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«Design muss spürbar bleiben»

«Design muss spürbar bleiben»
Jasmin und Swen Dünhofen
Lesezeit: 3 Minuten

Mit dem neuen «Boffi De Padova Studio» in St.Gallen bringen Jasmin und Swen Dünhofen internationale Wohnkultur und Innenarchitektur in die Ostschweiz. Im LEADER-Interview sprechen sie über zeitlose Gestaltung, hochwertige Materialien und darüber, weshalb eine Marke erst dann zur Lovebrand wird, wenn sie im Alltag mehr als nur sichtbar ist.

Jasmin und Swen Dünhofen, was hat Sie überzeugt, gerade in St.Gallen mit «Boffi De Padova» einen Ort für zeitlose Innenarchitektur und Wohnkultur zu schaffen?
JD: Unsere Wurzeln liegen in St.Gallen. Wir kennen die Mentalität, die Architektur und den hohen Qualitätsanspruch der Ostschweiz sehr gut. Viele Menschen hier besitzen ein feines Gespür für Materialität, Qualität und zeitlose Gestaltung, oft leiser und bewusster als in grösseren Regionen, aber genau deshalb sehr authentisch. Nach erfolgreichen Jahren in Frauenfeld war der Schritt nach St.Gallen für uns eine bewusste Weiterentwicklung. Uns war wichtig, keinen klassischen Showroom zu schaffen, sondern einen Ort, an dem Architektur, Küche, Living und Interior Design als zusammenhängendes Gesamtkonzept erlebbar werden.

«Qualität schafft Vertrauen über viele Jahre hinweg.»

Boffi steht seit Jahrzehnten für italienisches Design und hochwertige Wohnwelten. Worin liegt die besondere Faszination der Marke?
SD: Boffi hat die Entwicklung moderner Wohnarchitektur über Jahrzehnte mitgeprägt. Die Marke verstand die Küche schon früh nicht nur als funktionalen Arbeitsbereich, sondern als architektonischen Mittelpunkt des Wohnens. Viele gestalterische Prinzipien, die heute selbstverständlich erscheinen, wurden von Boffi bereits in den 1970er-Jahren definiert: reduzierte Linienführung, grifflose Systeme, monolithische Kücheninseln oder die Verschmelzung von Küche und Living. Genau darin liegt für uns die Faszination der Marke. Boffi entwickelt keine kurzfristigen Trends, sondern zeitlose Architektur für den Alltag. Unser Verständnis dafür beschreiben wir mit einem einfachen Satz: «A Way of Living.»

Kermi  

Der Begriff «Lovebrand» wird oft mit Emotionen und Identifikation verbunden. Wie schafft es eine Designmarke wie Boffi, eine solche Bindung aufzubauen?
JD: Menschen verbinden sich nur mit Marken, die glaubwürdig bleiben und über viele Jahre hinweg eine klare Haltung bewahren. Boffi hat sich nie dem schnellen Zeitgeist untergeordnet und besitzt seit Jahrzehnten eine aussergewöhnlich klare gestalterische Identität. Viele erkennen darin auch eine eigene Art zu leben: bewusster, reduzierter und mit einem hohen Anspruch an Qualität und Beständigkeit. Qualität schafft dabei Vertrauen. Wenn Materialien altern dürfen, ohne an Charakter zu verlieren, und Interiorlösungen ihre Ruhe und Präzision behalten, entsteht eine ganz andere Beziehung zur Marke.
SD: Vielleicht entsteht genau dort eine echte «Lovebrand»: Wenn Design nicht nur sichtbar ist, sondern im Alltag dauerhaft spürbar bleibt.

Welche Rolle spielen Handwerk, Qualität und Individualität heute noch im internationalen Premiumsegment?
SD: Mit zunehmender Standardisierung wächst gleichzeitig die Sehnsucht nach Echtheit, Materialität und Präzision. Im internationalen Premiumsegment reicht reine Ästhetik heute nicht mehr aus. Menschen möchten verstehen, wie etwas entsteht, welche Qualität dahintersteht und weshalb ein Produkt über Jahre hinweg Bestand hat.
JD: Wahre Qualität erkennt man selten auf den ersten Blick. Man erkennt sie daran, wie selbstverständlich sie bleibt.

«Wahre Qualität erkennt man selten auf den ersten Blick.»

Wenn Design, Marke und Beratung zusammenkommen: Was müssen Sie als Studio leisten, dass Vertrauen entsteht?
JD: Gerade im Premiumsegment entsteht Vertrauen nicht allein durch gutes Design, sondern durch Verlässlichkeit, Betreuung und Qualität in jeder Phase eines Projekts. Für uns endet ein Projekt deshalb nicht mit dem Verkaufsabschluss oder der Montage. Die Begleitung unserer Kunden ist ein zentraler Teil unserer Philosophie.
SD: Gerade bei hochwertigen Innenarchitekturprojekten entstehen Vertrauen und Kundentreue oft durch die kleinen Dinge: Erreichbarkeit, Präzision, Verlässlichkeit und das Gefühl, dass sich jemand wirklich verantwortlich fühlt. Qualität zeigt sich nicht nur im Produkt, sondern auch darin, wie man Menschen begleitet.

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Worauf sollte man achten, wenn man einen Partner für Innenarchitektur auswählt?
SD: Gerade bei hochwertigen Innenarchitekturprojekten geht es um weit mehr als um Produkte oder bekannte Marken. Entscheidend ist, ob zwischen Kunde und Planungspartner von Beginn an Vertrauen entsteht. Innenarchitektur ist immer ein sehr persönlicher Prozess. Man spricht über Lebensgewohnheiten, Ästhetik, Architektur und Räume, die einen oft über Jahrzehnte begleiten. Dafür braucht es nicht nur Designkompetenz, sondern auch Ehrlichkeit und Offenheit in der Zusammenarbeit.
JD: Vielleicht liegt genau darin auch der Weg zur persönlichen «Lovebrand»: Nicht dort, wo etwas am lautesten inszeniert wird, sondern dort, wo Haltung und Vertrauen selbstverständlich spürbar sind.

Text: Patrick Stämpfli

Bild: Marlies Beeler-Thurnheer

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