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Appenzeller Innovationen für die ganze Welt

Appenzeller Innovationen für die ganze Welt
Manuel Inauen
Lesezeit: 3 Minuten

Die KUK Electronic AG produziert kundenspezifische Spulen und Elektronik für Anwendungen in Medtech, Robotik und Smart Home. CEO Manuel Inauen zeigt auf, wie das Unternehmen Entwicklung und Produktion verbindet, global organisiert ist und warum der Standort Appenzell für die technologische Kompetenz zentral bleibt.

Manuel Inauen, KUK ist weltweit tätig. Worin liegt Ihr Wettbewerbsvorteil gegenüber internationalen Anbietern?
Mit Werken auf drei Kontinenten zählen wir in unserer Nische zu den grösseren Herstellern. Wir sind somit einerseits nahe am Kunden und können andererseits für jedes Projekt den jeweils optimalen Fertigungsstandort einsetzen. Des Weiteren können wir uns mit unserem internen Anlagenbau stark von der Konkurrenz abheben. Dadurch sind wir sehr flexibel, günstig, schnell und unabhängig.

Sie begleiten Kunden von der Entwicklung bis zur Serie. Wie wichtig ist heute die Entwicklungsarbeit im Vergleich zur reinen Produktion?
Sehr wichtig. Gerade für die Massenproduktion bringt dies dem Kunden eine Gewähr, dass seine Spule nicht nur am Bildschirm toll aussieht, sondern auch mit hohem Automatisierungsgrad gefertigt werden kann. Die Anforderungen an eine Spule sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Unsere Kunden möchten die optimale Leistung im Verhältnis zum Kupfervolumen.

Sie beliefern Branchen wie Medtech, Industrie und Automotive. Welche Bereiche treiben Ihr Wachstum aktuell am stärksten?
In den vergangenen Jahren spüren wir eine starke Nachfrage aus dem Medtech-Sektor. Dies dank innovativer Kundenanwendungen für die Chirurgie oder für Hörhilfen. Auch im Bereich Robotik oder Smart Home sehen wir schöne Wachstumsraten.

«Das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Flexibilität ist sehr gross.»

Ihre Produkte sind oft unsichtbar, aber zentral. Welche technologischen Trends beeinflussen Ihr Geschäft derzeit am meisten?
Miniaturisierung, Elektrifizierung und Automatisierung. Darunter fällt im Grunde auch das Schlagwort KI. Diese ist auf Sensoren angewiesen, die die notwendigen Daten erheben. Dasselbe gilt etwa auch für das autonome Fahren. Und eben: Unsere Kunden möchten die höchste Ausnutzung eines magnetischen Feldes mit optimalem Kupferbedarf erreichen.

Wie gelingt es Ihnen, Prototypenfertigung und Grossserien wirtschaftlich unter einen Hut zu bringen?
Nur dank komplexer Produkte können wir unsere Technologieführerschaft behaupten. Dabei gilt es zuerst, mit Prototypen die Herstellbarkeit zu überprüfen und die optimale Serientechnologie zu ermitteln. Die Musterphase ist somit als erster Schritt Richtung Serie und nicht isoliert zu betrachten.

Welche Rolle spielt der Standort Appenzell in Ihrem internationalen Produktionsnetzwerk?
Eine wesentliche: Wir beschäftigen etwa 220 von weltweit 1000 Mitarbeitern in Appenzell. Das 2022 eröffnete Technologiezentrum mit unserer Entwicklungs- und Automatisierungskompetenz ist wichtig für den Erhalt unserer Technologieführerschaft. In der Produktion können wir bei bestimmten Artikelgruppen dank hohem Automatisierungsgrad und dem grossen Engagement der Belegschaft weiterhin bestehen. Kostendruck ist ein alltäglicher Begleiter!

Wo sehen Sie die wichtigsten strategischen Entwicklungsschritte für KUK in den nächsten Jahren?
Erhalt der Technologieführerschaft und des Qualitätsversprechens, komplette Module aus einer Hand sowie weiterer Ausbau der globalen Marktpräsenz. Ausserdem müssen alle Produktionsstandorte unseren Kunden eine hohe Flexibilität bieten können. Dabei ist das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und dieser Flexibilität wirklich gross.

Text: Patrick Stämpfli

Bild: Marlies Beeler-Thurnheer

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