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KI als Kompass: Der Mensch bleibt Pilot

KI als Kompass: Der Mensch bleibt Pilot
Head of Educational Technology Gus Alcalá und Oliver Beck, Leiter Oberstufe und Gymnasium
Lesezeit: 2 Minuten

Künstliche Intelligenz gehört am Hightech Campus Buchs zum Alltag. An der International School Rheintal wird sie bewusst in den Unterricht integriert. Die Schule setzt dabei auf klare Regeln, Datensicherheit und die Verantwortung des Menschen.

Text: pd/red

Am Hightech Campus Buchs ist Künstliche Intelligenz kein Randthema mehr. Auch an der International School Rheintal wird KI gezielt eingesetzt. Die Schule unterrichtet 15 Jahrgänge vom Kindergarten bis zur Maturastufe nach dem International-Baccalaureate-Programm. Eigenständiges Denken, Reflexion und Verantwortung prägen das Lernverständnis. Diese Haltung gilt ausdrücklich auch für den Umgang mit KI.

Der Mensch steht im Zentrum

«Der Mensch steht immer im Mittelpunkt. Auch im Umgang mit KI», sagt Oliver Beck, Leiter Oberstufe und Gymnasium. KI sei ein Werkzeug, nützlich und effizient, aber kein Ersatz für eigenes Denken. Beck bringt es mit einem Bild auf den Punkt: «KI ist ein Kompass, kein GPS.» Die Richtung könne unterstützt werden, Entscheidungen treffe jedoch immer der Mensch.

Lernen aus früheren Technologie-Debatten

Verwaltungsratspräsident Heiner Graf zieht den Vergleich zum Taschenrechner. Auch dort habe man einst befürchtet, grundlegende Fähigkeiten zu verlieren. In der Praxis habe sich jedoch gezeigt, dass Menschen gelernt hätten, Resultate zu plausibilisieren. Heute sei es mit KI ähnlich. Sie liefere Vorschläge, doch das Einordnen und Entscheiden bleibe menschliche Aufgabe.

Gestufter Einsatz im Unterricht

Der Einsatz von KI ist altersabhängig geregelt. In den unteren Stufen steht das eigene Überlegen im Vordergrund. KI darf helfen, Inhalte zu erklären oder Gedanken zu spiegeln. Später kommt Recherche hinzu, jedoch stets mit kritischer Prüfung. «Das alleinige Übernehmen von Resultaten bringt keinen Lerneffekt», sagt Gus Alcalá, Head of Educational Technology. Der Umgang mit KI wird deshalb gezielt geübt.

Datensicherheit vor Bequemlichkeit

Ein zentrales Thema ist der Schutz sensibler Daten. Die ISR verzichtet bewusst auf kostenlose KI-Angebote, bei denen mit persönlichen Informationen bezahlt wird. Stattdessen kommen kontrollierte, kostenpflichtige Lösungen zum Einsatz. Ziel ist es, Daten im schulischen Rahmen zu halten. «Intern bewegen sich die Schülerinnen und Schüler frei. Die digitale Verbindung nach draussen ist das Tor zur Welt und zu ihren Risiken», sagt Heiner Graf.

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Transparenz und klare Regeln

Im Unterricht gilt eine klare Deklarationspflicht. Schülerinnen und Schüler müssen offenlegen, wo und wie KI eingesetzt wurde. Gleiches gilt für Lehrpersonen. Prompting und Quellenangaben sind Teil der geforderten Kompetenz. Prüfungen finden ohne KI, ohne Internet und ohne Recherchetools statt. Präsentationen gewinnen an Bedeutung, weil sie zeigen, ob Inhalte wirklich verstanden wurden.

Tempo ja, Tiefe nein

KI unterstützt auch bei Neueintritten aus dem Ausland. Übersetzungen erleichtern den Einstieg in den Unterricht, ersetzen jedoch nicht das Lernen selbst. «KI kann Tempo bringen, aber keine Tiefe», sagt Oliver Beck. Tiefe entstehe durch Nachdenken und Auseinandersetzung. Genau darauf setzt die International School Rheintal.

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