HSG gelobt Besserung
20.02.2019

HSG gelobt Besserung

Das Rektorat und die Institutsleitungen der Universität St.Gallen hätten die jüngsten Beanstandungen mit grosser Betroffenheit und Besorgnis zur Kenntnis genommen, schreibt HSG-Rektor Thomas Bieger (Bild) an alle Kantonsräte und die St.Galler Regierung. In der kommenden Woche will die Universität einen Massnahmenplan vorlegen, welche Probleme bis wann angegangen und gelöst werden sollen. 

«Die Universitätsleitung bedauert den Vertrauensverlust, der in Öffentlichkeit und Politik entstanden ist, ausserordentlich. Sie wird alles daransetzen, die angezeigten Missstände zu beheben. Massnahmen zur Verbesserung von Compliance und Governance wurden bereits eingeleitet, weitere sind geplant.

Neues Spesenreglement und Vier-Augen-Prinzip
Der Revisionsbericht 2017 der Finanzkontrolle liegt der Universität St.Gallen seit November 2018 vor. Alle betroffenen Gremien waren von der Menge der Beanstandungen überrascht. Einzelne Fälle sind inakzeptabel, auch die Häufung von weniger gravierenden Fehlern wirft ein schlechtes Licht auf die Universität. Zudem fehlt bei einigen HSG-Exponenten die nötige Sensibilität, auch im Umgang mit selbsterwirtschafteten Mitteln.

Rektorat und Universitätsrat haben auf diese Vorfälle reagiert und Massnahmen eingeleitet. Per 1. Februar 2019 wurde ein neues Spesenreglement in Kraft gesetzt. Ebenfalls wird das Vier-Augen-Prinzip beim Visieren von Belegen konsequent durchgesetzt. Zusätzlich werden Schulungen der Universitätsangehörigen im Umgang mit dem neuen Spesenreglement durchgeführt sowie ein verbindlicher Verhaltenskodex eingeführt. Auf Ebene der einzelnen Institute werden die notwendigen Massnahmen von den zuständigen Aufsichtsorganen ergriffen.

Um es unmissverständlich auszudrücken: Nicht regelkonformes Verhalten wird mit Massnahmen sanktioniert, die von Rückzahlungen bis zu – wo nötig – personalrechtlichen Massnahmen reichen. Der Universitätsrat wird im Rahmen seiner Visitationen die Umsetzung kontrollieren.

Kulturwandel nötig
Die Universität ist sich bewusst, dass es sich bei diesen Verfehlungen nicht um reine Einzelfälle handelt. Bereits die Vorkommnisse der vergangenen Monate haben zu Recht zu Kritik geführt. Das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Politik in die Universität hat gelitten. Die Universitätsleitung bedauert dies sehr, da unter diesem Vertrauensverlust auch jene grosse Mehrheit der über 3100 Mitarbeitenden der Universität leidet, die sich täglich regelkonform und mit grossem Engagement für ihre Universität einsetzt.

Im Rahmen der seit 2017 geplanten Revision des Universitätsgesetzes wird es darum gehen, strukturelle Fragen der Governance wie etwa die Stellung der Institute zu regeln. Es ist der Universitätsleitung zudem klar, dass ein grundsätzlicher Kulturwandel nötig ist.

In der kommenden Woche wird die Universität deshalb einen Massnahmenplan vorlegen, welche Probleme bis wann angegangen und gelöst werden sollen. Es ist der Universität St.Gallen ein fundamentales Anliegen, Exzellenz nicht nur in Forschung und Lehre unter Beweis zu stellen, sondern auch als öffentliche Organisation jederzeit korrekt zu funktionieren.»