Schweizer greifen bei Gold wieder stärker zu
Text: pd/stz.
Schweizer Anleger kaufen wieder mehr physisches Gold: Laut dem aktuellen Bericht des World Gold Council stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen im dritten Quartal 2026 von 2,8 auf 3,1 Tonnen gegenüber dem Vorquartal. Damit zählt die Schweiz zu den wenigen europäischen Märkten mit einer positiven Entwicklung.
«Während sich die Goldnachfrage in Europa vielerorts abschwächt, greifen Schweizer Anleger wieder verstärkt zu physischem Gold», sagt Christian Brenner, CEO von Philoro Schweiz. Gold werde hierzulande sowohl als Krisenabsicherung als auch als langfristiger Bestandteil einer ausgewogenen Vermögensstrategie verstanden.
Online sitzt das Geld lockerer
Beim Edelmetallhändler Philoro Schweiz lag der Wert der Online-Warenkörbe im dritten Quartal deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen beobachtet dabei unterschiedliche Kaufmuster: Am Schalter orientieren sich die Kunden offenbar stärker an einem vorgegebenen Budget. Online steht hingegen häufiger die gewünschte Stückelung im Vordergrund.
Bei den Goldmünzen bleibt das 20-Franken-Goldvreneli gemessen an der Stückzahl der Favorit. Nach Umsatz führt der Krügerrand zu einer Unze. Unter den Goldbarren wird der 100-Gramm-Barren am häufigsten gekauft. Insgesamt verschob sich das Goldgeschäft gegenüber dem Vorjahr umsatzmässig leicht zugunsten der Barren.
Bei Silber sind dagegen Münzen besonders gefragt. Vor allem der Preisrückgang im September sorgte bei Philoro für zusätzliche Nachfrage.
Zentralbanken kaufen kräftig zu
Weltweit erreichte die Goldnachfrage im dritten Quartal 1369 Tonnen und lag damit ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Nach neun Monaten summiert sich der Bedarf auf 3881 Tonnen. Damit liegt er nahezu gleichauf mit dem Rekordniveau des Vorjahres von 3884 Tonnen.
Die Zentralbanken kauften im dritten Quartal 321 Tonnen Gold. Seit Jahresbeginn erhöhte sich ihre Nachfrage auf 675 Tonnen, sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Börsengehandelte Goldfonds verzeichneten nach Abflüssen im zweiten Quartal wieder Zuflüsse von 211 Tonnen.
Die weltweite Nachfrage nach Barren und Münzen sank hingegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 268 Tonnen. Auch die Schmucknachfrage ging um 19 Prozent auf 340 Tonnen zurück.
Langfristige Nachfrage bleibt ein Thema
Brenner sieht trotz kurzfristiger Preisschwankungen weiterhin Argumente für Gold: «Die langfristigen Argumente für Gold sind jedoch unverändert intakt: hohe Staatsverschuldung vieler Staaten, die unsichere Weltlage und die anhaltende Nachfrage zahlreicher Zentralbanken.»
Philoro Schweiz wurde 2017 gegründet und betreibt Filialen in Wittenbach bei St.Gallen sowie in Zürich. Im Fürstentum Liechtenstein ist die Unternehmensgruppe mit einer Filiale in Eschen vertreten.