Als Drittes stand ein besonderes Duo auf der Bühne: Die Paracyclerin Flurina Rigling und Marco Mudry, Oberst im Generalstab, erzählten vom Spitzensportbereich in der Schweizer Armee – und vom Paracycling. Sport begleitet die Zürcherin schon ihr ganzes Leben.

 

Gleichzeitig hat sie aber auch mit einem massiven Handicap zu kämpfen. Velofahren geht damit nicht. Doch davon lässt sich die Spitzensportlerin nicht abbringen. Sie muss mit speziellem Gerät fahren. Ansonsten kann sie den Lenker gar nicht bedienen. Ewig lang habe sie an einem passenden Gerät getüftelt und gewerkelt.

Im Jahr 2022 holte sie sich in der Einzelverfolgung bei den Paracycling-Bahnweltmeisterschaften im französischen Vélodrome de Saint-Quentin-en-Yvelines den Sieg. Dabei stellte sie einen neuen Weltrekord auf. Dass sie jetzt nach all den Jahren einen Weltrekord aufstellen konnte – trotz Handicap – macht sie extrem glücklich. Und auch in der Armee konnte sie sich behaupten. Die Zürcherin besuchte 2022 und 2023 die Spitzensport-RS und hat dort mit Marco Mudry einen engen Freund gefunden. Dieser bezeichnet sie an einer Stelle gar als sein Vorbild.

Marco Mudry, Oberst im Generalstab und Flurina Rigling, Paracyclistin
Marco Mudry, Oberst im Generalstab und Flurina Rigling, Paracyclistin

Sieben Velos waren nicht genug

Den Abschluss machte dann der Radsportler Simon Vitzthum. Auch er ist gespannt darauf, was das Jahr bringen wird. Denn im Sommer finden in Paris die olympischen Spiele statt. Ein rot markierter und doppelt unterstrichener Termin im Kalender eines jeden Profisportlers. So auch für Vitzthum. Doch warum fährt er eigentlich Velo?

«Ganz einfach! Damit kommt man überall hin!» Doch für ihn ist es mehr als nur Fortbewegung. Der Rheinecker will an den olympischen Spielen starten. Dafür trainiert er hart. 

«Insgesamt habe ich acht Velos daheim. Und keins davon ist ein E-Bike», sagt er und lacht. Ob sich das Training auszahlt, wird sich aber noch zeigen. Ein Erfolgsrezept hat er aber: «Wer ganz vorne fährt, kriegt den Wind ab. Das führt dazu, dass man mehr Kraft braucht.» Sinnvoller sei es, sich etwas zurückfallen zu lassen und in der entscheidenden Phase Gas zu geben.

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Radsportler Simon Vitzthum
Radsportler Simon Vitzthum

Tanzeinlagen und Vorfreude

Abschliessend sind auch noch die sehr stimmungsvollen und perfekt durchgetakteten Choreografien der Rhythmischen Gymnastik Diepoldsau-Schmitter zu erwähnen.

Die visuell extrem ansprechenden und durch die Showeinlagen perfekt abgestimmten Tänze zeigen das Talent der Damen auf.

Am Schluss wurde noch für ein Foto posiert, bevor es zum Apéro und auf Unterschriftenjagd der Idole ging. Bereits jetzt freuen sich alle auf den siebten Rhema Sportdialog 2025.

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