Gotthardzug Giruno erhält Betriebsbewilligung
05.04.2019

Gotthardzug Giruno erhält Betriebsbewilligung

Das Bundesamt für Verkehr hat dem neuen Hochgeschwindigkeitszug SMILE von Stadler, von der SBB Giruno genannt, eine Betriebsbewilligung für 200 km/h in Einzeltraktion auf dem Schweizer Netz erteilt. Wie die SBB heute mitteilt, plant sie, den Giruno ab Frühsommer 2019 schrittweise in den Betrieb zu nehmen.

Am 4. April hat das BAV dem neuen Stadler-Hochgeschwindigkeitszug SMILE eine Betriebsbewilligung für 200 km/h in Einzeltraktion erteilt. Das macht den Weg für den neuen Gotthardzug frei, erstmals mit Fahrgästen auf dem Schweizer Schienennetz zu verkehren. Der SMILE hat bisher erfolgreich alle Projekt-Meilensteine absolviert. Seit April 2017 fanden mehrere Hundert Testfahrten in den vier vorgesehenen Einsatzländern statt – in der Schweiz, in Italien, Deutschland und in Österreich.

Der Giruno bietet viel Komfort und grosse Gepäckablagen
Der Giruno bietet den Passagieren auf bis zu 400 Metern Länge in Doppeltraktion insgesamt 810 Sitzplätze. Die Züge sind mit einem Niederflureinstieg für die unterschiedlichen Perronhöhen in der Schweiz, Österreich und Italien (je 55 cm) sowie Deutschland (76 cm) ausgerüstet. Dies ist eine Premiere für die SBB bei einem einstöckigen Triebzug. Der Giruno übertrifft die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes, er verfügt etwa über doppelt so viele rollstuhlgängige Plätze und Toiletten wie vorgegeben. Auch sonst können die Züge mit viel Komfort auffahren: Sie verfügen über einen guten Mobilfunkempfang unterwegs, Steckdosen an allen Sitzplätzen, grosse Gepäckablagen, geschlechtergetrennte Toiletten und ein modernes Beleuchtungskonzept mit energiesparenden LED-Lampen. Der gesamte Innenraum ist grosszügig und hell gestaltet.

29 neue Züge für erhöhte Nachfrage auf der neuen Alpentransversalen
Seit Ende 2016 ist der Gotthard-Basistunnel – der längste Eisenbahntunnel der Welt – in Betrieb. Ende 2020 vollendet der Ceneri-Basistunnel die Flachbahn durch die Alpen. Im Hinblick auf die dadurch erwartete Nachfragesteigerung hat die SBB bei Stadler 29 Triebzüge mit Optionen für bis zu 92 weitere Züge bestellt, die bis zu 250 km/h schnell fahren können. Dabei handelt es sich um elfteilige elektrische Mehrsystemtriebzüge. Stadler hat den neuen Zug ab Vertragsunterzeichnung im Oktober 2014 in nur 23 Monaten entwickelt und gebaut. Drei Monate später wurde der erste Zug in Betrieb gesetzt. An der InnoTrans 2016 wurde er erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Stadler nennt die Hochgeschwindigkeitszugfamilie «SMILE», die SBB hat ihnen den Namen «Giruno» gegeben, eine aus der rätoromanischen Sprache abgeleitete Bezeichnung für Mäusebussard.