Warum kein Präsident mit Heimvorteil?
Die Olma ist Wirtschaftsbetrieb, Immobilienhalterin, Eventplattform und Identitätsort der Ostschweiz. Nach Jahren der Investitionen geht es nun um Konsolidierung, Vertrauen und finanzielle Stabilität. Das Präsidium ist kein operativer Posten, sondern ein Vertrauensamt. Wer hier vorsteht, muss moderieren, einbetten und vernetzen können.
Markus Streckeisen bringt 25 Jahre Erfahrung in Immobilien, Mobilität und Logistik mit. Als ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Immobilien verfügt er über strategische und finanzielle Kompetenz sowie Erfahrung in der Arealentwicklung. Das passt zur Weiterentwicklung des Olma-Areals. Doch die Olma ist nicht nur Infrastruktur. Sie ist Beziehung, Netzwerk und regionale Verwurzelung. Streckeisen lebt seit Jahren in Zürich und ist in der Ostschweizer Wirtschaft wenig bekannt. Das ist kein Vorwurf – aber eine Realität. Gerade jetzt zählt jedoch die Nähe zu «Land und Leuten». Die Olma lebt von persönlichen Drähten zu Politik, Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung. Aus Sicht der LEADER-Redaktion gäbe es Persönlichkeiten, die diese Kombination aus Governance und Ostschweizer DNA mitbringen.
Stefan Kuhn etwa steht für Führungserfahrung und institutionelle Disziplin. Als Verwaltungsratspräsident von HOCH und Unternehmer kennt er anspruchsvolle Gremien, strategische Entwicklungsprozesse und politische Schnittstellen. Er verbindet unternehmerische Klarheit mit regionaler Präsenz. Für die Olma wäre Kuhn ein Präsident, der operative Realitäten versteht, strategisch denkt und die Balance zwischen Wirtschaft und öffentlicher Verantwortung halten kann. Konrad Hummler wiederum bringt finanzielle Robustheit und strategische Nüchternheit ein. Als Bankier mit langjähriger Erfahrung in Verwaltungsratspräsidien und im Kapitalmarktumfeld weiss er, wie Risiken bewertet und Investitionen abgesichert werden. Ein Messe- und Eventunternehmen ist konjunkturabhängig und kapitalintensiv. Ein Präsident mit ausgeprägtem Finanzverständnis würde Stabilität und Prioritätensetzung stärken. Gleichzeitig ist Hummler in der Region verwurzelt. Brigitte Lüchinger ihrerseits steht für unternehmerische
Praxis und wirtschaftspolitische Vernetzung. Als Mitinhaberin der Lüchinger Metallbau AG führte sie ein Industrieunternehmen im Rheintal; sie kennt die unternehmerische Realität. Per 1. Januar 2026 hat sie die operative Führung abgegeben und stünde damit auch zeitlich für neue Aufgaben zur Verfügung. Als ehemalige Präsidentin des Arbeitgeberverbands Rheintal und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Arbeitgeberverbands verfügt Lüchinger über Erfahrung an zentralen wirtschaftspolitischen Schnittstellen.
Am Ende geht es nicht um richtig oder falsch. Es geht um die Frage, welches Signal die Olma senden will: technokratische Kompetenz oder gelebte Ostschweizer Nähe. Ideal wäre beides.