HSG Alumni bringt 400 Wirtschaftsvertreter nach Frankfurt
Text: pd/stz.
Unter dem Titel «Redefining Growth in a Disrupted Age – Thesen für die europäische Wirtschaft» brachte HSG Alumni erstmals ein hochkarätig besetztes Wirtschaftsforum nach Frankfurt. Auf der Bühne standen unter anderem Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, der ehemalige Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen, Clara-Christina Streit, Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse und Vonovia, CeramTec-CEO Carla Kriwet, HSG-Professor Reto Föllmi und HSG-Rektor Manuel Ammann.
«Mit rund 6000 Mitgliedern und zehn aktiven Clubs ist Deutschland für HSG Alumni von zentraler Bedeutung», sagt Mathieu Jaus, Präsident von HSG Alumni. Das neue Wirtschaftsforum solle einen zusätzlichen Treffpunkt für die deutsche Community schaffen und zugleich die Verbindung zur Universität St.Gallen stärken.
Europas Wachstum neu denken
Im Zentrum stand die Frage, wie Europa unter veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen wieder mehr Dynamik entwickeln kann. Diskutiert wurden Kapitalmärkte, technologische Souveränität, unternehmerisches Handeln und die Voraussetzungen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing forderte mehr Tempo: «Wachstum neu zu definieren heisst, wirtschaftliche Stärke, Resilienz und technologische Souveränität zusammenzudenken. Europa verfügt über Kapital, Talente und industrielle Kompetenz – jetzt müssen wir daraus mit mehr Tempo und Entschlossenheit neue Stärke entwickeln.»
Auch Christoph Heusgen sieht Europa stärker gefordert. Angesichts einer unberechenbaren US-Regierung und eines aggressiv auftretenden China müsse Europa wirtschaftlich und politisch robuster werden, neue Märkte über Freihandelsabkommen erschliessen und den Binnenmarkt stärken.
Clara-Christina Streit verwies auf das vorhandene Investitionspotenzial: Europas private Haushalte verfügten über mehr als 20 Billionen Euro Finanzvermögen. Die Herausforderung bestehe darin, dieses Kapital stärker für Investitionen in europäische Zukunftsindustrien und Infrastruktur zu mobilisieren.
HSG-Professor Reto Föllmi ergänzte die Perspektive um die unternehmerische Dimension: Europas Vielfalt und Verlässlichkeit seien grosse Stärken. Gleichzeitig brauche es mehr Mut, Risiken einzugehen und Chancen zu nutzen.