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Das sind die beliebtesten Lovebrands der LEADER-Leser

Das sind die beliebtesten Lovebrands der LEADER-Leser
Lesezeit: 5 Minuten

Sepp’s Glace gewinnt die LEADER-Umfrage zu den beliebtesten Lovebrands der Ostschweiz deutlich. Dahinter folgen mit Appenzeller Alpenbitter und Gottlieber Spezialitäten zwei traditionsreiche Genussmarken. Die Rangliste zeigt: Eine echte Lovebrand muss nicht zwingend gross sein. Sie muss berühren, wiedererkennbar sein und bei den Menschen ein Gefühl auslösen.

Welche Marke aus St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden oder Appenzell Innerrhoden begeistert besonders? Diese Frage stellte der LEADER seinen Lesern auf leaderdigital.ch. Weit über tausend gültige Stimmen gingen ein. Gewertet wurden die eingereichten Marken nach Zusammenführung offensichtlicher Schreibvarianten. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild, keine repräsentative Marktstudie, aber gerade deshalb spannend: Es zeigt, welche Namen in der Ostschweiz nicht nur bekannt sind, sondern emotional funktionieren.

«Fröhlichen Stunden.»

Drei «Lebensmittel» auf dem Podest

Der Sieger heisst Sepp’s Glace. Die Glace-Manufaktur aus Rorschacherberg setzte sich mit grossem Abstand an die Spitze. In den Begründungen tauchen immer wieder dieselben Motive auf: Regionalität, Qualität, Sympathie, unkomplizierter Genuss und die 24-Stunden-Automaten, die offenbar selbst zu einem Teil der Marke geworden sind. «Für mich passt hier alles zusammen: Geschmack, Idee und Auftritt», schreibt ein Teilnehmer. Ein anderer fasst es noch knapper zusammen: «Fein, regional, sympathisch.» Mehrfach wird auch hervorgehoben, dass Sepp’s Glace nicht wie Massenware wirke, sondern nach einem Produkt mit Persönlichkeit.

Auf Rang zwei folgt Appenzeller Alpenbitter. Hier ist die emotionale Aufladung besonders deutlich: Kaum eine andere Marke wird so stark mit Heimat, Ritualen, Familie und Geselligkeit verbunden. «Einfach ein Stück Heimat, das schon bei meinem Grossvater am Sonntag hervorgeholt wurde», heisst es in einer Begründung. Andere nennen den Kräuterlikör ein «echtes Schweizer Original», «bodenständig, aromatisch und voller Charakter» oder schlicht: «Ein Appenzeller geht immer.» Appenzeller Alpenbitter zeigt damit, was eine klassische Lovebrand ausmacht: Sie ist Produkt, Erinnerung und Symbol zugleich.

Den dritten Platz belegt Gottlieber Spezialitäten. Die Thurgauer Marke steht für viele Teilnehmer für Genuss, Geschenkideen und eine gepflegte Verbindung von Tradition und Innovation. Besonders die Hüppen werden immer wieder genannt. «Die Kombination von knuspriger Waffel und den vielen verschiedenen Füllungen. Einfach ein Klassiker!», schreibt ein Teilnehmer. Ein anderer bringt die Stärke der Marke so auf den Punkt: «Sie wahren eine Tradition und schaffen es doch, immer aufs Neue mit trendigen Produkten zu überraschen.»

Cellere  

«Familienunternehmen mit Herz.»

Auch Mode oder Messen können punkten

Rang vier geht an ISA Bodywear aus Amriswil. Die Marke wird vor allem mit Schweizer Qualität, Tragekomfort, Tradition und regionaler Produktion verbunden. In den Kommentaren fallen Begriffe wie «bequem», «modisch», «Swiss Made» und «Familienunternehmen mit Herz». Ein Teilnehmer schreibt: «Die Firma ist ein echtes Schweizer Traditionsunternehmen mit Produkten, die hochwertig und nachhaltig sind und sich toll tragen.» Damit zeigt sich: Lovebrands entstehen nicht nur über grosse Emotionen, sondern auch über Vertrauen im Alltag.

Auf Platz fünf folgt Bermontis. Der Kräuterlikör aus dem Toggenburg begeistert offenbar über Charakter, Herkunft und Auftritt. Die Begründungen sind oft kurz, aber prägnant: «Genialer Geschmack aus der Region», «Vielfalt, fein, heimatverbunden» oder im Dialekt: «Heimatgschicht statt Massegricht.» Eine Stimme hebt hervor, Bermontis sei «regional, stylisch» und sowohl als Mixgetränk wie auch pur überzeugend. Gerade hier zeigt sich, dass eine junge Marke mit einer guten Geschichte schnell emotionale Nähe aufbauen kann.

Rang sechs belegt die Rhema. Die Rheintalmesse wird weniger als klassische Marke denn als regionales Erlebnis verstanden. In den Begründungen geht es um Begegnung, Gemeinschaft und Erinnerungen. «Die Rhema begeistert mich, weil sie seit Generationen Menschen, Unternehmen und Vereine aus der Region zusammenbringt», schreibt ein Teilnehmer. Besonders schön ist eine persönliche Stimme, die an der Rhema ihre spätere Frau kennengelernt hat und die Messe deshalb bis heute mit «fröhlichen Stunden» verbindet. Mehr Lovebrand geht kaum.

Thomas Stucki  Hof zu Wil  

«Heimatgschicht statt Massegricht.»

Kompetenz und Kindheitserinnerungen zählen auch

Das ZbW, Zentrum für berufliche Weiterbildung, erreicht Rang sieben. Hier dominiert ein anderes Motiv: Kompetenz. Die Teilnehmer schätzen die Institution als wichtigen Bildungsort für die Ostschweizer Wirtschaft. «Für mich ist das ZbW eine Institution in der Ostschweiz», heisst es in einer Begründung. Eine weitere Stimme nennt das ZbW eine «Weiterbildungsstätte der Ostschweiz», die praxisnah arbeite und Fachleute aus den Unternehmen in den Unterricht einbinde. Das zeigt: Auch Bildungsinstitutionen können Lovebrands sein, wenn sie über Jahre Verlässlichkeit und Nutzen stiften.

Auf Rang acht folgt Schützengarten. Die St.Galler Brauerei steht für viele für Identität, Regionalität und Genuss. «Nachhaltigkeit, Identität für St.Gallen», schreibt ein Teilnehmer. Ein anderer nennt Schützengarten eine Marke, die «das Leben unserer Region mitprägt», und bringt es mit zwei Worten auf den Punkt: «Gebraute Emotionen.» Gerade dieser Ausdruck passt gut zu einer Marke, die seit Generationen im Ostschweizer Alltag präsent ist.

Die Plätze neun und zehn teilen sich zwei Marken: Hoher Kasten und Lütolf. Der Hohe Kasten wird als verbindender Ort mit Weitsicht beschrieben. «Freundliches Personal, gutes Essen, positive Menschen, Nebelfreiheit und Aussicht rundherum», schreibt ein Teilnehmer. Lütolf wiederum steht für Qualität, Genuss und Kindheitserinnerungen. Besonders die Ribelmais-Chips werden genannt: «Regional, speziell und einfach fein.»

Unsere Umfrage zeigt, dass Lovebrands in der Ostschweiz sehr unterschiedlich aussehen können. Es gibt die grossen Traditionsmarken, die seit Jahrzehnten oder gar seit Generationen Teil des regionalen Lebensgefühls sind. Es gibt jüngere Marken, die mit einem starken Produkt, einem sympathischen Auftritt und regionaler Nähe schnell Fans gewinnen. Und es gibt Orte und Institutionen, die gar nicht primär als Konsumgütermarken funktionieren, sondern als identitätsstiftende Fixpunkte.

Gemeinsam ist den beliebtesten Marken, dass sie nicht einfach austauschbar sind. Sie stehen für Geschmack, Erinnerungen, Qualität, Heimat, Begegnung oder Vertrauen. Genau darin liegt der Kern einer Lovebrand: Sie wird nicht nur gekauft, besucht oder genutzt. Sie wird weitererzählt.

Text: Stephan Ziegler

Bild: zVg

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