Kybun Joya zieht im «Hamel» die Reissleine
Text: pd/stz.
Die Hoffnungen waren gross: Im ehemaligen Stickereigebäude beim Arboner Busbahnhof sollte eine lebendige Einkaufspassage mit Gesundheitsangeboten entstehen. Gesundheitspraxen, ein Ärztezentrum, Physiotherapie und der Schuhshop von Kybun Joya sollten sich ergänzen. Heute zieht das Unternehmen eine ernüchternde Bilanz.
«Wir haben uns damals bewusst für diesen Standort entschieden, weil wir an das Potenzial einer lebendigen Einkaufspassage geglaubt haben», sagt Co-CEO Claudio Minder. Das Areal habe sich jedoch anders entwickelt als ursprünglich vorgesehen und vereinbart. Nach dem Wegzug mehrerer Ankermieter stehen laut dem Unternehmen grosse Teile der Verkaufsflächen im Erdgeschoss leer.
Mitarbeiter fühlen sich verunsichert
Neben den Leerständen nennt Kybun Joya die Sicherheitslage als Grund für den Rückzug. Mitarbeiter und Kunden hätten insbesondere abends wiederholt Situationen im Umfeld des Shops erlebt, die sie als unangenehm oder verunsichernd empfanden. Nach dem Wegzug von Coop Ende August habe sich das Sicherheitsgefühl nochmals verschlechtert, erklärt Minder.
Das Unternehmen suchte deshalb das Gespräch mit dem Vermieter. Eine Lösung, die seinen Erwartungen an ein attraktives und sicheres Einkaufsumfeld entsprochen hätte, sei jedoch nicht zustande gekommen.
«Auch wenn wir an diesem Standort langfristig präsent bleiben wollten, sehen wir keine Perspektive für einen weiteren Verbleib», sagt Minder. Der Shop wird deshalb Ende Jahr geschlossen und an einen anderen Standort verlegt.
Gruppe setzt auf Schweizer Produktion
Die inhabergeführte Kybun Joya Group mit Hauptsitz in Roggwil beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Ihre Marken Kybun, Joya und Kandahar sind in rund 40 Ländern erhältlich. Produziert wird in der Schweiz, in Italien und in Indonesien.
Eine zentrale strategische Rolle spielt der eigene Standort in Sennwald. Die Gruppe will die inländische Schuhproduktion weiter ausbauen und zusätzliche Wertschöpfung in die Schweiz zurückholen.