Ostschweizer Know-how gegen Plastikmüll
24.01.2020

Ostschweizer Know-how gegen Plastikmüll

Die Tide Ocean SA will Plastikmüll aus den Meeren zu hochwertigem Plastik aufarbeiten. Die Technologie haben die Basler zusammen mit der Hochschule Rapperswil entwickelt. Nun hat das Start-up den erstmals verliehenen Swiss Plastics Expo Award in der Kategorie Nachhaltigkeit gewonnen.

In den Ozeanen der Welt haben sich riesige Mengen von Plastikabfall angesammelt. Allein die Müllinseln im Pazifik haben die dreifache Grösse Frankreichs. Verschiedene Initiativen versuchen, diesen Abfall wieder einzusammeln. Tide Ocean will diesen Plastikabfall wieder aufarbeiten.

Dafür hat Tide Ocean gemeinsam mit dem Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung der Hochschule Rapperswil ein eigenes Verfahren entwickelt. Dieses erlaubt, aus dem alten, durch Seewasser und Sonne degenerierten Plastik wieder hochwertigen Kunststoff zu gewinnen, indem die Moleküle des Materials wieder verlängert werden. Das Meeresplastik wird in Asien aus dem Meer gefischt und dort sortiert, gehäckselt und gewaschen. Die Aufbereitung des Materials zu hochwertigem Granulat nach dem an der HSR entwickelten Verfahren erfolgt dann in der Schweiz.

Das Granulat steht anschliessend wieder als Rohmaterial, etwa für Möbel, Kleidung und Uhren herzustellen. Der amerikanische Schmuckhersteller Jason Jewellery bietet bereits Schmuck aus dem neuen Plastik an. Die ebenfalls amerikanische Fossil Group hat das Projekt von Anfang beobachtet. Ein Kreuzfahrtanbieter will das wiederaufbereitete Plastik für seine Zugangskarten nutzen. Zudem hat Tide Ocean auch direkten Zugang zu einem wichtigen Zulieferer der Schweizer Uhrenindustrie: Hinter dem Start-up steht die Braloba Group, eine Herstellerin von Uhrenarmbändern.

An der Swiss Plastics Expo in Luzern hat Tide Ocean am Mittwoch den erstmals verliehenen Swiss Plastics Expo Award in der Kategorie Nachhaltigkeit erhalten. „Für uns ist der Award wichtig“, sagt Beat Bähler, CEO von Tide Ocean. „Das ist eine Wertschätzung für drei Jahre Arbeit und Innovation.“