«KMU-Booster» bringt Jungfirmen und Investoren zusammen
Text: pd/stz.
Für junge KMU ist der Zugang zu Investitionskapital oft schwierig. Gerade Unternehmen mit soliden Geschäftskonzepten fehlen häufig die persönlichen Kontakte zu potenziellen Geldgebern. Klassische Business Angels wiederum suchen meist Beteiligungen mit Aussicht auf einen späteren Verkauf. Das passt nicht zu jedem Betrieb.
Hier setzt der KMU-Booster an. Das Startnetzwerk Thurgau will damit nach eigenen Angaben die erste Investorenplattform dieser Art im Kanton aufbauen.
Wenige Minuten für die Geschäftsidee
Das Format ist bewusst einfach gehalten: Gründer präsentieren ihr Geschäftsmodell in wenigen Minuten und beantworten anschliessend die Fragen der Investoren. Danach folgt der persönliche Austausch. Besteht gegenseitiges Interesse, können die Beteiligten einen Folgetermin vereinbaren.
Dabei geht es um mehr als Geld. Die jungen Firmen suchen auch unternehmerisches Wissen und Zugang zu Netzwerken. Investoren können sich als Kapitalgeber, als Mentoren oder in beiden Rollen engagieren. Auch Einsteiger sind willkommen und werden vom Startnetzwerk in das Thema eingeführt.
«Nur mit mutigen Investoren gelingt es, die Unternehmen von morgen aufzugleisen. Wir suchen Pioniere, die mit uns den ersten Investoren-Club im Thurgau aufbauen und die regionale Wirtschaft mitgestalten», sagt Geschäftsführer Lukas Rösch.
Unterstützung erhält die Initiative von Jérôme Müggler, Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau: «Mit dem KMU-Booster entsteht ein Gefäss, das zu den Thurgauer Gegebenheiten passt und Unternehmen Zugang zu finanziellen Mitteln für ihr Wachstum geben kann.»
Erste Markterfolge sind Voraussetzung
Die teilnehmenden Jungunternehmen durchlaufen ein Auswahlverfahren. Gefordert sind ein skalierbares Geschäftsmodell oder eine nachvollziehbare Wachstumsstrategie, erste Markterfolge, ein kompetentes Team und ein Bezug zum Wirkungskreis des Startnetzwerks.
Der KMU-Booster dient als Plattform und tritt nicht als direkter Vermittler auf. Er gibt keine Anlageempfehlungen ab, eine Investitionspflicht besteht nicht. Investitionen in Jungunternehmen erfordern einen langfristigen Anlagehorizont und bergen Risiken bis hin zum Totalverlust.
Startups und junge KMU können sich ab sofort über startnetzwerk.ch bewerben. Interessierte Investoren melden sich ebenfalls dort an. Die erste Ausgabe findet am Donnerstag, 21. Januar 2027, im I+D Campus in Kreuzlingen statt.
Das Startnetzwerk Thurgau begleitet Gründer von der Geschäftsidee bis zum Wachstum. Der Verein wurde 2013 vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank, der Industrie- und Handelskammer Thurgau sowie dem Thurgauer Gewerbeverband gegründet.