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Neun von zehn Firmen sind Mikrounternehmen

Neun von zehn Firmen sind Mikrounternehmen
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Es ist eine Binsenwahrheit: Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind KMU. Die Grössten sind dabei die Kleinsten: Mikrounternehmen mit ein bis neun Mitarbeitern prägen das Unternehmertum.

Mikrounternehmen sind die mit Abstand häufigste Unternehmensgrösse in der Schweiz. Neun von zehn Firmen fallen unter diesen Begriff, der über die Mitarbeiterzahl definiert wird: Sie haben ein bis und mit neun Beschäftigte. Der Anteil der kleinsten KMU an der Gesamtzahl der Unternehmen ist seit Jahren einigermassen konstant, auch in den Kantonen der Ostschweiz.

Seit 14 Jahren werten das KMU-Institut der Universität St.Gallen und das Treuhand- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen OBT in einer alle zwei Jahre publizierten Studie statistische Zahlen über Schweizer KMU aus. Die aktuelle Studie von 2026 basiert auf statistischen Angaben von 2023.

Grosse Unternehmen sind die Ausnahme

Wie wichtig die KMU insgesamt, also Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, für die Schweiz sind, zeigt eine Kennziffer aus den Tabellen des Bundesamts für Statistik ganz deutlich: Sie machen 99,7 Prozent aller Firmen aus.

Unterteilt man die KMU nach Grösse, dann sind 1,6 Prozent aller Unternehmen mittelgrosse mit 50 bis 249 Beschäftigten sowie 8,4 Prozent Kleinunternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern. Der grosse Rest, 89,8 Prozent aller Firmen, sind Mikrounternehmen mit 1 bis und mit 9 Mitarbeitern. Dieser Anteil ist ziemlich konstant, die absolute Zahl ist gewachsen, 2023 wurden 561’952 Mikrounternehmen gezählt, 2019 waren es noch deren 539’604.

Keine Frage: Die grossen Konzerne tragen in der Schweiz substanziell zur Wertschöpfung bei und sind auch wichtige Player auf dem Arbeitsmarkt: 36 Prozent aller Werktätigen (in marktwirtschaftlichen Unternehmen) finden hier ein Auskommen. Die kleinsten Firmen haben aber nur schon durch ihre schiere Anzahl Gewicht als Arbeitgeber, 21,7 Prozent aller Vollzeit-Stellen finden sich bei Mikrounternehmen (2023 teilten sich in der Schweiz 4,81 Millionen Beschäftigte 3,81 Millionen Stellen).

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Viele Kleinstunternehmen in der Landwirtschaft

Während der Kanton St.Gallen ungefähr im Schweizer Durchschnitt liegt, machen im Kanton Thurgau und noch stärker in beiden Appenzell die Mikrounternehmen einen etwas höheren Anteil an der Gesamtbeschäftigung aus.

Ein Grund dafür dürfte die höhere Bedeutung der Landwirtschaft in diesen Kantonen sein – im Landwirtschaftssektor gibt es fast ausschliesslich Mikrounternehmen (97,9 Prozent aller Betriebe).

Dass im Dienstleistungssektor mit vielen Ein-Frau-Consulting-Unternehmen und Ein-Mann-Treuhand-Büros, der Wert mit 90,7 Prozent ebenfalls hoch ist, überrascht nicht. Hingegen erwartet man im zweiten Sektor, dem Industriesektor (inklusive Bau), wohl nicht einen Anteil von 80,7 Prozent. Gemessen an der Gesamtzahl der KMU machen Landwirtschaft (7,9%) und Industrie (14,7%) deutlich weniger Betriebe aus als der breit gefasste Dienstleistungssektor, dem 77,4 Prozent aller KMU zugerechnet werden.

Selbstverständlich ist aber auch diese Aufteilung von Kanton zu Kanton verschieden. In Appenzell Innerrhoden machen Landwirtschaftsbetriebe einen Viertel aller KMU aus, das ist der höchste Wert in der Schweiz. Industrie und Baugewerbe kommen hier auf 18 Prozent, Dienstleister sind in Innerrhoden « nur» 57 Prozent aller KMU.

Die kleinsten Firmen haben aber nur schon durch ihre schiere Anzahl Gewicht als Arbeitgeber.

Mehr Gewerbe in der Ostschweiz

Die Studie von HSG und OBT weist auch die Verteilung der KMU nach Branchen auf. Dabei fällt auf, dass in der Grossregion Ostschweiz das verarbeitende Gewerbe und die Herstellung von Waren mit 24.5 Prozent landesweit den höchsten Anteil ausmacht (Schweiz 17,2%). Dafür ist der Bereich Information und Kommunikation mit 2,5% am tiefsten (Schweiz 4,6%). Mit 4.4 Prozent weist der Bereich Landwirtschaft in der Ostschweiz knapp vor dem Mittelland ebenfalls den höchsten Wert aus (Schweiz 2,7%).

Typische Mikrounternehmen finden sich im Immobilienwesen, in der Rechts- und Steuerberatung, bei vielen freiberuflichen Tätigkeiten von Anwälten bis zu freien Journalisten sowie Künstlern, von Schauspielern über Maler zu Musikern. Hier ist wie in der Landwirtschaft die Rechtsform der Einzelfirma stark verbreitet.

Die One-Man-Show ist tatsächlich die Unternehmensform schlechthin: Ganz genau 333’297 Firmen, bei denen es den Chef oder die Chefin und sonst niemanden gibt, zählten die Statistiker 2023. Das sind 53,2 Prozent aller Unternehmen im Land. Sie stehen für 6,9 Prozent aller Beschäftigten bzw. 5,5 Prozent der Vollzeitäquivalente.

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Eine Schweizer Besonderheit im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die Export-Orientierung von KMU, die sogar für die Mikrounternehmen ausgeprägt ist: Diese Kleinstfirmen machen 60 Prozent aller exportierenden Firmen aus und stehen für immerhin 7 Prozent aller Exporte.

Sehr unterschiedlich ist die Überlebensrate von Mikrounternehmen. Insgesamt ist fünf Jahre nach der Gründung noch die Hälfte aller Firmen aktiv. Im Gastgewerbe allerdings sind es nur 38 Prozent, während es im Gesundheits- und Sozialwesen 63 Prozent sind.

Nicht ausgewiesen ist der Anteil der Mikrounternehmenan der Wertschöpfung. Innerhalb der kleinsten Firmen dürfte es jedoch grosse Diskrepanzen geben, zwischen Künstlern in Nischenbereichen mit prekärem Einkommen und Unternehmensberatern mit fürstlichen Honoraren wird in dieser Studie nicht unterschieden.

Prozentuale Verteilung der marktwirtschaftlichen Unternehmen nach Grösse im Jahr 2023. Appenzell Innerrhoden hat einen KMU-Anteil von 100 Prozent. (Zahlen vom Bundesamt für Statistik für 2023).
Prozentuale Verteilung der marktwirtschaftlichen Unternehmen nach Grösse im Jahr 2023. Appenzell Innerrhoden hat einen KMU-Anteil von 100 Prozent. (Zahlen vom Bundesamt für Statistik für 2023).
Bei Mikrounternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern arbeiten insgesamt 21,7 Prozent der Beschäftigten in der Schweiz (Zahlen vom Bundesamt für Statistik für 2023).
Bei Mikrounternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern arbeiten insgesamt 21,7 Prozent der Beschäftigten in der Schweiz (Zahlen vom Bundesamt für Statistik für 2023).

Text: Philipp Landmark

Bild: KI/zVg

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