SFS-Mobilitätskonzept ist erfolgreich
Text: Fabian Alexander Meyer
Das Mobilitätskonzept von SFS in Heerbrugg zeigt Wirkung: Seit der Einführung 2025 nutzen deutlich mehr Mitarbeitende den öffentlichen Verkehr oder das Velo. Rund 400 Autos weniger stehen seither ganzjährig auf dem Firmenparkplatz – ein Erfolg, der auch die Ostschweizer Mobilitätsallianz bestätigt.
Bessere Verbindungen für den Arbeitsweg
Bei SFS wurde zudem die Anbindung an die Buslinien optimiert. Mietvelos von Rent-a-Bike sowie E-Bikes und E-Trottis von Dott ergänzen das Angebot. Die Massnahmen entstanden im Rahmen der Ostschweizer Mobilitätsallianz, in der Unternehmen, Tarifverbünde und Behörden zusammenarbeiten.
Auch weitere Arbeitgeber aus der Region sind beteiligt, darunter Leica, VAT, Swissoptic und Escatec. Für VAT wurde mit der Buslinie 415 die Erreichbarkeit ab Buchs verbessert. Zum Angebot der Allianz gehören ausserdem ein grenzüberschreitendes Dreiländerabo für Vorarlberg, Liechtenstein und die Ostschweiz sowie ÖV-Abonnemente zum jährlichen Fixpreis für Unternehmen.
Über 1600 Beschäftigte steigen um
Die Allianz stellte ihre erste Bilanz am 9. September bei SFS in Heerbrugg vor. Nach Angaben des Kantons verzichtet bei den beteiligten Unternehmen jede fünfte angestellte Person dank der neuen Lösungen auf das Auto zum Pendeln. Im Kanton St.Gallen entspricht dies über 1600 Arbeitnehmern.
Um passende Angebote zu entwickeln, analysiert die Allianz Verkehrsmuster unter anderem mithilfe von Mobilfunkdaten. So soll ermittelt werden, wo bessere Verbindungen und zusätzliche Angebote besonders viele Beschäftigte zum Umsteigen bewegen können.
Neu schliesst sich auch HOCH Health Ostschweiz mit über 8000 Mitarbeitern der Allianz an. Das Unternehmen führt an sämtlichen Standorten ein Mobilitätskonzept ein. Mit weiteren Unternehmen laufen Verhandlungen.
Arbeitgeber profitieren durch Anschliessungen
An der Pressekonferenz bei der SFS in Heerbrugg gab Regierungsrätin Susanne Hartmann einen Einblick: «Die Hitzewelle diesen Sommer macht deutlich: Der Klimawandel kann nicht mehr geleugnet werden. Entsprechend wichtig ist die Kontrolle des CO2-Ausstosses.» Die Mobilitätsallianz, welche Arbeitnehmer zum Umstieg weg vom Auto bewegen soll, ist ein solcher Schritt.
Beat Tinner, ebenfalls Regierungsrat, blies in das gleiche Horn: «Die Ergebnisse zeigen auf: Weniger Leute kommen mit dem Auto zur Arbeit; das System funktioniert.» Durch die guten Anschliessungen würden auch die Arbeitgeber profitieren.
Rheintal mit Grenzverkehr
Ueli Stückelberger, Direktor des Verband öffentlicher Verkehr, ergänzte, dass man auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel sei. «Wir brauchen neue Ideen und neue Lösungsansätze.» Immer wieder wurde klar: Allein auf die Angebote hinzuweisen, bewegt die wenigsten Mitarbeiter zu einem echten Umstieg. Viel mehr müsse man die Rahmenbedingungen attraktiv gestalten.
«Das richtige Verkehrsmittel zur richtigen Zeit und am richtigen Ort», klärt Michel Pfirter vom Tarifverbund Ostwind auf. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern wie beispielsweise Dott soll ein attraktives Angebot geschaffen werden. Das Rheintal als eine Region mit viel Grenzverkehr bietet sich bestens für eine Partnerschaft der verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittelanbieter an.
Firmenabo als Alternative zum Auto
Bei der SFS hat sich diese Praxis bewährt, bei HOCH Health Ostschweiz steht sie noch in der Anfangsphase. Dennoch hat sich das Unternehmen aufgrund des überzeugenden Angebotes der Mobilitätsallianz ebenfalls für eine Teilnahme entschieden. «Mitarbeiterumfragen haben gezeigt, dass ein Firmenabo eine gute Alternative zum Auto sein kann.»
Jetzt liegt es an den verschiedenen Partnern, die Details auszuarbeiten. «Bei uns ist es allerdings eine besondere Herausforderung, da wir rund um die Uhr arbeiten. Erste Schritte wie bestimmte Busverbindungen wurden bereits getan.