Alle Abfallstationen digital erfassen
19.03.2021

Alle Abfallstationen digital erfassen

Das Kreuzlinger Start-up «The Fortunate Planet» hat die erste Recycling-App mit Gaming-Faktor entwickelt, die zum globalen Recycling Day am 18. März lanciert wurde. Und schon hat das Unternehmen einen Wettbewerb als «bestes Start-up der Kreislaufwirtschaft» gewonnen.

2019 wurden weltweit 400 Millionen Tonnen Plastik in Umlauf gebracht, von denen lediglich 18 Prozent stofflich verwertet wurden. Ähnlich schlechte Quoten hat auch Elektroschrott (17 %) oder Glas (35 %). Der Rest wird entweder verbrannt, landet auf Müllkippen oder in der Natur. Dieser Umstand war ausschlaggebend für die Entstehung von «The Fortunate Planet». Um die begrenzten planetaren Ressourcen nachhaltig zu nutzen, brauche es höhere Recyclingquoten, gute Anreize und weniger Falschentsorgungen, welche die Materialqualität beeinträchtigen, schreibt das Start-up in einer Mitteilung.

Flächendeckendes Netzwerk von Müllabgabestellen
Und genau hier setzt die App «The Fortunate Planet» an: Die User helfen sich gegenseitig und bauen das erste flächendeckende Netzwerk von Müllabgabestellen auf. Menschen auf der ganzen Welt werden spielerisch motiviert, ihren Müll richtig zu entsorgen und diesen dadurch wieder dem Wertstoffkreislauf zuzuführen. Für das Lokalisieren und Klassifizieren von Müllabgabestellen und das Tracken ihrer Entsorgungen erhalten die User Punkte und steigen in Levels auf. Die Punkte können in nachhaltige Belohnungen von ausgewählten Sponsoren eingetauscht werden.

Im Hintergrund entsteht durch «The Fortunate Planet» eine wertvolle Datenbasis für Rückschlüsse auf Littering-/Müllmengen, Material- und Verpackungsarten. Ganz im Sinne einer «Circular Economy» bietet die App zudem allen Produzenten die Möglichkeit, ihre Konsumenten zur korrekten Entsorgung ihrer Produkte anzuleiten und sie gleichzeitig dafür zu belohnen

Nutzen Sie die App zum Beispiel, um bei Ihrem Spaziergang die nächste öffentliche Mülltonne zu finden. Oder machen Sie Jagd auf neue Mülleimer: Jede neu hinzugefügte (und verifizierte) Abgabestelle bringt Ihnen Punkte ein und verbessert Ihr persönliches Rating. Je mehr Mülleimer und Entsorgungsstellen in der App registriert sind, umso höher ist auch das Rating der Ortschaft.

Seit dem Launch am 18. März kann jeder Nutzer Punkte sammeln für das Markieren von noch nicht registrierten Abgabestellen. Die ersten 100 User, die es schaffen, ihr persönliches Rating bis zum 31. März 2021 auf 100 Prozent zu heben, werden mit 500 zusätzlichen EcoCredits belohnt, die ab Mitte April in nachhaltige Belohnungen eingetauscht werden können. Die App ist ab dem 18. März kostenlos im Apple iTunes Store oder im Google Play Store erhältlich.

Ersten Preis gewonnen
Anlässlich des internationalen Weltrecyclingtages am 18. März haben der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV) und der Verband Deutscher Metallhändler e. V. (VDM) die besten Start-ups D/A/CH der Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet.

In der Eröffnungsrede hob BDE-Präsident Peter Kurth hervor, dass alle sieben Finalisten hervorragend veranschaulicht hätten, wie innovativ die Kreislaufwirtschaft ist. In den letzten zehn Jahren wurden ca. 2400 Startups im Bereich der Kreislaufwirtschaft gegründet, von denen am 18. März drei für Ihre herausragenden Ideen prämiert werden.

Rang 1 ging in die Schweiz: «The Fortunate Planet (Video) will mit ihrer Recycling-App Verbraucher auf leichte Weise - fast spielerisch - motivieren, ihren Abfall korrekt zu entsorgen und sie dafür belohnen. Mit ihrer Idee leistet sie einen massiven Beitrag für mehr Umweltschutz und eine bessere Kreislaufwirtschaft, denn werden Abfälle korrekt erfasst, kann eine optimale Verwertung und Widerverwertung erzielt werden. Weitere Inhalte sind eine Übersicht über Entsorgungsmöglichkeiten und jede Menge Infos rund um den Recyclingprozess. Als Belohnung fürs Mitmachen können Verbraucher Punkte und Gutscheine erhalten», so Kurth.

Schon in der Erprobung zeigte sich ein überragender Erfolg dieser App insbesondere in Schulklassen. Technisch besonders interessant ist die Skalierbarkeit. Die App startet zunächst in der Schweiz und Deutschland, kann aber in Zukunft weltweit in jedem Land zum Einsatz kommen und so den Recyclinggedanken weiterverbreiten.

«Mit ihrem Angebot setzen die Macher leicht zugänglich auf das Mitwirken der Verbraucher und stellen dabei die richtige Entsorgung in den Mittelpunkt. Die App zeigt, dass die Konsumenten eine wesentliche Rolle im Materialkreislauf einnehmen. Sie sind es, die mit der korrekten Entsorgung ihre Abfälle einen wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung der Rezyklate leisten», so Kurth.