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Zwischen Stadt und Land: Warum der Thurgau funktioniert

Zwischen Stadt und Land: Warum der Thurgau funktioniert
Adrian Frei ist Geschäftsführer der Aforia Immobilien AG aus Horn
Lesezeit: 4 Minuten

Der Kanton Thurgau gehört zu den Regionen, die in den vergangenen Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen haben. Ein zentraler Treiber ist das Preisniveau: Während Eigentumswohnungen im Raum Zürich heute schnell über 20’000 Franken pro Quadratmeter kosten, liegt man im Thurgau je nach Lage oft bei rund 6500 bis 10’000 Franken.

Der Unterschied ist erheblich. Und er wirkt. «Viele Käufer weichen bewusst aus teureren Märkten aus. Nicht, weil sie Abstriche machen wollen, sondern weil sie hier für deutlich weniger Geld mehr Wohnqualität erhalten», sagt Adrian Frei, Geschäftsführer der Aforia Immobilien AG aus Horn.

Diese Bewegung wird durch die Infrastruktur gestützt: Zentren sind gut erreichbar, sei es mit der Bahn oder über das Strassennetz. Gleichzeitig bleibt die Wohnqualität hoch: kurze Wege im Alltag, funktionierende Gemeinden und ein hoher Freizeitwert, etwa durch die Nähe zum Bodensee. Der Thurgau verbindet damit zwei Qualitäten, die auf dem Immobilienmarkt immer stärker zählen: eine gute Anbindung und ein Umfeld, in dem Wohnen noch als Lebensqualität erlebt wird.

«Die Nachfrage wird durch eine stabile, KMU-geprägte Wirtschaftsstruktur getragen.»

Stabiler Markt mit klaren Anforderungen

Der Thurgauer Immobilienmarkt funktioniert. Die Nachfrage ist breit abgestützt und wird durch eine stabile, KMU-geprägte Wirtschaftsstruktur getragen. Das sorgt für Kontinuität, sowohl im Miet- als auch im Eigentumssegment.

Gleichzeitig hat sich der Markt verändert: Käufer und Mieter entscheiden bewusster, vergleichen stärker und reagieren sensibler auf Preis und Qualität. «Es wird nach wie vor gekauft, aber nicht mehr alles. Entscheidend ist, ob ein Projekt in der Gesamtheit überzeugt», sagt Adrian Frei.

Damit rückt die Qualität des Produkts stärker in den Mittelpunkt. Lage bleibt wichtig, aber sie allein reicht nicht mehr. Wer heute entwickelt, verkauft oder vermietet, muss genauer wissen, was an einem Standort tatsächlich nachgefragt wird. Der Markt verzeiht weniger als früher, bietet aber weiterhin gute Chancen für Projekte, die sauber gedacht und konsequent umgesetzt sind.

Vom Standort her denken

Der entscheidende Unterschied liegt oft am Anfang eines Projekts. Erfolgreiche Entwicklungen entstehen nicht aus einem Standardkonzept, sondern aus einer sauberen Analyse des Standorts. Wer lebt heute hier? Wer zieht zu? Welche Bedürfnisse bestehen tatsächlich? Erst daraus ergibt sich, welches Produkt sinnvoll ist.

In gewissen Lagen funktionieren kompakte Wohnungen sehr gut, in anderen sind klar familienorientierte Grundrisse gefragt. Entscheidend ist nicht die Wohnungsgrösse an sich, sondern ob sie zur Nachfrage passt. «Die wichtigste Frage ist nicht, was gebaut werden kann, sondern für wen wir bauen», sagt Frei.

Dieser Perspektivenwechsel ist zentral. Wer ein Projekt nur von der Parzelle, der Ausnützung oder der maximalen Anzahl Einheiten her denkt, riskiert am Markt vorbeizuplanen. Wer dagegen den Standort, die Zielgruppen und die späteren Nutzer ernst nimmt, erhöht die Chancen auf nachhaltigen Erfolg.

Eigentum und Miete folgen unterschiedlichen Logiken

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Differenzierung zwischen Eigentum und Miete. Beim Eigentum wird langfristig gedacht. Käufer berücksichtigen nicht nur ihre aktuelle Lebenssituation, sondern auch zukünftige Bedürfnisse. Entsprechend sind Flexibilität, Nutzbarkeit und Entwicklungsmöglichkeiten der Wohnung entscheidend.

Im Mietsegment ist die Nachfrage breiter und dynamischer. Hier geht es stärker um einen ausgewogenen Wohnungsmix und um ein funktionierendes Preisgefüge. Entscheidend ist, dass das Angebot für verschiedene Zielgruppen zugänglich bleibt. «Mietprojekte müssen breiter denken. Eigentum muss tiefer gedacht sein», sagt Adrian Frei.

Diese Unterscheidung prägt die Planung. Eigentumswohnungen müssen emotional und funktional überzeugen, weil sich Käufer langfristig binden; Mietwohnungen müssen in ihrem Gesamtangebot funktionieren: im Grundriss, im Preis, in der Lage und in der Alltagstauglichkeit. Beide Segmente verlangen Qualität, aber sie stellen unterschiedliche Fragen.

«Die wichtigste Frage ist, für wen wir bauen.»

Was Projekte heute unterscheidet

Unabhängig von Lage und Segment zeigt sich in der Praxis ein klares Bild: Projekte funktionieren dann, wenn mehrere Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören eine nachvollziehbare Preisstruktur, effiziente Grundrisse, gut nutzbare Aussenflächen und eine stimmige Gesamtarchitektur. Entscheidend ist jedoch nicht der einzelne Punkt, sondern das Zusammenspiel.

Ein Projekt kann an einem durchschnittlichen Standort überzeugen, wenn es konsequent auf die Nachfrage ausgerichtet ist. Umgekehrt kann ein gutes Grundstück an Wirkung verlieren, wenn das Konzept nicht passt. Gerade in einem Markt wie dem Thurgau, der attraktiv, aber nicht beliebig ist, zählt deshalb die Präzision in der Entwicklung.

Für die Aforia Immobilien AG ist diese Sichtweise zentral. Das Unternehmen betrachtet Immobilien nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Standort, Markt, Zielgruppe und Nutzung. Daraus entsteht eine Projektentwicklung, die nicht nur auf den ersten Verkauf oder die erste Vermietung ausgerichtet ist, sondern auf langfristige Tragfähigkeit.

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Das bessere Gesamtpaket setzt sich durch

Der Thurgau bleibt ein attraktiver Wohn- und Investitionsstandort. Die Kombination aus Preisniveau, Lebensqualität und Erreichbarkeit sorgt weiterhin für Nachfrage. Doch der Markt ist differenzierter geworden. Wer Erfolg haben will, braucht mehr als ein gutes Grundstück und eine solide Bauidee.

«Am Ende setzt sich nicht die Lage allein durch, sondern das bessere Gesamtpaket», sagt Adrian Frei. Genau darin liegt die Herausforderung, aber auch die Chance. Wer den Standort versteht und Projekte konsequent aus dieser Perspektive entwickelt, wird auch künftig erfolgreich sein.

«Wer Erfolg haben will, braucht mehr als ein gutes Grundstück und eine solide Bauidee.»

Text: Stephan Ziegler

Bild: zVg

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