Wettbewerb, Marktmacht und Regulierung im digitalen Zeitalter
Text: stz.
Gastgeberin des Kongresses ist die School of Economics and Political Science der Universität St.Gallen. Die SSES-Jahrestagung gilt als eine der wichtigsten akademischen Konferenzen für Ökonomie und Statistik in der Schweiz. In St.Gallen bringt sie Forscher, Doktoranden, Professoren und Fachleute aus verschiedenen Bereichen der Wirtschafts- und Statistikforschung zusammen.
Das diesjährige Thema «Industrial Organization and Policy» ist weit mehr als ein akademischer Schwerpunkt. Es berührt zentrale Fragen der Gegenwart: Wettbewerb in digitalen Märkten, Plattformmacht, Regulierung, Innovationsanreize, Preisbildung, staatliche Eingriffe und die Gestaltung funktionierender Marktordnungen. Diese Themen stehen derzeit in Europa weit oben auf der politischen Agenda, etwa im Umgang mit grossen Technologieunternehmen, digitalen Plattformen, neuen Geschäftsmodellen und der Frage, wie faire Wettbewerbsbedingungen in einer zunehmend vernetzten Wirtschaft gesichert werden können.
Zu den Keynote-Referenten zählen drei international profilierte Ökonomen
Monika Schnitzer von der LMU München ist Vorsitzende des deutschen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und forscht unter anderem zu Innovation und Wettbewerbspolitik. Andrew Rhodes von der Toulouse School of Economics leitet das TSE Digital Center und beschäftigt sich mit digitalen Märkten und Plattformwettbewerb. Simon Lörtscher von der University of Melbourne ist Direktor des Centre for Market Design und forscht zu Marktdesign, Marktmacht und Wettbewerbspolitik.
Damit rückt der Kongress Fragestellungen ins Zentrum, die auch für den Wirtschaftsraum Ostschweiz relevant sind. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sich in Märkten zu behaupten, die sich durch Digitalisierung, neue Plattformen, veränderte Lieferketten, regulatorische Eingriffe und steigenden Innovationsdruck schnell verändern. Wettbewerbspolitik ist deshalb nicht nur ein Thema für Behörden und Wissenschaft, sondern auch für Unternehmer, die ihre Geschäftsmodelle langfristig absichern und weiterentwickeln wollen.
Auch interessant
Die Tagung bietet neben den Keynotes ein breites wissenschaftliches Programm
Gemäss SSES werden über zwei Tage mehr als 100 Beiträge aus verschiedenen Bereichen der Ökonomie und Statistik in 35 Parallelsessions präsentiert. Ergänzt wird das Programm durch die SSES Award Ceremony, die Generalversammlung sowie ein Conference Dinner im Pfalzkeller. Organisiert wird der Anlass von Stefan Bühler, Professor für Angewandte Mikroökonomik und Dean der School of Economics and Political Science an der HSG, gemeinsam mit Beatrix Eugster und Samuel Häfner.
Für St.Gallen ist die Durchführung des SSES Annual Congress auch ein starkes Zeichen als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort. Die HSG bringt damit eine der zentralen wissenschaftlichen Plattformen der Schweizer Ökonomie in die Ostschweiz und verbindet akademische Forschung mit Themen, die unmittelbar in Wirtschaft und Politik hineinwirken.
Der Annual Congress 2026 der Swiss Society of Economics and Statistics findet am 4. und 5. Juni 2026 im Hauptgebäude der Universität St.Gallen statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung sind auf der Website der SSES verfügbar.