Romanshorn legt Grundstein für «Talenticum»
Text: pd/stz.
Möglich gemacht wird das Talenticum durch die Stiftung von Regula und Fredy Lienhard. Ihr Anliegen ist es, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Kindern sowie Jugendlichen neue Räume der Entfaltung zu eröffnen. Im Zentrum steht die Frage, wie junge Menschen ihre Stärken entdecken, Selbstvertrauen gewinnen und erleben können, dass sie mit ihren Fähigkeiten etwas bewirken.
Das Talenticum versteht sich nicht als Konkurrenz zur öffentlichen Schule, sondern als Ergänzung. Entstanden ist die Idee gemeinsam mit dem Pädagogen Peter Fratton, der das Projekt von Beginn an mitgeprägt hat. Es soll ein Ort werden, an dem Kinder und Jugendliche ihren Interessen nachgehen, ihre Talente erproben und Mut für eine sich wandelnde Welt entwickeln können. Dabei stehen nicht Prüfungen oder Leistungsdruck im Vordergrund, sondern Persönlichkeitsentwicklung, Neugier, Eigenverantwortung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Diese Haltung soll sich auch in der Architektur zeigen. Architekt Carlos Martinez hat kein herkömmliches Schulgebäude entworfen, sondern eine offene Lernlandschaft mit Begegnungszonen, Rückzugsorten und Räumen für Kreativität, Austausch und Entdeckung. Das Gebäude soll Lernprozesse ermöglichen, statt sie räumlich einzuengen. Es soll zum Ausprobieren, Fragen, Gestalten und gemeinsamen Denken anregen.
Ein zentrales Element wird eine Treppenskulptur sein, die gemeinsam mit der ETH entwickelt und mithilfe moderner 3D-Druck-Technologie umgesetzt werden soll. Damit verbindet das Talenticum pädagogische Vision, architektonische Innovation und digitales Bauen. Das Projekt steht damit nicht nur für Bildung, sondern auch für die Verbindung von Handwerk, Forschung, Technologie und Gestaltung.
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Für Romanshorn als Bildungsstadt ist das Talenticum ein starkes Zeichen. Stadtpräsident Roger Martin würdigte den Pioniergeist, der in diesem Vorhaben sichtbar werde. Das Projekt zeige, wie privates Engagement und öffentliches Interesse gemeinsam Zukunft schaffen können. Für die Stadt und die Region entsteht damit ein Ort, der Bildung neu denkt und jungen Menschen zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Ein besonderer Moment der Feier war das Befüllen einer Kupferbox als Zeitkapsel. Darin wurden persönliche und symbolische Gegenstände für kommende Generationen hinterlegt. Anschliessend wurde die Grundsteinlegung bei einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert.
Mit dem Baustart beginnt nun die sichtbare Umsetzung eines Projekts, das weit mehr sein will als ein Gebäude. Das Talenticum soll ein Ort werden, an dem junge Menschen ihre Talente entdecken, ihre Persönlichkeit stärken und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen können. Für Romanshorn, die Region und die Bildungslandschaft der Ostschweiz ist der Spatenstich deshalb mehr als ein baulicher Auftakt: Er ist ein Signal für eine Bildung, die auf Begegnung, Neugier und Potenzial setzt.