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So will die OST Wertstoffe aus Schrott holen

So will die OST Wertstoffe aus Schrott holen
Die Ergebnisse wurden am 4. September an der Fachtagung Wastevision 2026 an der OST in Rapperswil erstmals öffentlich vorgestellt
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Jedes Jahr landen in der Schweiz rund 35 Millionen Gerätebatterien im Kehricht. Viele gelangen nach der Verbrennung in den Eisenschrott und belasten das Stahlrecycling. Das Forschungsprojekt BatZink der OST – Ostschweizer Fachhochschule zeigt, wie sich Batterien und Schlackenreste gezielt entfernen lassen. Das verbessert die Qualität des zurückgewonnenen Stahls und senkt die Umweltbelastung der untersuchten Verwertungswege um bis zu 30 Prozent.

Text: pd/fam

Was im Kehricht landet, ist nach der Verbrennung nicht zwingend verschwunden. Das gilt auch für falsch entsorgte Batterien: Viele überstehen die Behandlung in einer Kehrichtverwertungsanlage (KVA) weitgehend unbeschädigt. Ihr Stahlmantel sorgt dafür, dass sie bei der magnetischen Aufbereitung der Verbrennungsrückstände zusammen mit dem Eisenschrott aussortiert werden. So gelangen problematische Batterieinhalte bis ins Stahlwerk.

An dieser Lücke im Recyclingkreislauf setzt BatZink an. Das UMTEC Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik der OST hat gemeinsam mit Behörden, Verbänden und Unternehmen aus der Schweizer Abfall- und Recyclingwirtschaft untersucht, wie sich dieser Materialstrom besser aufbereiten lässt. Zwischen Dezember 2023 und April 2026 wurden Eisenschrottfraktionen von sechs Schweizer Schlackenaufbereitungsanlagen beprobt, analysiert und mit unterschiedlichen mechanischen Verfahren behandelt.

Millionen Batterien gelangen in den Eisenschrott

Rund 70 Prozent der in der Schweiz verkauften Gerätebatterien werden separat gesammelt und recycelt. Jährlich landen jedoch rund 35 Millionen Stück trotz Entsorgungsverbot im Kehricht.

Die Untersuchungen zeigen, dass davon hochgerechnet Millionen Batterien mit einem Gesamtgewicht von etwa 360 Tonnen pro Jahr in den KVA-Eisenschrott gelangen. In den untersuchten Fraktionen betrug der Batterieanteil durchschnittlich 1,3 Massenprozent. Rund 72 Prozent der gefundenen Batterien waren noch weitgehend intakt.

Hinzu kommt eine erhebliche Menge an Verunreinigungen: Die jährlich anfallenden rund 67’000 Tonnen KVA-Eisenschrottfraktionen bestehen laut Projektangaben nur zu etwa 40 bis 50 Prozent aus eigentlichem Eisenschrott. Der Rest ist vor allem mitgeführte Schlacke. Auf diesem Weg gelangen jährlich bis zu 110 Tonnen Zink und rund 40’000 Tonnen Schlacke unnötig in Stahlwerke.

Beim Einschmelzen verdampft das Zink und lässt sich nur mit aufwendigen Abluftfiltersystemen zurückhalten. Stahlwerke mit hohen Umweltstandards meiden deshalb häufig unbehandelten KVA-Eisenschrott. Ein Teil wird in Regionen mit tieferen Umweltauflagen exportiert.

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Bessere Schrottqualität eröffnet neue Verwertungswege

Im Projekt entwickelten und testeten die Partner mehrere skalierbare Aufbereitungsverfahren. Bei der Schrottqualität übertrafen die Ergebnisse das ursprüngliche Projektziel deutlich: Durch das Entfernen von Batterien und Schlackenrückständen entsteht ein hochwertigerer Sekundärrohstoff.

Die aussortierten Batterien sollen bevorzugt dem inländischen Batterierecycling zugeführt werden. Wo dies nicht möglich ist, zeigt BatZink einen weiteren technischen Weg auf: Die Batterien werden gezielt geöffnet, ihre Stahlhülsen zurückgewonnen und die zink- und manganhaltigen Inhalte weiter aufbereitet.

«BatZink zeigt, dass viele der falsch entsorgten Batterien auch nach der Behandlung in KVA noch immer gezielt aus dem Stoffstrom zurückgewonnen werden können», sagt Martin Däscher, Professor für Recycling und Rohstoffe am UMTEC. «Damit verhindern wir, dass Zink und Schlackenrückstände unnötig in Stahlwerken landen, und gewinnen gleichzeitig einen deutlich hochwertigeren Stahlschrott zurück.»

Weniger Umweltbelastung bei vertretbaren Kosten

Die Ökobilanz weist für die untersuchten Aufbereitungsszenarien eine um rund 23 bis 30 Prozent tiefere Umweltbelastung aus – abhängig von der Bewertungsmethode. Als Vergleich diente der Export und das Einschmelzen von nicht aufbereitetem KVA-Eisenschrott.

Der Nutzen entsteht an mehreren Stellen: Die Verfahren reduzieren Zinkemissionen beim Stahlrecycling und vermeiden lange Transporte von Schlacke. Zudem sinkt der Energiebedarf beim Einschmelzen, wenn nicht verwertbare Verunreinigungen zuvor entfernt werden. Gleichzeitig lassen sich die problematischen Batterieinhalte kontrollierter behandeln.

Für die technisch anspruchsvollste und wirksamste Aufbereitungsvariante schätzt das Projekt die Prozesskosten auf rund 100 bis 200 Franken pro Tonne KVA-Eisenschrott. Der Abschlussbericht beurteilt die Abscheidung von Batterien und Schlackenrückständen als technisch umsetzbar und ökonomisch vertretbar.

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Ostschweizer Partner wirken mit

An der Forschungskooperation beteiligten sich neben der OST unter anderem die KVA St.Gallen beziehungsweise Entsorgung St.Gallen, das Amt für Umwelt des Kantons Thurgau und der Verband KVA Thurgau. Weitere Partner waren kantonale Fachstellen, Anlagenbetreiber, Recyclingunternehmen und der Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen. Finanziert wurde das Projekt durch die Kooperationspartner.

Die Ergebnisse wurden am 4. September an der Fachtagung Wastevision 2026 an der OST in Rapperswil erstmals öffentlich vorgestellt. Unter dem Schwerpunkt «Abfallwirtschaft 2035» stand die technisch wirksame und wirtschaftlich tragfähige Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Zentrum. Dominic Utinger vom Amt für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel-Landschaft präsentierte die Erkenntnisse stellvertretend für die beteiligten Organisationen.

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