New-Work-Baukasten soll KMU Orientierung geben
Text: pd/red
Während zwei Jahren arbeiteten zwölf Unternehmen und Gemeinden aus der Ostschweiz im Projekt «Neue Arbeitswelten in Gemeinden und kleinen Unternehmen» an individuellen Lösungen für ihre Organisationen. Begleitet wurden sie dabei von Experten der OST. Ziel war es, konkrete Ansätze für Themen wie Arbeitskultur, Führung, Zusammenarbeit oder Digitalisierung zu entwickeln und die oft abstrakte Diskussion rund um New Work greifbarer zu machen.
Neue Arbeitsformen als Herausforderung
Der zunehmende Fach- und Arbeitskräftemangel erhöht den Druck auf Unternehmen, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Gleichzeitig fehlen gerade kleineren Organisationen oft Zeit oder Ressourcen, um sich vertieft mit Veränderungen in der Arbeitswelt auseinanderzusetzen.
Wie unterschiedlich die Ansätze ausfallen können, zeigte sich an der Abschlussveranstaltung in St.Gallen. Die Smartive AG etwa beschäftigte sich intensiv mit ihrer internen Feedback-Kultur. «Wir reden nämlich viel zu wenig über Dinge, die ‹klemmen›», sagte Benjamin Brossi von Smartive AG. Im Projekt habe man neue Werkzeuge gefunden, um den Austausch innerhalb der Organisation gezielt zu fördern.
Auch die Stiftung Förderraum zog konkrete Erkenntnisse aus dem Projekt. «Das Projekt hat mir die Augen geöffnet, was New Work alles sein kann und wo man überall anknüpfen kann», sagte Andrea Trunz, Leiterin Marketing und Kommunikation der Stiftung Förderraum.
Neben Unternehmen beteiligten sich auch Gemeinden am Projekt. Degersheim setzte sich unter anderem mit neuen Öffnungszeiten und Kooperationen mit lokalen Geschäften auseinander. In Hefenhofen flossen die Erkenntnisse direkt in die Planung eines neuen Gemeindehauses ein.
Baukasten soll Orientierung geben
Die Erfahrungen aus dem Projekt wurden nun in einem physischen «New Work Baukasten» gebündelt. Dieser enthält Holzklötze mit Themenfeldern wie Arbeitskultur, Digitalisierung oder Leadership sowie Reflexions- und Methodenkarten für Teams und Organisationen. Der Baukasten soll insbesondere kleineren Unternehmen und Gemeinden helfen, Herausforderungen rund um Zusammenarbeit und Organisation strukturiert anzugehen.
«Er ist kein fertiges Instrument, sondern bietet Orientierung und Reflexion», sagte Co-Projektleiterin Alexandra Cloots, Leiterin iDNA Institut für Diversität und Neue Arbeitswelten an der OST. Organisationen sollen damit eigene Schwerpunkte erkennen und passende Wege für ihre individuelle Situation entwickeln können.
Bewusst verzichteten die Verantwortlichen auf ein rein digitales Angebot. Der Baukasten solle Diskussionen im Arbeitsalltag anregen und einen niederschwelligen Zugang zu New-Work-Themen schaffen, erklärte Co-Projektleiterin Doro Andregg von REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee. Noch im laufenden Jahr ist zudem ein Praxiszirkel geplant, in dem konkrete Fragestellungen aus Unternehmen und Gemeinden gemeinsam bearbeitet werden sollen.